Posts Tagged ‘Libanon’

Zivilisten als legitime Ziele

Freitag, Juli 29th, 2011

Schon Robert Fisk berichtete ausführlich in seiner unerreichten Darstellung des Konflikts im Libanon, der mit dem Einmarsch der israelischen Armee 1982 seinen Höhepunkt fand und 2006 eine Wiederauflage hatte, von der nicht selten vorsätzlichen Tötung von Zivilisten durch die israelische Armee. Unser bester Freund Alan Dershowitz, ein großer Freund des Folterns, will uns nicht nur ständig weismachen, dass die israelische Armee stets versucht den Tod von Zivilisten zu vermeiden, sondern nun kann er auch noch unterschiedliche Zivilisten ausmachen: welche, die man töten darf und welche, die unter Umständen dann doch unschuldig sind: „Dershowitz’s continuum of civilianality turns five“Pulse, 28. Juli 2001.

Fundstellen: Robert Fisk – Pity The Nation

Mittwoch, Februar 9th, 2011

‚Ich war bei Baabda [Stadt in der Nähe Beiruts]. Ich konnte es sehen. Ich teilte den Israelis mit, dass sie die gesamte Stadt zerstören, dass sie ununterbrochen feuern würden. Sie sagten nur, dass sie es nicht würden. Sie sagten, dass sie es nicht täten. Ich rief Sharon an. Er sagte, dass es nicht wahr sei. Dieser verdammte Mann sagte zu mir am Telefon, dass das, was ich geschehen sah, nicht geschehen würde. Also hielt ich den Telefonhörer aus dem Fenster, damit er die Explosionen hören konnte. Da sagte er zu mir: „Was ist denn das für eine Konversation, in der sie den Telefonhörer aus dem Fenster halten?“‚

Philip Habib, Chefunterhändler der Amerikaner im Libanon für den Abzug der PLO aus Beirut, im Gespräch mit Robert Fisk in England, 1987; aus Robert Fisk: Pity the Nation – Lebanon at war, S. 316

Der Zentralrat macht sich Sorgen um Mubarak

Sonntag, Januar 30th, 2011

Auf Handelsblatt.com warnt Charlotte Knoblochs Nachfolger Dieter Graumann davor, dass Ägypten ins Chaos verfällt und darum Israels „Sicherheit“ gefährdet sei. Das würde mir natürlich auch gleich als erstes einfallen, wenn tausende von Menschen gegen ein repressives, Jahrzehnte altes Regime aufbegehren. Die Situation in Ägypten zeige zudem, dass Israel als einzige Demokratie Stabilität für die Region bedeuten würde:

Angesichts der immer heftiger werdenden Proteste in Ägypten warnt denn auch der Zentralrat der Juden in Deutschland vor möglichen Konsequenzen für die Sicherheit Israels. „Generell vergrößern neue Instabilitäten in der Region die Risiken“, sagte der Präsident des Zentralrats, Dieter Graumann, Handelsblatt Online. Eine neue Hisbollah-Regierung im Libanon, der blutige Dauerkampf zwischen Hamas und Fatah, das sei schon schwierig genug. „Und Ägypten in Aufruhr – eine neue Unsicherheit.“ Um so mehr sei zu würdigen, „dass Israel eine stabile Oase der Demokratie in der Region ist“, so Graumann.1

Will heißen: Die Diktatoren in den Nachbarländern passen der rechten Regierung in Israel und anscheinend auch dem Präsidenten des Zentralrats besser, weil sie beim Siedlungsbau, bei der Annexion und Besatzung nicht so störend sind bzw. die gleichen Interessen verfolgen. Zum Beispiel indem sie Gaza abriegeln (Ägypten), den Flüchtlinge elementare Rechte vorenthalten (Libanon) oder die Mehrheit der Bevölkerung in Schach halten (Jordanien). Diese Staaten mit ihren mehr oder minder brutalen Regime haben ebenfalls ein Interesse an der Aufrechterhaltung der Situation im Westjordanland und Gaza, weil sie damit immer von der eigenen Repression ablenken können. Ägypten, Jordanien und (ja, auch) der Libanon ergänzten sich bisher ausgezeichnet mit Israel, wenn es darum ging Palästinenser unmittelbar oder mittelbar nieder zu halten.
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  1. „Ägypten-Unruhen stürzen Obama in ein Dilemma“Handelsblatt.com, 28. Januar 2011 []

Zur Lage der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon

Sonntag, Januar 9th, 2011

Über die Lage der mehr als 400.000 palästinensischen Flüchtlinge im Libanon ist den meisten nur wenig bekannt. Welchen Einschränkungen und Repressionen diese unterworfen werden, zeigt eine Mitte 2010 erschienene Analyse von Dalal Yassine auf Al-Shabaka: „Unwelcome Guests: Palestinian Refugees in Lebanon“.

Israels Fingerabdrücke auf dem Leichnam des libanesischen Premierministers

Freitag, Juli 23rd, 2010

Alle Welt gibt Syrien und der Hizbollah die Schuld an dem tödlichen Attentat auf den Premierminister Libanons Rafiq Hariri vor 5 Jahren. Aber neuere „Fingerabdrücke“ weisen auch in Richtung Israel. Rannie Amiri über die Zerschlagung eines israelischen Spionagerings im Libanon und die Querverbindung zum Mord an Hariri: „The Hariri Assassination“ – Counterpunch, 23.07.2010