Posts Tagged ‘Jungle World’

Wir mögen euch nur, wenn ihr tot seid!

Sonntag, Oktober 7th, 2012

Leute wie Samuel Salzborn oder die Meute von der Jungle World mögen Linke oder Kommunisten jüdischer Herkunft nur, wenn sie unter der Erde liegen. Ansonsten schweigen sie sich über diese aus oder beschimpfen sie auch des öfteren als Antisemiten.

Was viele Siedler denken – Good bye Zweistaatenlösung

Freitag, Juli 27th, 2012

Wer immer noch manchen in der Jungle World oder konkret schreibenden Hetzern glaubt, die im Westjordanland lebenden Siedler würden kein Problem für Frieden und eine Zweistaatenlösung darstellen, sollte ein Gastkommentar von Dani Dayan, dem Vorsitzenden des Siedlerrates, lesen: „Israel’s Settlers Are Here to Stay“New York Times, 25. Juli 2012.

Pinkwashing weissgespült

Donnerstag, Juli 5th, 2012

Nachdem der „IDF-Veteran“ Markus Ströhlein in der Jungle World versuchte, die „Branding Israel“-Kampagne als harmlose Tourismuswerbung auszugeben, haben zwei israelische Genoss_innen eine umfassende Antwort verfasst:

Pinkwashing weissgespült

Oder wie die Jungle World ein erneutes Tief an propagandistischen Journalismus erreicht und die Kritik an Pinkwashing mit plumpen Lügen, bewussten Auslassungen und Manipulation von Fakten zum Verstummen zu bringen will.

Die Diskussion um Pinkwashing ist nun auch in Deutschland angekommen, wie die Anhäufung von Beiträgen und Diskussionen im letzten Monat vermuten lässt. Was aber mit dem Begriff “Pinkwashing” überhaupt gemeint ist und warum verschiedene queere Aktivist_innen Kritik daran üben, bleibt jedoch bei vielen der Auseinandersetzungen unübersichtlich.

Was ist Pinkwashing?

Pinkwashing bezeichnet ein Teil der offiziellen internationalen PR-Kampagne der israelischen Regierung “Brand Israel”, die Israel ein Bild als liberale und westliche Demokratie verpassen soll, um damit die Weltöffentlichkeit von der Realität der Besatzung, Krieg und rassistischer Diskriminierung abzulenken.1 Die Stilisierung von Israel im Ausland, als ein Land in dem Schwule gleichberechtigt wären dient in diesem Zusammenhang nicht der Verbreitung von LGBT-Rechten, sondern hat das Ziel, diese als Vorhang über die gravierende Menschenrechtsverletzung der israelischen Regierung zu hängen, um diese zu vertuschen. Dass diese Kampagne heutzutage von einer rechten und teilweise religiösen Regierung geführt wird, in der viele offen homophobe Mitglieder sind, beweist, wie wenig diese Kampagne tatsächlich mit LGBT-Rechten in Israel zu tun hat. Als ergänzendes Element dazu,werden durch diese Kampagne die umgebenden arabischen Länder als homophob abgestempelt. Damit wird eine angebliche Rückständigkeit der arabischen Welt propagiert und an ein islamophobes und kolonialistisches Gedankengut des Westen angeknüpft, das ebenso als Legitimierungsargument für die aggressiven Besatzungs- und Kriegspolitik von der israelischen Regierung genutzt wird. Interessant dabei ist der Shift in der Art Rechtfertigung kolonialer Unterdrückung. Dienten damals homosexuelle Praxen als Beweis der Rückständigkeit des „Orients“, ist es heute die angebliche inhärente Homophobie der selbigen, die für die gleichen Zwecke benutzt wird.

Der Begriff Pinkwashing kritisiert jedenfalls nicht die Arbeit von LGBT-Organisationen und -Gruppen in Israel, die immer noch gegen eine starke legale und soziale homophobe Diskriminierung zu kämpfen haben, sondern ihre zynische Vereinnahmung durch staatlichen Institutionen. Der Fokus auf Israel in der Kritik von Pinkwashing bedeutet nicht, dass auch in vielen anderen Ländern feministische oder LGBT-Rechtsdiskurse für die Legitimierung von imperialistischen Kriegen oder rassistischer Politik instrumentalisiert werden. Diese allgemeine Tendenz, die unter dem Begriff des Homonationalismus zusammengefasst wird und von verschiedenen feministischen Theoretiker_innen benannt und kritisiert worden ist, kann man als ein allgemein westliches Phänomen bezeichnen.

Auch in Deutschland ist anhand von rassifizierten Diskursen über homophobe Gewalt oder im Bezug auf die internationalen Politik der Bundesregierung zur Rechtfertigung finanziellen und militärischen Interventionen die Erscheinung von Homonationalismus zu beobachten. Israel ist jedoch der erste Staat, der eine PR-Kampagne anhand solcher Argumentation bewusst und organisiert betreibt.

Schreibt nicht über Juden

Mit einem am 28.6.2012 publizierten Artikel “Pretty in Pink” von Markus Ströhlein2, ein Schreiber für die Jungle World wie auch ein ehemaliger Freiwilliger bei dem israelischen Militär3, widmet sich die Jungle World erneut dem Thema Pinkwashing. In dem Artikel wird als Aufhänger der im Rahmen des diesjährigen tCSD (in Englischer Sprache) gehaltene Workshop zweier israelische queeren Aktivist_innen über Homonationalismus im allgemeinen und Pinkwashing im konkreten Falle Israels angegriffen und ein Interview über das Thema mit zwei israelischen schwulen Aktivisten bei dem ARD kritisiert.

Allein der Informationsgehalt des vorherigen Satzes übersteigt vieles an Informationen, die in dem Jungle World-Artikel zu finden sind, denn obwohl Ströhlein auf dem Workshop zugegen war, vergaß er im ganzen Artikel zu benennen, wer den Workshop eigentlich veranstaltetet. Es ist die bewusste Auslassung, das Verschwinden von kritischen israelischen Stimmen, die es Ströhlein ermöglicht, sich nicht mit der inhaltlichen Kritik des Pinkwashing zu beschäftigen und das Thema von vornherein zu delegitimieren. Es erscheint im ganzen Artikel somit, als entspränge die Kritik am Pinkwashing einer deutschen linken Dorfgemeinschaft und kann eigentlich gar nichts anderes sein als „Triebabfuhr“ oder diene nur dem „…Zweck der Selbstvergewisserung und Feindbestimmung“ die, so hofft er, “in den engen Grenzen von Kreuzberg” verbleiben würden.

Wie auch am Anfang des Workshops klargestellt, wurde die Veranstaltung nicht von der Orgagruppe des tCDSs initiiert, sondern ist die Eigeninitiative israelischer Aktivist_innen, die dem Aufruf des tCSD folgten und einen Beitrag zu der besagten Workshopwoche anboten. Die Entscheidung im Workshop auch das Thema Pinkwashing zu behandeln, ist eine Reaktion auf die reichlichen Aktivitäten der israelischen Botschaft auf LTGB-Events in Berlin, wie auch die bewusste Verbreitung von Desinformation über linke Kritik an Pinkwashing innerhalb linken und queeren Zusammenhänge.

Der Vortrag behandelte jedenfalls nicht ausschließlich Israel, sondern beschäftigte sich vielmehr in der ersten Hälfte mit dem Begriff des Homonationalismus. Dabei wurden viele Beispiele aus den USA, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland vorgestellt während Israel fast keine Erwähnung fand. Der zweite Teil des Workshops problematisierte dann die israelische Kampagne des Pinkwashing und versuchte dessen Einbettung in einem internationalen homonationalistischen Diskurs zu verorten.

Ein Schwerpunkt des Workshops und der abschließenden Diskussion, stellte explizit die Bedeutung des Homonationalismus und Pinkwashing im deutschen Kontext heraus.

Die Behauptung Israel sei der einzige Staat der „gebrandmarkt“ werde und deswegen sollte man erst gar nicht das Thema aufgreifen, ist an sich schon fragwürdig, am Beispiel des Workshops schlichtweg falsch. Vorgetragen gegenüber israelischen Aktivisten entbehrt es jedoch jeder ernstzunehmenden Logik.

Das dieses Ausblenden der israelischen Stimme Methode hat, zeigt sich nochmals am Ende des Artikels bei der Darstellung des ARD Radioberichts. Ströhlein tut so, als ob der deutsche Reporter im Bericht über Pinkwashing nur mit einem Organisator der Gaypride diskutiert und die Kritik anscheinend aus einer deutschen Position definiert wird. Was Ströhlein verschweigt ist, dass es in diesem Interview einen israelischen Konterpart gab: Einer der führenden israelischen Gay-Aktivisten und Jurist Aeyel Gross, der die Pinkwashingkampagne scharf kritisiert. Dadurch wird eine offensichtliche Manipulation betrieben, die die kritische innerisraelische Position einfach verschwinden lässt. Ganz zu schweigen von der vorangegangenen Auslassung der ARD, die palästinensische Kritik zu diesem Thema vollständig zu ignorieren.

Oder anders gesagt: Während kritische jüdisch-israelische Stimmen einfach „weggelassen“ werden, werden palästinensische Stimmen gar nicht erst wahrgenommen.

Die „Nicht-Benennung“ und das Verschwinden lassen kritischer israelischer Stimmen ist vor allem als ein gefährlicher Versuch zu werten, ein homogenisiertes Bild der israelischen Gesellschaft zu entwerfen, flankiert von der vorhandenen Tradition weißer Deutscher, linke Migrant_innen aus linken Diskussionen auszuschließen und zu bevormunden.

Der Vollständigkeit halber folgen hier die weiteren Lügen und Manipulationen des Artikels:

Chomsky

Das angeführte Zitat Noam Chomskys, das den palästinensischen Aufruf für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS) gegen den Staat Israel als “globale antisemitische Kampagne” beschreibt, ist falsch. Tatsächlich sind die angebliche Zitaten von Chomsky im einzigen Interview zu BDS, den er 2010 gab, an keiner Stelle zu finden.4. Vielmehr stellt sich Chomsky als Unterstützer von verschiedenen BDS-Aktionen vor, währenddessen er bestimmte Ausdruckformen dieser Taktik ablehnt und kritisiert. Wir können nur davon ausgehen, dass Ströhlein nicht zwischen einer Anmerkung eines pro-israelischen Bloggers, der das Video verlinkt hat, und den tatsächlichen Worten von Noam Chomsky unterscheiden kann.5

Verdrehungen über den Workshop

Die Behauptung von Ströhlein, dass die Kritik an Pinkwashing  auf eine begrenzte Kampagne des Tourismusministeriums basierte, ist eine Verkürzung, die die Kritik an Pinkwashing fundamental verkennt. Es wurde im Gegensatz zu seiner Darstellung auch im besagten Workshop klar herausgestellt, dass es sich nicht bloß um eine schwule Tourismuskampagne, sondern um eine offizielle Regierungs-PR-Kampagne handelt, in der verschiedene Ministerien involviert sind6 und die viel weitreichende Auswirkungen zum Ziel hat als lediglich Tourismus.

Die Unterstellung Ströhleins, es wäre den Referenten nicht gelungen einen Nachweis zu erbringen, dass Israel seine Besatzungspolitik mit einem schwulenfreundlichen Image legitimieren will und dass keine israelische Politiker dies gemacht hätten, ist nicht nachvollziehbar, da genau diese Punkte im Workshop besprochen und vorgestellt wurden. Der Vortrag stützte sich mehrmals auf Zitate von offiziellen Regierungsvertretern wie Premierminister Nethanjahu oder dem israelische Botschafter in den USA wie auch auf Aktionen und Texte von pro-israelischen Lobby-Organisationen in Wort und Bild.7 Die obige Aussage Ströhleins ist somit die komplette Verdrehung von Tatsachen, die vor dem Hintergrund seiner Anwesenheit auf der Veranstaltung einem an Dreistigkeit erschrecken lässt.

Die Anschuldigung, dass die Referent_innen daran scheiterten, „einen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Geschlechter- und Besatzungspolitik aufzuzeigen“ ist erst einmal unverständlich, da die fatalen Auswirkungen der Besatzungspolitik überhaupt nicht das Thema des Vortrags waren. Komisch jedoch wird diesen Satz, da es bei dem einzigen Beispiel im Vortrag über militärischer Unterdrückung um die Erpressung von palästinensischen Schwulen durch den israelische Geheimdienst mit dem Zweck diese als Kolloberature anzuwerben, ging. Dazu wurde ein Interview mit Shaul Gonen von der israelischen LGTB-Organisation Haaguda zitiert, in dem er bestätigt, dass der israelische Geheimdienst “fast jeden schwulen Palästinenser, der festgehalten wird, zu rekrutieren versucht”.8 Noch verblüffender wird seine Behauptung, wenn man weiß, dass die einzige Frage, die Ströhlein während der Diskussion stellte, genau auf die Frage der Erpressbarkeit schwuler Palästinenser abzielte, also genau dem Beispiel im Vortrag der den Zusammenhang zwischen Geschlechter und Besatzungspolitik thematisierte

Und es geht noch weiter

Im vorletzten Abschnitt versäumt er den Fakt zu erwähnen, dass das besagte Facebook-Foto von den händchenhaltenden israelischen Soldaten als gestelltes Foto entlarvt und direkt als Image-Gag für’s Ausland geplant und konzipiert wurde (zudem tauchte es nur auf der englischen Facebook-Seite der IDF auf).9 Interessant und in dieser Hinsicht zu bemerken ist, dass dieses Jahr die positive Thematisierung von LGTBs im hebräischsprachigen Soldatenmagazin “Bamachane” durch Druck des Militärrabbiners untersagt wurde.10

Zum Schluss unterstellt Ströhlein noch einigen LGTB-Organisationen aus Seattle, dass sie eine israelische LGTB-Jugendorganisation boykottiert hätten, nur weil sie Israelis seien.

Es waren erstens nicht nur eine Jugendorganisation und er verschweigt, dass die Veranstaltungsreise der drei israelischen LGTB-Organisationen in die USA offiziell durch die israelischen Botschaft organisiert und unterstützt wurde. Der Grund der Absage aufgrund der institutionellen Verbindungen war eindeutig politisch motiviert wie auch die Unterstützungserklärung der Organisation „Jewish Voice for Peace“ klarstellte.11

Man kann nur spekulieren warum sich Markus Ströhlein sich zu solch einer Aneinanderreihung von Fehlinformationen und bewussten Auslassungen bis zur dreisten Lüge entscheidet. Es ist jedoch klar, dass der Artikel nicht als Diskussionsbeitrag zum Thema „Pinkwashing“ gedacht ist, sondern darauf abzielt jegliche Diskussion darüber abzuwürgen.

Dass die Kritik an Homonationalismus, d.h eine weitere Erscheinungsform vom Nationalismus, die auch in Deutschland Fuss fasst, innerhalb einer sich nennenden linken Zeitung verschwiegen und ignoriert wird, ist bedauernswert. Vor allem, da die postkolonialen und anti-rassistischen Ansätzen, die der Kritik von Homonationalismus und Pinkwashing zugrunde gelegt sind, in unseren Augen eine dringliche Notwendigkeit in Deutschland besitzen. Leider müssen wir beobachten, wie “linke” oder “antinationale” Deutsche bevorzugen, nicht-deutsche Aktivist_innen zu attackieren und zu diffamieren, anstatt sich mit ihrem eigenen Rassismus und kolonialen und homonormativen Maßstäben auseinanderzusetzen, die gerade im Bezug im Diskurs um LGTB-Rechte sehr klar zum Ausdruck kommen.

Dass so ein Artikel in der Jungle World publiziert wird, ist traurigerweise keine grosse Überraschung. Es ist eine bekannte Tatsache, dass viele der tätigen Schreiber_innen der Zeitung auch für rassistische Publikationen wie die Bahamas oder die Springerpresse schreiben. Auch das Verschwinden lassen kritischer israelischen Stimmen ist keine Novum dieser Zeitung, wenn man sich ihre intensiven (wenn nicht zu sagen obsessiven) Berichterstattung zu Israel ansieht. Obwohl fast jede Woche ein Artikel über das Land erscheint, lässt die “linke” „pluralistische“ Zeitung fast nie linken israelischen Stimmen zu Wort zu kommen, von der subalternen palästinensischen Linken ganz zu schweigen.

Zu gerne pflegt man die Bilder von den „Anderen“, den stummen Opfern (entsprungen einer archaischen kolonialen Phantasie), die man befreien will oder auf dessen Rücken man politische Kämpfe ausführt. Wenn diese jedoch selber ihren Mund aufmachen, seien es muslimische Feminist_innen oder palästinensische und israelische Queeraktivist_innen, zerstört das die Projektion und sie werden ignoriert, ausgebuht oder diffamiert. Das zum Schweigen bringen der Kritik an Pinkwashing bedient sich nicht zufällig den gleichen Mechanismen wie das Pinkwashing selbst: es instrumentalisiert und spricht über die Köpfe der eigentlichen Betroffenen hinweg und suggeriert, dass LGBT-Rechte vom allgemeinen Menschenrechtskonzept getrennt voneinander behandelt werden können.

Wir kennen viel zu gut die rechtspopulistischen Propagandamaschine, die Gay Rights, Frauenrechte und die “Selbstverteidigung Israels” auf ihre Fahnen schreiben. Es wird Zeit, dass solche paternalistische und nationalistische Argumentation nicht mehr in linken Kontexten toleriert wird. Militärische Interventionen, Besatzung und Rassismus befreien keine_n von uns!

Yossi und Liad

(Zwei in Berlin lebende israelische Queers, die den Workshop durchgeführt haben.)

Für weitere Information über Pinkwashing und und der Widerstand dagegen empfehlen wir die folgenden Websites:
http://www.pinkwatchingisrael.com/
http://www.alqaws.org/
http://www.aswatgroup.org/
http://www.pqbds.com/

  1. Für mehr Information über die Kampagne “Brand Israel” und Pinkwashing http://mondoweiss.net/2011/11/a-documentary-guide-to-brand-israel-and-the-art-of-pinkwashing.html []
  2.   http://jungle-world.com/artikel/2012/26/45739.html []
  3. http://www.hagalil.com/archiv/2004/12/sarel.htm []
  4. http://www.youtube.com/watch?v=H5hY-gffV0M []
  5. Wir gehen davon aus, dass er das “Zitat‘ auf diesem Blog gefunden hat: http://webdiary.com.au/cms/?q=node/3205&page=1 []
  6. Vor allem ist es das Außenministerium und das Ministerium für “Public Diplomocy and Diaspora affairs” []
  7. Einige Beispiel, die im Vortrag vorgestellt wurden:
    Netanyahu’s Rede vor AIPAC am 24.5.2011 http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/Speeches+by+Israeli+leaders/2011/Speech_PM_Netanyahu_US_Congress_24-May-2011.htm
    Die Rede von Michael Oren, der israelische Botschaftler in den USA am 5.5.2012 http://www.israelemb.org/index.php/en/component/content/article/656-remarks-by-ambassador-michael-oren-to-the-equality-forum-on-lgbt-rights
    Eine Wandgemälde in New York, das die zionistische Organisation Birthright Israel im Auftrag gab: http://foreignpolicyblogs.com/2012/05/15/gay-couples-courted-middle-east-stance-mural/
    Flyers der zionistischen Organisation “Stand with us” http://www.standwithus.com/FLYERS/?type=focus&wc=23 []
  8. http://www.haaretz.com/news/national/shin-bet-inquiry-did-the-israeli-slip-his-gay-palestinian-lover-into-the-country-illegally.premium-1.432857 []
  9. http://www.guardian.co.uk/world/2012/jun/13/israeli-military-gay-pride-photo []
  10. http://www.haaretz.com/print-edition/news/idf-cracks-down-on-army-weekly-after-article-featuring-soldiers-in-drag-1.419610 []
  11. Siehe dazu die Presseerklärung von der Seattle Chapter der Jewish Voice for Peace http://www.usacbi.org/2012/03/seattle-lgbt-commission-cancels-pinkwashing-event-sponsored-by-israeli-consulate-events-in-olympia-and-tacoma-also-canceled/ []

Zensur auf den Linken Buchtagen 2012 in Berlin

Donnerstag, Mai 24th, 2012

Während das Szeneblättchen Jungle World, in dem (nicht nur) das Bahamas-Kollektiv oder deren Ehemalige seit Jahren ihren antimuslimischen Rassismus und Antisemitismus Philosemitismus verbreiten, ungehindert an den Linken Buchtagen in Berlin Mitte Juni teilnehmen darf, wird der Laika-Verlag aus Hamburg kurzerhand ausgeschlossen.

Warum? Man maßte sich an, das Buch „Midnight on the Mavi Marmara – The Attack on the Gaza Freedom Flotilla and How It Changed the Course of the Israel/Palestine Conflict“ zu übersetzen und herauszugeben. Autoren dieses Sammelbandes über den Angriff der israelischen Marine auf die sog. Gaza-Flotte sind unter vielen anderen Noam Chomsky, Moshe Zuckermann, Omar Barghouti, Haneen Zoabi, Sara Roy und Norman Finkelstein.

Was für Lügen über den blutigen Überfall der IDF beispielsweise in der Konkret von selbsternannten, auch in der Jungle World schreibenden „Freunden“ Israels wie Alex „Schuld ist nicht der Siedlungsbau, sondern der Judenhass der Araber“ Feuerherdt verbreitet wurden, habe ich schon damals sehr präzise offen gelegt. Aber lediglich lügen reicht wohl nicht mehr aus, um die harten Fakten aus der eigenen Realität zu streichen. Denn um so mehr über die Menschenrechts­verletzungen oder die Geschichte Israels vor allem durch israelische Dissidenten weltweit der Öffentlichkeit bekannt wird, um so weniger schaffen es die Apologeten der herrschenden israelischen Politik diese Belege noch zu leugnen oder zu verschleiern. Wieder einmal bedarf es der Zensur. Man kann nur hoffen, dass sich viele Verlage dem Solidaritätsaufruf des Laika-Verlags anschließen und diese Buchtage zu einer einsamen Farce werden lassen.

Sören Pünjer (Redaktion Bahamas) und seine Freunde von der Defence League

Mittwoch, Januar 4th, 2012

Sören Pünjer, unser Lieblingsredakteur der eng mit der Jungle World verknüpften Bahamas, fröhnt ja vielen Hobbys. Manchmal trifft er sich auf ostdeutschen Raststätten oder Feldwegen mit einer Gruppe von Hooligans, viele mit lupenreiner nationalsozialistischer Gesinnung, um sich einen „fairen Fight“ mit einer anderen Gruppe Hooligans, unter denen sich ebenfalls nicht wenige lupenreine Nazis befinden, zu liefern. Das nennt man in manchen Kreisen dann „sportlichen Wettkampf“.

An anderen Tagen geht er zum Beispiel in der Jerusalemgemeinde zu Berlin seinem weiteren Hobby nach: Kommunisten oder Antifaschisten verschiedenster Provenienz als Antisemiten oder auch wahlweise als Nazis zu beschimpfen und sich als großen Kämpfer gegen den (leider nicht zu knapp existierenden) Antisemitismus aufzuspielen.

Ansonsten, so hört man, steht Pünjer auch gerne mal in Berlin in einschlägigen Szenekneipen oder „Festsälen“ an der Tür oder auch als zweite Wahl am DJ-Pult.

Sein neustes Hobby: Rechtsextreme verharmlosen. Warum? Beide teilen eine Vorliebe für Fußball, die Dritte Halbzeit und:

Die "Antifaschisten" ...

Da ist es auch ganz egal, dass es sich bei der English Defence League sicherlich nicht um lediglich ein paar „patriotisch Fußballfans“ handelt, wie Pünjer uns vor einem Jahr in einem seiner  Artikel in der Bahamas weismachen wollte1.

Wenn es gegen Muselmänner und für Israel geht, dann sieht man auch über solche Unschicklichkeiten gerne mal hinweg:2

...der "English Defence League".

Ein EDL-Unterstützer zeigt den Hitlergruß (Leeds, 2009)

Reiner Zufall?

Oder nur eine ärgerliche "Ausnahme"?

Der walisische Ableger der EDL

Wie es zu einer solchen Kehrtwende innerhalb des sog. antideutschen Lagers kommen konnt, erklärt uns Gerhard Hanloser teilweise in seinem Skript zu einer Veranstaltung im Dezember letzten Jahres in Berlin: „Anti?deutschland 2011“

 

  1. Urkomisch ist die Beweisführung von Pünjer schon. Man wird erinnert an das Aufzählen von jüdischen Kommunisten und anderer Linker durch Gegner der israelischen Politik. []
  2. Ich will betonen, dass sich die Kritik an der EDL nicht darauf beschränkt, dass sich dort viele Nazis tummeln.  Auch ohne Nazis in ihren Reihen handelt es sich bei der EDL um einen Haufen gewaltbereiter, rechtsextremer, rassistischer Nationalisten. Es braucht da sicherlich nicht erst eines Hitlergrußes. []

„Wir haben mit der Bahamas nichts zu tun“

Mittwoch, Dezember 21st, 2011

Sobald man die persönlichen, publizistischen oder politischen Verbindung in der „antideutschen Szene“ aufgreift und den offenen Rassismus und Bellizismus kritisiert, wehrt sich die andere Seite, indem sie (unter anderem) behauptet, Positionen der Zeitschrift Bahamas und ihrer Redakteure (oder anderer ihr näher stehender oder gleichkommender Gruppen, Publikationen oder Einzelpersonen) hätten keine Bedeutung, denn diese wäre isoliert. Dass das genaue Gegenteil zutreffend ist, fasst ein Kommentar aus einer Diskussion bei rhizom kurz und knapp zusammen:

„Seit wievielen Jahren wird jetzt eigentlich behauptet, die Bahamas spiele politisch keine Rolle mehr? Die Zeitung, in der nach der Bahamas die mit Abstand meisten Bahamas-Redakteure regelmäßig schreiben, ist die Jungle World, die in fast jeder szenelinken WG, jedem Infoladen, jeder Buchhandlung herumliegt. Krug, Scheit, Dahlmann, Osten-Sacken, Grigat, Feuerherdt, Nachtmann, Lenhard, Maul, Gerber, Worm … – alle dürfen sie darin schreiben. Auszüge aus Mauls und Lenhards Büchern wurden darin vorveröffentlicht. Sieht so politische Irrelevanz aus? Die Bahamas allein wäre wirklich kaum ein Problem. Aber es ist schlichtweg gelogen, dass ihre Autoren keine publizistische Reichweite hätten.“

Israelische Proteste „antisemitisch“?

Samstag, August 13th, 2011

Bei den anhaltenden riesigen Massenprotesten in Israel fragt man sich doch, warum denn keiner in der Jungle World oder konkret (wer weiß, was uns die nächste Ausgabe bringt?) oder auf irgendwelchen Blogs losschreit, dass die Demonstranten doch verkürzte Kapitalismuskritik üben und damit der Charakter dieser Proteste eindeutig antisemitisch ist:

Das Schild auf der rechten Seite sagt: "Netanjahus schweinischer Kapitalismus kommt uns teuer zu stehen!" (Photo: Dahlia Scheindlin)

Ach hübsch: Tentifada 2011.

Und ein Appell an die Reichen:

"Onkel Toms Zelt: Soziale Gerechtigkeit. Einfach Steuern zahlen."

Selbst eine Guillotine für die Elite gibt es jetzt schon.

Jungle World: Man muss Broder dankbar sein!

Sonntag, August 7th, 2011

Floris Biskamp schreibt in der Junge World über legitime Judentumkritik … äh…Islamkritik und Ressentiment und stellt ganz unschuldig fest, man müsse :

[…] Broder für vieles, was er schreibt, und dafür, wie er es schreibt, dankbar sein (sic!) […], auch wenn er reale Probleme im Islam benennt und verklärende Islambilder zu Recht kritisiert, weckt er bisweilen doch auch irrationale Ängste. […] Aus seinen Texten spricht sowohl emanzipatorische Kritik (sic!) als auch ein gewisses Ressentiment.

Und für was genau soll man dem Rassisten, Nationalisten und Sexisten Henryk M. Broder jetzt dankbar sein? Da bitte ich doch mal um Aufklärung (haha).

 

 

Nachtrag zur israelischen PR-Offensive

Donnerstag, Juli 28th, 2011

Da war das israelische Außenministerium aber sehr einfallslos. Wie Mondoweiss berichtet, ist das Video über das Westjordanland 1:1 aus dem Video des rechten Siedlerrats übernommen. Shlomo Blass, der selbe Filmemacher, der zusammen mit der bei der JP schreibenden Caroline Glick das widerlichen Video „We con the world“, was sich über die Toten und Verletzten auf der Mavi Marmara lustig machte, produzierte – und mit dem sich die beiden damals in die Herzen junger deutscher Szenelinker emporhoben – hat auch diese beiden fast identischen Videos produziert. Darum auch noch mal gleich das zweite zum direkten Vergleich:

Und um Beckerman im Forward auf hier zu beziehen: Ist denn keiner von euch Jungle World- und konkret-Lesern oder Fans von Leuten wie Schulz oder Feuerherdt auch nur im mindesten beunruhigt? Wirklich so einfach mal gar nicht?

Warum gibt es eigentlich Checkpoints im Westjordanland?

Freitag, März 4th, 2011

Stephan Grigat, bekannt dafür, dass er Israel für zu liberal hält, zeigt in der aktuellen Jungle World 9/11 ganz viel Verständnis für die rassistische und nationalistische Politik der rechts-rechtsextremen Regierung unter Netanjahu. Während Israel den Wehretat erhöht, im eigenen Staatsgebiet und im Westjordanland Beduinendörfer abreißen und friedliche Proteste niederschlagen lässt, weitere Bauprojekte in Ostjerusalem genehmigt, im Zuge der sich immer mehr zuspitzenden Diskriminierung israelischer Palästinenser darüber diskutiert, mal eben Arabisch als Amtssprache abzuschaffen und selbst hart gesottenen Diplomaten die Sache langsam zu heftig wird1, macht sich Grigat natürlich nur Sorgen um die „Sicherheit“ der führenden Regionalmacht des Nahen Ostens. Was dieser Nationalismus sowohl auf eigener als auch auf der anderen Seite so anrichtet, ist diesem ignoranten Apologeten nicht ein Wort wert. Und während man sich fragt, warum Grigat gerade die israelischen Toten der für beide Seiten blutigen zweiten Intifada bemüht und  dabei einfach mal vergisst, dass drei mal so viele Palästinenser ums Leben kamen, anstatt einmal auf die Entwicklung der letzten Jahre zu blicken2, stellt er ganz nebenbei auch noch unschuldig fest:

Man fordert Israel auf, die Gelegenheit zu nutzen und endlich »Checkpoints und Belagerung« zu beenden, ohne überhaupt noch zu erwähnen, warum diese Checkpoints in der Westbank existieren.

Ja, warum existieren die Checkpoints in der Westbank denn, Herr Grigat? Warum geben sie uns denn nicht gleich die Antwort? Dienen sie vielleicht dem Landraub und dessen Verankerung, der Unterdrückung und Schikane, der Verhinderung einer prosperierenden Ökonomie oder dazu, den anhaltenden Siedlungsausbau und damit den jüdischen Bevölkerungstransfer in die besetzten Gebiete abzusichern? Oder allem zugleich? Nein? Wozu denn dann? Etwa nur der „Sicherheit“ Israels?

Um die Sache aber rund zu machen, offenbart Grigat auch noch anschaulich, worum es Leuten wie ihm eigentlich geht, wenn er sich für die iranische Opposition einsetzt:

Dabei wäre sein [Ahmadinedschads; Anm. Schmok] Sturz eine gute, wenn auch sicher nicht hinreichende Versicherung, dass der arabische Frühling nicht zu einer Intifada gegen Israel verkommt […]

Dies zeigt umso mehr, dass sich die in Deutschland lebenden oppositionellen Iraner fernhalten sollten von so verkommenen Typen wie Grigat und Konsorten. Denn Leute wie er unterstützen den Kampf gegen repressive Regime immer nur, wenn es ihrer Projektionsfläche dient. Andernfalls ist ihnen ein Regime, das nicht nur Linke und Kommunisten unterdrückt, wie das Mubaraks oder jenes der Sauds sehr willkommen, wenn es bloß den gleichen Zweck erfüllt: Israel die Stange zu halten. Kotzt so ein widerlicher nationalistischer, rassistischer und auch antisemitischer Dreck eigentlich keinen der Käufer des Berliner Schmierblatts an?

  1. Das ist nur eine kleine Auswahl der vielen Vorfälle, die täglich in Israel und in den besetzten Gebieten stattfinden. Es lohnt sich öfters einen Blick auf http://theheadlines.org zu werfen []
  2. Und dabei fehlen 1400 Tote während der Operation „Gegossenes Blei“ []