Posts Tagged ‘Laika-Verlag’

Neues Deutschland zu den „Linken Buchtagen“

Donnerstag, Mai 31st, 2012

Das Neue Deutschland fasst den Gemütszustand des Organisationsteams der „Linken Buchtage“ treffend zusammen:

Was haben der Historiker Moshe Zuckermann, die berühmte und vielfach ausgezeichnete Haaretz-Journalistin Amira Hass, der Linguist Noam Chomsky, der linksliberale amerikanische »The Nation«- und »Huffington Post«-Autor Adam Horowitz und die Harvard-Ökonomin Sara Roy gemeinsam? Ihr »Antisemitismus« ist so unerträglich, dass sie der deutschen Linken am besten gar nicht erst vorgestellt werden.

 

Veranstalter der Linken Buchtage knicken ein

Dienstag, Mai 29th, 2012

Die Veranstalter der „Linken“ Buchtage in Berlin sind eingeknickt und lassen den Laika-Verlag nun doch teilnehmen, wiederholen aber ihre unfundierte Denunziation. Die junge welt schrieb letzte Woche unter der Überschrift „Wächterrat des Tages: Linke Buchtage Berlin“:

Die Veranstalter der linken Buchtage Berlin sehen sich gezwungen, dem Hamburger LAIKA-Verlag die Teilnahme zu ermöglichen, da ansonsten durch die Absage anderer Verlage und Autoren »das Zustandekommen der Buchtage gefährdet« sei. Auf diesen Nenner läßt sich ein zweiseitiges, namentlich nicht gezeichnetes Papier der Organisationsgruppe bringen. An ihren unsäglichen Antisemitismusvorwürfen hält sie fest. Zur Erinnerung: Am 9. Mai hatte der LAIKA-Verlag erfahren, daß er »aus politischen Gründen« von der Teilnahme an den Linken Buchtagen 2012 in Berlin »ausgeschlossen« wurde. Grund sei ein »gewisses blaues Buch, näheres müsse dazu nicht erläutert werden« (siehe jW vom 24. Mai). Bei dem Band handelt es sich um »Mitternacht auf der ›Mavi Marmara‹«, der Berichte und Reflexionen von ca. 50 Autoren enthält zur Gaza-Hilfsflottille und dem Angriff der israelischen Marine auf sie, sowie grundsätzlich zum Verhältnis Israel–Palästina. Zu den Autoren gehören u.a. Moshe Zuckermann, Amira Hass, Sara Roy, Ilan Pappé, Henning Mankell, Noam Chomsky und Adam Horowitz. 

Nach Meinung der Berliner Buchtagemacher bedienen diese »antisemitische Ressentiments«. Die »Gaza-Hilfsflottille« von 2010 habe »die Grenze dessen, was linke Politik bedeutet, nach rechts hin überschritten«. Und: »Wir möchten Publikationen, die sich unkritisch und affirmativ auf diese in jeder Hinsicht katastrophale Aktion beziehen, nicht auf den Linken Buchtagen unterstützen.« Man wolle »antisemitische Positionen« nicht »solidarisch« diskutieren. »Durch die bereitwillige Boykottankündigung einiger Verlage und AutorInnen sehen wir jedoch das Zustandekommen der Buchtage gefährdet.« Man verwehre sich daher nicht länger gegen die Anwesenheit des LAIKA-Verlags. Soviel Konsequenz muß sein.

Fragt sich, warum linke Verlage dem Wächterrat vom Mehringhof durch ihre Buchtagepräsenz weiter ein linkes Mäntelchen verpassen sollen.

Zensur auf den Linken Buchtagen 2012 in Berlin

Donnerstag, Mai 24th, 2012

Während das Szeneblättchen Jungle World, in dem (nicht nur) das Bahamas-Kollektiv oder deren Ehemalige seit Jahren ihren antimuslimischen Rassismus und Antisemitismus Philosemitismus verbreiten, ungehindert an den Linken Buchtagen in Berlin Mitte Juni teilnehmen darf, wird der Laika-Verlag aus Hamburg kurzerhand ausgeschlossen.

Warum? Man maßte sich an, das Buch „Midnight on the Mavi Marmara – The Attack on the Gaza Freedom Flotilla and How It Changed the Course of the Israel/Palestine Conflict“ zu übersetzen und herauszugeben. Autoren dieses Sammelbandes über den Angriff der israelischen Marine auf die sog. Gaza-Flotte sind unter vielen anderen Noam Chomsky, Moshe Zuckermann, Omar Barghouti, Haneen Zoabi, Sara Roy und Norman Finkelstein.

Was für Lügen über den blutigen Überfall der IDF beispielsweise in der Konkret von selbsternannten, auch in der Jungle World schreibenden „Freunden“ Israels wie Alex „Schuld ist nicht der Siedlungsbau, sondern der Judenhass der Araber“ Feuerherdt verbreitet wurden, habe ich schon damals sehr präzise offen gelegt. Aber lediglich lügen reicht wohl nicht mehr aus, um die harten Fakten aus der eigenen Realität zu streichen. Denn um so mehr über die Menschenrechts­verletzungen oder die Geschichte Israels vor allem durch israelische Dissidenten weltweit der Öffentlichkeit bekannt wird, um so weniger schaffen es die Apologeten der herrschenden israelischen Politik diese Belege noch zu leugnen oder zu verschleiern. Wieder einmal bedarf es der Zensur. Man kann nur hoffen, dass sich viele Verlage dem Solidaritätsaufruf des Laika-Verlags anschließen und diese Buchtage zu einer einsamen Farce werden lassen.