Posts Tagged ‘Siedler’

Was viele Siedler denken – Good bye Zweistaatenlösung

Freitag, Juli 27th, 2012

Wer immer noch manchen in der Jungle World oder konkret schreibenden Hetzern glaubt, die im Westjordanland lebenden Siedler würden kein Problem für Frieden und eine Zweistaatenlösung darstellen, sollte ein Gastkommentar von Dani Dayan, dem Vorsitzenden des Siedlerrates, lesen: „Israel’s Settlers Are Here to Stay“New York Times, 25. Juli 2012.

Vice: Abtrünnige jüdische Siedler

Donnerstag, Juli 26th, 2012

Der Onlineauftritt des Vice Magazins hat in den letzten Tagen eine mehrteilige Story über „die härtesten Hausbesetzer der Welt im Westjordanland“ gebracht. Zwar unterschlägt die Dokumentation mit dem seltsamen Namen „Abtrünnige jüdische Siedler“1 ganz Ostjerusalem mit seinen fast 200.000 im palästinensischen Teil lebenden Siedler bzw. erwähnt sie ganz am Ende nur in einem Nebensatz.  Auch widerspricht sie manchmal nur vage einigen Aussagen der radikalen Siedler wie z.B., dass die Zerstörung palästinensischer Häuser eine legitime Bestrafung für Terrorismus sei.2 Bemerkenswert jedoch ist, dass ein internationales, mehrsprachiges Mainstreammedium einen solch kritischen Bericht über die Siedlungsaktivitäten des israelischen Staates und seiner radikalen Siedler bringt, der sich klar gegen den Siedlungsbau positioniert und dabei auch die palästinensische Seite zu Wort kommen lässt.  Ein Ausdruck des wachsenden Unbehagens im US-amerikanischen Raum über die Realität der israelischen Politik?

  1. Engl. Titel: Renegade Jewish Settlers []
  2. Wobei selbst die Praxis, nur Häuser von vermeintlichen oder wirklichen Terroristen zu zerstören, immer noch eine abzulehnende Kollektivbestrafung der betroffenen Familien wäre. []

Die Besatzung veranschaulicht: Bewegungsfreiheit

Montag, Juli 16th, 2012

Während im Westjordanland lebende jüdische Siedler Bewegungsfreiheit1 auf „Jews only“-Straßen besitzen, werden die dort lebenden Palästinenser verschiedensten Restriktionen unterworfen. Die Aktivistin Michal Vexler hat dies anhand einer Reise zum Meer treffend veranschaulicht:

 

  1. Zumindest zwischen den Siedlungen untereinander und den Siedlungen und Israel; es mag dabei richtig sein, dass es nicht überall im Westjordanland für Siedler ungefährlich wäre sich zu bewegen. []

Die taz über Hebron

Samstag, März 17th, 2012

„Ein halber Tag in Hebron, und man kapiert, wie die Besatzung funktioniert.“ Susanne Knaul beschreibt die Lage in Hebron: „Erleben, was Besatzung heißt“taz, 16. März 2012

Auf dem Weg zum jüdischen Saudi Arabien?

Sonntag, Januar 8th, 2012

Benny Katzover: „The main role of Israeli democracy now is to disappear. Israeli democracy has finished its role, and it must disassemble and give way to Judaism. „Dismantle Israeli democracy and replace it with Jewish law, says settler leader“Haaretz, 8. Januar 2012.

Niemand erwähnt die jüdischer Bruderschaft

Sonntag, Februar 6th, 2011

Alle haben Angst vor der Muslimbruderschaft. Dabei sind die Fundamentalisten in einem der Nachbarstaaten viel näher an der Macht, als die Muslimbrüder in Ägypten.  Akiva Eldar und Idith Zertal zeigten schon in ihrem umfassenden und faktenreichen Buch „Die Herren des Landes – Israel und die Siedlerbewegung seit 1967“, wie die rechtszionistischen Siedler langsam und stetig Fuß in den Institutionen des Staates gewinnen. Bei 16% der Gesamtbevölkerung kommen z.B. heute schon 30% des Militärpersonals aus den Siedlungen. Yossi Gurwitz stellt fest: „Nobody mentions the Jewish Brotherhood “ – +972, 5. Februar 2011

Krieg im Olivenhain

Sonntag, Januar 2nd, 2011

Die anhaltende Zerstörung und Enteignung von Olivenhainen bedroht die Existenz vieler palästinensischer Bauern im Westjordanland. Indra Kley berichtet über den „Krieg im Olivenhain“Telepolis, 2. Januar 2011

Kein bisschen Frieden

Mittwoch, Dezember 8th, 2010

Können jüdische Israelis und arabische Palästinensern friedliche Nachbarn sein? „Kein bisschen Frieden“ – Jüdische Zeitung, November 2010



Die Jungle World und der Siedlungsbau

Samstag, November 6th, 2010

Bei dem offenen Rechtsruck und der Weigerung der israelischen Regierung, mit den Palästinensern über einen endgültigen Frieden (und damit Abzug der Siedler und Schaffung eines palästinensischen Staates) zu verhandeln, rudert nun auch die Jungle World, neben der Konkret die Hauspostille von Araberhassern und Antisemiten Islamkritikern und Freunden Israels wie Alex Feuerherdt, ein wenig zurück. Wenn die Jungle World aber über Israel berichtet, dann wird stets sehr halbherzig mit der Realität umgegangen. Ganz nach dem stalinistischen Motto: „Selbstkritk, ja bitte.  Aber nicht zu viel des Guten“: (mehr …)

Friedensmann Rabin

Montag, November 1st, 2010

Peace Now trauert um den ermordeten Jitzchak Rabin, der vor 15 Jahren von einem faschistischen Siedler ermordet wurde. Präsident Schimon Peres hielt bei dem Gedenken an seinen alten Parteifreund eine Ansprache, auf der er sagte, mit dem Tod Rabins habe man versucht den Frieden zu töten. Dies sagt genau der Mann, der als Teil der politischen Elite Clusterbomben und Phopsphorgranaten auf Zivilisten im Libanon und in Gaza abwerfen ließ, getrennte Rechtssysteme für Siedler und ihre palästinensischen Nachbarn etablierte und zuschaute, wie Siedlung um Siedlung gabaut oder vergrößert wurde. 1

Rabin mit Clinton und Arafat 1993

Die Junge Welt trauert zusammen mit Peace Now und Peres.2 Dabei vergisst sie, dass zu den Zeiten, als Rabin Ministerpräsident war, die Siedlerzahlen mit 10-15% den prozentual höchsten Anstieg jährlich verzeichneten, den es jemals gab. Rabin war auch für die blutige Niederschlagung der Ersten Intifada mit „Macht, Kraft und Prügel“3 verantwortlich, bei der das israelische Militär mehr als 1000 Menschen tötete und als 120.000 verhaftete und folterte, viele von ihnen Kinder und Jugendliche. 4  Und inwieweit der Friedensprozess von Oslo ein Segen oder ein Fluch für die palästinensische Seite war, dies wäre dann auch noch eine ganz andere Frage, die man diskutieren müsste.

  1. Und dies getrennt davon, was der Mann sonst so alles zu verantworten hat. Zum Beispiel auch die Bombadierung südlibanesischer Dörfer im Jahre 1996, um Beirut in einer Flüchtlingswelle zu überfluten. []
  2. http://www.jungewelt.de/2010/11-01/057.php []
  3. The Guardian – 19. Januar 1988 []
  4. http://www.washington-report.org/backissues/1297/9712081.html []