Posts Tagged ‘Nakba’

„Wenn wir die Chance hätten, würden wir euch einen nach dem anderen erschießen!“

Montag, April 30th, 2012

In Tel Aviv wollen 15 Aktivisten am Independence Day der Nakba, der Vertreibung von mehr als 750.000 Palästinensern und der Zerstörung oder Inbesitznahme ihrer Dörfer vor und während des Gründungskriegs 1948, erinnern. Eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Und eine Provokation für jeden Nationalisten:

Der palästinensische Frühling?

Montag, Mai 16th, 2011

Exzellent: Peter Beinhart zu den gestrigen Protesten an den Grenzen Israels aufgrund des Jahrestages der Nakba: „Israel’s Palestinian Arab Spring“The Daily Beast, 16.5.2010.

Zur Lage der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon

Sonntag, Januar 9th, 2011

Über die Lage der mehr als 400.000 palästinensischen Flüchtlinge im Libanon ist den meisten nur wenig bekannt. Welchen Einschränkungen und Repressionen diese unterworfen werden, zeigt eine Mitte 2010 erschienene Analyse von Dalal Yassine auf Al-Shabaka: „Unwelcome Guests: Palestinian Refugees in Lebanon“.

Lia Tarachansky: Seven Deadly Myths

Samstag, Januar 8th, 2011

Die israelisch-kanadische Journalistin Lia Tarachansky arbeitet derzeit an einer Dokumentation über den Umgang der israelischen Gesellschaft mit der Nakba, der Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung während der Jahre 1947 bis 1952. Darin will sie die „Sieben tödliche Mythen“ Israels aufzeigen:

„Sieben tödliche Mythen“ untersucht den Begriff der Verleugnung, des Wissens und Nichtwissens zum gleichen Zeitpunkt. Es beginnt als die Regisseurin Lia Tarachansky zu ihrer im Westjordanland gelegenen Siedlung Ariel zurückkeht. Sie entdeckt, als wäre es das erste Mal, dass diese von palästinensischen Dörfern umgeben ist. Sie lernt, dass die Palästinenser nicht zufällig unsichtbar gemacht wurden und dass ihre Vertreibung nicht erst in der Westbank begann. In diesem Film spricht sie mit denjenigen, die dieses Projekt der Enteignung begannen.

Dabei will Lia Tarachansky die „sieben tödlichen Mythen“ widerlegen:

1)   Die Zionisten akzeptierten den UN-Teilungsplan und und waren für den Frieden

2)   Die Araber wiesen den Teilungsplan zurück und begannen den Krieg.

3)   Die Palästinenser flohen freiwillig und planten die Rückeroberung

4)   Die arabischen Staaten hatten sich vereint, um die Juden aus Palästina zu vertreiben

5)   Die arabische Invasion machte den Krieg unausweichbar

6)    Ein verteidigungsunfähiges Israel sah sich der Zerstörung durch den arabischen Goliath gegenüber

7) Israel suchte anschließend Frieden, aber kein arabischer Führer antwortet.1

Ein so umfassendes Thema in eine nur 55 Minuten lange Dokumentation zu fassen, läuft Gefahr zu verkürzen und auch bestimmte Fakten aus der Parteinahme für die Palästinenser auszublenden. Gleichzeitig sind heute alle diese von ihre angesprochenen Themen nicht mehr allzu strittig: Schon Nr. 3 scheint heute kein Mythos mehr zu sein, sondern die Vertreibung wird inzwischen allgemein (vor allem durch die Arbeit israelischer Historiker) anerkannt. Selten wird noch behauptet, die Palästinenser seien freiwillig geflohen. Man darf gespannt sein, ob sie ihr Vorhaben umsetzen kann.

http://www.youtube.com/watch?v=5hmm9MTwkxs&feature=player_embedded

  1. Eigene Übersetzung der Synopsis: ISRAEL/PALESTINE – SEVEN DEADLY MYTHS []

Alex Kane über Rabin

Freitag, November 5th, 2010

Gestern war der 15. Todestag Rabins, zu dem ich schon vor einigen Tagen etwas schrieb. Alex Kane hat dessen Wirken auf seinem Blog nochmals kurz  zusammengefasst: „The real Yitzhak Rabin

Benny Morris: der Vorzeigehistoriker

Freitag, April 23rd, 2010

Haaretz veröffentlichte 2004 ein sehr aufschlussreiches und heftiges Interview von Ari Shavit mit Benny Morris.1 Darin rechtfertigte Morris die ethnische Säuberung des zukünftigen israelischen Staates durch die Haganah und durch die israelische Armee, bestätigt aber gleichzeitig schon damals das erst zwei Jahre später erscheinende Buch von Ilan Pappe2. Morris steht dabei exemplarisch für den aufgeklärten, säkularen pro-westlichen  Zionisten, der den ganzen Konflikt auf den Islam und die arabische Kultur zurückführt. Gabriel Ash schrieb damals eine Antwort3 auf Morris, welche abgesehen von ein wenig Küchenpsychologie sehr genau analysiert, wie und was Morris da eigentlich rechtfertigt, und den ganzen Rassismus offenlegt, soweit Morris das mit seinen Aussagen nicht selber schon zu genüge tat. Gerade im Licht des 62. Jubiläums der israelischen Staatsgründung und der neuesten Militärgesetzgebung, welche die Ausweisung zehntausender Menschen aus der Westbank vorbereitet4, gewinnt das ganze Interview und die Antwort an Aktualität.

Benny Morris: Ein israelischer Historiker mit der Mentalität der europäischen Siedler

Der israelische Historiker Benny Morris überschritt neuerlich eine Grenze, als er seine akademische Qualifikation und sein Ansehen dafür hergab, einen zukünftigen Völkermord an den Palästinensern „moralisch“ zu rechtfertigen.

Benny Morris ist der israelische Historiker, der in der Geschichtsschreibung über das Jahr 1948 der palästinensischen Sicht in besonderem Maße Recht gab. Das Leben von ungefähr siebenhunderttausend Menschen wurde zerstört, als sie von der jüdischen Miliz (und später von der israelischen Armee) zwischen Dezember 1947 und Anfang 1950 aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Morris ging die israelischen Archive durch und berichtete akribisch über die Vertreibung. Er dokumentierte jedes „ethnisch gesäuberte“ Dorf und jeden Gewaltakt, von dem Aufzeichnungen vorhanden waren, und stellte diese Ereignisse in den Kontext der militärischen Ziele und Wahrnehmungen der Täter. (mehr …)

  1. „Survival of the fittest“, Haaretz, 2004; Teil 1: http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=380986&contrassID=2 Teil 2: http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=380984 []
  2. Ilan Pappe: Die ethnische Säuberung Palästinas, 2007; in Englisch erschienen 2006 []
  3. auf englisch erschienen bei Dissident Voice; die leicht gekürzte deutsche Übersetzung erschien auf – zugegeben in vielen Hinsichten sehr fragwürdigen – Homepage der AIK Campo Antiimperialista []
  4. siehe auch unter http://schmok.blogsport.eu/2010/04/17/das-neue-israelische-militargesetz-fur-das-westjordanland/ []