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Lia Tarachansky: Seven Deadly Myths

Die israelisch-kanadische Journalistin Lia Tarachansky arbeitet derzeit an einer Dokumentation über den Umgang der israelischen Gesellschaft mit der Nakba, der Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung während der Jahre 1947 bis 1952. Darin will sie die "Sieben tödliche Mythen" Israels aufzeigen:

"Sieben tödliche Mythen" untersucht den Begriff der Verleugnung, des Wissens und Nichtwissens zum gleichen Zeitpunkt. Es beginnt als die Regisseurin Lia Tarachansky zu ihrer im Westjordanland gelegenen Siedlung Ariel zurückkeht. Sie entdeckt, als wäre es das erste Mal, dass diese von palästinensischen Dörfern umgeben ist. Sie lernt, dass die Palästinenser nicht zufällig unsichtbar gemacht wurden und dass ihre Vertreibung nicht erst in der Westbank begann. In diesem Film spricht sie mit denjenigen, die dieses Projekt der Enteignung begannen.

Dabei will Lia Tarachansky die "sieben tödlichen Mythen" widerlegen:

1)   Die Zionisten akzeptierten den UN-Teilungsplan und und waren für den Frieden

2)   Die Araber wiesen den Teilungsplan zurück und begannen den Krieg.

3)   Die Palästinenser flohen freiwillig und planten die Rückeroberung

4)   Die arabischen Staaten hatten sich vereint, um die Juden aus Palästina zu vertreiben

5)   Die arabische Invasion machte den Krieg unausweichbar

6)    Ein verteidigungsunfähiges Israel sah sich der Zerstörung durch den arabischen Goliath gegenüber

7) Israel suchte anschließend Frieden, aber kein arabischer Führer antwortet.1

Ein so umfassendes Thema in eine nur 55 Minuten lange Dokumentation zu fassen, läuft Gefahr zu verkürzen und auch bestimmte Fakten aus der Parteinahme für die Palästinenser auszublenden. Gleichzeitig sind heute alle diese von ihre angesprochenen Themen nicht mehr allzu strittig: Schon Nr. 3 scheint heute kein Mythos mehr zu sein, sondern die Vertreibung wird inzwischen allgemein (vor allem durch die Arbeit israelischer Historiker) anerkannt. Selten wird noch behauptet, die Palästinenser seien freiwillig geflohen. Man darf gespannt sein, ob sie ihr Vorhaben umsetzen kann.

http://www.youtube.com/watch?v=5hmm9MTwkxs&feature=player_embedded

  1. Eigene Übersetzung der Synopsis: ISRAEL/PALESTINE - SEVEN DEADLY MYTHS []

Friedensprozess im Kindergarten

Ein Sketch von der israelischen Comedy-Show "Eretz Nehederet" (wörtlich: "Wundervolles Land") auf Kanal 2. Der Sketch zeigt das gemeinsame Bildungsprogramm der rechten Organisation "Im Tirtzu" mit dem Ministerium für Bildung, das Kinder für das komplizierte Leben in Israel vorbereitet. (via +972)

Dass es sich hier nicht lediglich um eine (lustige) Übertreibung handelt, zeigt eine andere Aufnahme von Lia Tarachansky. In jeder satirischen Darstellung steckt manchmal nur ein Körnchen, manchmal aber auch ein ganzer Sandkasten Wahrheit.

Israels PR-Krieg (Dokumentation)

Lia Tarachanskys neuste Kurz-Doku: "Israel's PR War"


(via Mondoweiss)


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