Posts Tagged ‘Yoav Shamir’

Defamation (2009)

Sonntag, Juli 24th, 2011

Was bedeutet Antisemitismus heute, zwei Generationen nach dem Holocaust? Bei seiner kontinuierlichen Erforschung des modernen Lebens der Israeli bereist Regisseur Yoav Shamir (Checkpoint, 5 Days, Flipping Out) die Welt, sucht nach den modernsten Erscheinungsformen des „ältesten Hasses“ und findet einige alarmierende Antworten auf diese Frage. Im Zuge dieser unehrerbietigen Suche folgt er amerikanischen jüdischen Oberhäuptern in europäische Hauptstädte bei ihrer Mission, die Regierungen vor der wachsenden Gefahr des Antisemitismus zu warnen, und er heftet sich an die Fersen einer israelischen Schulklasse bei Ihrer Gedenkfahrt nach Auschwitz.

Auf dieser Reise trifft Shamir den kontroversiellen Historiker Norman Finkelstein, der seine unpopulären Ansichten verbreitet, dass der Antisemitismus von der jüdischen Gemeinschaft und im Besonderen von Israel, benützt wird, um politisch zu gewinnen. Er schließt sich auch Gelehrten an, wie z.B. Stephen M. Walt und John J. Mearsheimer, und ist auch bei ihrem Vortrag in Israel anwesend, den sie nach der Erscheinung ihres Buches “Die Israel-Lobby und die amerikanische Außenpolitik” über den unausgeglichenen Einfluss, den die Israel-Lobby in Washington genießt. Yoav besucht auch Yad Vashem, die Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem, ein Muss für alle Weltpolitiker, wenn sie Israel einen Besuch abstatten. Im Zuge seines Aufenthaltes in Jerusalem, schaut er auch bei seiner Großmutter auf einen kurzen Besuch vorbei, wobei sie ihm ihr Verständnis dieses Themas  vermittelt und erklärt, dass nur sie „die richtige Jüdin“ sei. (mehr …)

Checkpoint – Machssomim (2003)

Donnerstag, Mai 27th, 2010

Das Thema ist und bleibt aktuell. Der Film von Yoav Shamir zeigt den ebenso banalen wie harten Alltag an den Grenzkontrollpunkten zwischen Israel und Palästina. Täglich können die israelischen Grenzsoldaten ihre Besatzerrolle ausspielen und ihre Macht genießen, wenn Palästinenser die Kontrollpunkte passieren wollen, um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen. Andererseits sind sie trotz schwerster Bewaffnung nie sicher vor terroristischen Anschlägen.

Die West Bank und der Gaza-Streifen werden seit 1967 vom israelischen Militär kontrolliert. Täglich müssen Tausende von Palästinensern die Kontrollpunkte passieren, wenn sie zur Arbeit oder zum Arzt müssen, Verwandte besuchen oder einfach nur wieder nach Hause wollen. Angesichts der Gefahr von Terroranschlägen sind die Soldaten an den Checkpoints schwer bewaffnet, die Kontrollen streng. Die Nervosität der Grenzer ist spürbar. Manche fühlen sich in ihrer Besatzerrolle sichtlich unwohl. Andere genießen ihre Macht, und so kommt es Tag für Tag zu Schikanen gegenüber den Palästinensern. Sie müssen stundenlang im Regen warten oder werden ohne Begründung heimgeschickt. Es sind oft persönliche Faktoren, die den Ausschlag geben, ob sie hinübergehen dürfen oder nicht. Diese Begegnungen zwischen den israelischen Soldaten und der palästinensischen Bevölkerung haben tief greifende politische und gesellschaftliche Auswirkungen. Sie vertiefen den Graben auf beiden Seiten.

Zwei Jahre lang filmte Yoav Shamir an den Checkpoints um die Städte Nablus, Jenin und Ramalah. Ohne jemanden zu denunzieren, zeigt „Checkpoint“ die oft banale und meist harte Realität – vor und hinter den Absperrungen. (Quelle: Israel-Palästina)