Posts Tagged ‘Tel Aviv’

Stumpf unkommentiert

Donnerstag, Mai 24th, 2012

Unkommentiert frisst Sivan Wüstemann nach den jüngsten Ausschreitungen in Tel Aviv den rassistischen Dreck, den die israelische Rechte vorkaut und spricht davon, dass Politiker über illegale Einwanderung „diskutieren“ würden. Da möchte man nur noch kotzen. Aber lest selbst: „Rückführen oder Abschieben?“Israelische Botschaft Jüdische Allgemeine, 24. Mai 2012.

Israel und ‘Pinkwashing’

Mittwoch, Februar 8th, 2012

Was soll uns dieses Bild wohl suggerieren?

In Diskussionen um die anhaltende Besatzung der palästinensischen Gebiete, dem Ausbau der Siedlungen und der repressiven Politik des israelischen Staates fällt oft ein nicht von der Hand zu weisendes Argument, das stets den Vergleich zwischen dem Staat der Juden, seinen Nachbarn sowie den palästinensischen Gebieten beim Umgang mit  homosexuellen Bevölkerungsteilen bemüht. Vor einigen Wochen hob die Jüdische Allgemeine dann auch hervor, dass Tel Aviv zum „gay-freundlichsten Ort der Welt“ gekürt wurde und obendrein zu einem der kreativsten überhaupt. Die Stadt – und damit ja auch irgendwie Israel – sei einfach cool und schwul:

Dass sich in ihren Grenzen auch Schwule, Lesben, Trans- und Bisexuelle aus der ganzen Welt zu Hause fühlen, ist ebenfalls nicht neu. Die Kür zur gay-freundlichsten Stadt des ganzen Globus aber ist eine besondere Ehre. Die Website Gaycities.com spricht Tel Aviv ein dickes Lob aus: »Es vergeht kaum ein Monat, an dem hier kein musikalisches oder kulturelles Event gefeiert wird.« Tel Aviv erhielt den »Daumen hoch« von 43 Prozent der Wähler. New York kam mit einem Riesenabstand (14 Prozent) auf Platz zwei, Toronto mit sieben Prozent auf den dritten Rang.

Die New York Times, eigentlich traditionell ein großer Verfechter der israelischen Politik, hat laut Netanjahu inzwischen gemeinsam mit der linksliberalen Haaretz die radikalislamistische Hamas, Iran und den jüdischen Zionisten Richard Goldstone als größte Bedrohungen Israels abgelöst.

Im November brachte die NYT einen bemerkenswerten und früher undenkbaren Artikel von Sarah Schulman, der sich mit dem „Pinkwashing“ Israels beschäftigt. Ein weit verbreitetes Phänomen auch in Deutschland, wo antideutsche „Linke“  so etwas überhaupt nicht gerne hören und dann einfach niederbrüllen. „Branding Israel“ ist das Stichwort:

“IN dreams begin responsibilities,” wrote Yeats in 1914. These words resonate with lesbian, gay, bisexual and transgender people who have witnessed dramatic shifts in our relationship to power. After generations of sacrifice and organization, gay people in parts of the world have won protection from discrimination and relationship recognition. But these changes have given rise to a nefarious phenomenon: the co-opting of white gay people by anti-immigrant and anti-Muslim political forces in Western Europe and Israel.

In the Netherlands, some Dutch gay people have been drawn to the messages of Geert Wilders, who inherited many followers of the assassinated anti-immigration gay leader Pim Fortuyn, and whose Party for Freedom is now the country’s third largest political party. In Norway, Anders Behring Breivik, the extremist who massacred 77 people in July, cited Bruce Bawer, a gay American writer critical of Muslim immigration, as an influence. The Guardian reported last year that the racist English Defense League had 115 members in its gay wing. The German Lesbian and Gay Federation has issued statements citing Muslim immigrants as enemies of gay people. (Weiterlesen)

 

 

Mehr als 10.000 demonstrieren in Tel Aviv

Freitag, Dezember 10th, 2010

Neben Morddrohungen durch Rechtsextreme verschärft auch der israelische Staat die Gangart gegen seine Dissidenten und Migranten. Heute demonstrierten mehr als 10.000  in Tel Aviv gegen diesen anhaltenden Rechtsruck in Israel: „Over 10,000 march for human rights in Tel Aviv“ – Maan News, 10. Dezember 2010.

Sabine Brandes: Straight from Tel Aviv

Freitag, August 6th, 2010

Fast hätte ich ja geglaubt, dass Sie – endlich einmal – bei dem ganzen Stumpfsinn, den sie aus Tel Aviv bloggend dem deutschsprachigen Leser der Jüdischen Allgemeinen zumuten, einen richtigen Gedanken gehabt haben könnten. Auch ein blindes Huhn findet ja bekanntlich öfters ein Korn:

Umgeben von Feinden, einer ständiger Bedrohung ausgetzt1, ständig mit Wassermangel und chaotischem Verkehr sowie politischen Krisen konfrontiert.2

Genau, bei dem ganzen Wasser, was die 500.000 Siedler den Palästinensern für ihre Swimmingpools klauen und umgeben von einer bis an die Zähne bewaffneten Armee lebt es sich nicht sehr angenehm, während die Checkpoints und Straßenblockaden ihr übriges tun, um das Verkehrschaos komplett zu machen. Und um die Wirtschaft ist es aufgrund restriktiver Ein- und Ausfuhrbestimmungen des Besatzers Israel auch nicht so gut gestellt.  Auch politisch steckt der zukünftige Staat Palästina ziemlich in der Krise, wo immer mehr Fatahanhänger eigene Splitterparteien oder -gruppen gründen, um sich von dem Sumpf der Korruption abzugrenzen, und man sich zudem bewusst ist, dass die Fatah auch nur immer mehr zum Werkzeug Israels wird. Und bei der ganzen Aufzählung schweigen wir besser von Gaza, da sieht es trotz Lockerung des Embargos immer noch ziemlich düster aus.

Leider kam gleich nur einen Satz weiter die Ernüchterung. Nicht die Palästinenser waren damit gemeint, sondern die Israelis. Die sollen nämlich ziemlich glücklich sein. Und das trotz der ganzen Bedrohung und des Wassermangels. Fragt sich nur, ob auch die arabischen Israelis damit eingeschlossen waren. Deren Miesepetrichkeit wegen der wirklich nur geringfügigen Ungleichbehandlung und Unterdrückung zieht sicherlich ganz schön die Wertung ins Negative.  Aber die kann man ja immer noch loswerden, wie das so mehr als 50% der Israelis sich wünschen. 3 Dann ist man sicher nicht nur auf Platz 8 der »Glücklichkeitsskala« des Gallup World Poll, sondern mindestens noch 2 oder 3 Plätze weiter oben. Shabbat Shalom!

  1. Fehler im Original []
  2. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/8316 []
  3. http://www.israelnationalnews.com/News/Flash.aspx/174891 []