Posts Tagged ‘Westbank’

If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck

Donnerstag, März 15th, 2012

SPD-Chef Gabriel bringt das Blut in den Adern vieler Leute zum kochen, weil er gestern auf seinem Facebookprofil während seines Besuchs des Westjordanlandes über Hebron schrieb:

„Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“

„Nicht nur in Hebron, sondern im ganzen Westjordanland!“, möchte man da Gabriel hinterher rufen.1

  1. Und dabei geht es gar nicht darum, ob die Benutzung des Begriffs jetzt das Regime in Südafrika relativiert oder die Kolonialisierung, den Landraub oder das Einsperren und Unterdrücken der palästinensischen Bevölkerung richtig umschreibt. Sondern eher um das offene Aussprechen des Leides, was den Menschen in den Besetzten Gebieten durch die Besatzung und den Siedlungsbau widerfährt. []

Krieg im Olivenhain

Sonntag, Januar 2nd, 2011

Die anhaltende Zerstörung und Enteignung von Olivenhainen bedroht die Existenz vieler palästinensischer Bauern im Westjordanland. Indra Kley berichtet über den „Krieg im Olivenhain“Telepolis, 2. Januar 2011

Uri Avnery: „Im Osten nichts Neues“

Dienstag, August 3rd, 2010

LEUTE MIT politisch sensiblen Ohren wurden in dieser Woche von einem Wort aufgeschreckt, das anscheinend versehentlich von Binyamin Netanyahu ausgesprochen wurde: die „Ostfront“.

Es war einmal eine Zeit, in der dieses Wort Teil des Besatzungsvokabulars war. In den letzten Jahren war es vom Staub des politischen Schrottplatzes zugedeckt worden.

DAS WORT „Ostfront“ wurde nach dem Sechs-Tage-Krieg geschaffen. Es half, die strategische Doktrin aufzustellen, dass der Jordan Israels „Sicherheitsgrenze“ sei.

Die Theorie: für drei Armeen gibt es die Möglichkeit, sich  östlich des Jordans zu formieren: die irakische, die syrische und die jordanische; dort den Fluss zu überqueren und die Existenz Israels zu gefährden. Wir müssen sie stoppen, bevor sie das Land betreten. Deshalb muss das Jordantal als ständige Basis der israelischen Armee dienen, unsere Soldaten müssen dort bleiben.

Uri Avnery (Bild: nrhz)

Dies war von Beginn an  eine zweifelhafte Theorie. Um an solch einer Offensive teilzunehmen, müsste sich die irakische Armee  sammeln, die Wüste durchqueren und sich in Jordanien aufstellen – eine lange und komplizierte logistische Operation, die der israelischen Armee reichlich Zeit geben würde, die Iraker zu schlagen, bevor sie an das  Jordanufer kämen. Was die Syrer betrifft, würde es für sie viel leichter sein, Israel auf den Golanhöhen anzugreifen als ihre Armee nach Süden  zu lenken, um vom Osten her anzugreifen. Und Jordanien ist immer ein geheimer – aber loyaler – Partner Israels gewesen (abgesehen von der kurzen Episode im Sechs-Tage-Krieg.)

In den vergangenen Jahren ist diese Theorie eindeutig lächerlich geworden. Die Amerikaner haben den Irak überfallen und Saddam Husseins glorreiche Armee besiegt und aufgelöst, die sich als Papiertiger entpuppte. Das Königreich Jordanien hat einen offiziellen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnet. Syrien benützt jede Gelegenheit, um sein Verlangen nach Frieden zu demonstrieren, wenn Israel nur die Golanhöhen zurückgeben würde. Kurz gesagt, Israel hat von seinen östlichen Nachbarn nichts zu befürchten.

Nun, die Situationen können sich ändern. Regime ändern sich, Allianzen ändern sich. Aber es ist unmöglich, sich eine Situation vorzustellen, in der drei Schrecken einjagende Armeen den Jordan nach Kanaan überqueren würden, wie einst die Kinder Israels in der biblischen Geschichte.

Außerdem gehört die Idee einer Bodenoffensive wie der Nazi-Blitzkrieg im 2. Weltkrieg der Geschichte an. In einem zukünftigen Krieg werden Raketen mit großer Reichweite eine dominante Rolle spielen. Man könnte sich deshalb israelische Soldaten im Jordantal auf Liegestühlen liegend vorstellen, wie sie die Raketen in beiden Richtungen über ihre Köpfe fliegen sehen.

Wie erwachte nun diese blöde Idee zu neuem Leben? (mehr …)