Posts Tagged ‘Gaza’

Eine Werbung und ihre Antworten

Mittwoch, August 15th, 2012

Eine Werbung

Bahnhof Chappaqua Metro-North, New York, 10. Juli 2012.

…und ihre Antworten:

Metro-North, New York

Werbung auf einem Bus in San Francisco

Was sollte man auch anderes antworten können, wenn Rechtfertigen nicht möglich ist.

Vertreibung seit 1967

Dienstag, Juni 12th, 2012

So kann man Jerusalem und den Rest des Westjordanlandes auch „palästinenserrein“ machen:

Israel stripped more than 100,000 residents of Gaza and some 140,000 residents of the West Bank of their residency rights during the 27 years between its conquest of the territories in 1967 and the establishment of the Palestinian Authority in 1994. As a result, close to 250,000 Palestinians who left the territories were barred from ever returning.1

 

 

  1. „Israel admits it revoked residency rights of a quarter million Palestinians“ – Haaretz, 12. Juni 2012 (nur für Online-Abbonenten, den ganzen Artikel gibt es aber hier: http://dilipsimeon.blogspot.de/2012/06/israel-admits-it-revoked-residency.html) []

Norman Finkelstein über den letzten UN-Bericht

Dienstag, Oktober 4th, 2011

Der letzte Bericht der UN über den Angriff der israelischen Armee auf die Gaza-Flotte, der die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel hat kollabieren lassen, spricht zwar über die 22 durch Mörser- und Raketen getöteten Israelis, aber mit keinem Wort werden die über 2500 Toten Palästinenser, die während des gleichen Zeitraumes durch die IDF getötet wurden, erwähnt. Norman Finkelstein, dessen inzwischen überarbeitetes Buch “This time we went too far – Truth and consequences of the Gaza invasion“  in seiner ersten Auflage auch auf Deutsch erschinen ist, kommentiert den unter anderem mit Hilfe des kolumbianischen Gewerkschafterfreundes Uribe erstellten Bericht:

Zur politischen Lage in den besetzten Gebieten

Sonntag, Mai 29th, 2011

Einer der wenigen guten Beiträge der letzten Wochen zur Lage im Westjordanland und in Gaza: „Die palästinensische Harmonie-Revolte“Le Monde diplomatique/taz, 29.5.2011

Vorabdruck „Israels Invasion in Gaza“

Dienstag, März 1st, 2011

Finkelsteins Buch „This time we went too far“ über den Angriff Israels auf Gaza wird in den nächsten Wochen auch auf Deutsch unter dem Titel „Israels Invasion in Gaza“ erscheinen. junge welt bringt einen Vorabdruck: „Dem Erdboden gleich“ – junge welt, 1. März 2011

Finkelstein: Angriff auf Gaza, die Freedom Flotilla und der Friedensprozess

Mittwoch, Februar 9th, 2011

Norman Finkelstein an der University of Pennsylvania (25.1.2011)

Genau dies ist der Grund, warum Gruppen wie BAK Shalom Vorträge von Finkelstein verhindern wollen. Das Publikum ist zwar nicht allzu sehr freundlich gesonnen. Man hört am Applaus, dass nicht nur irgendwelche pro-palästinensischen Aktivisten Finkelstein abfeiern, sondern dass hier viele Leute sitzen, die sich durchaus als pro-israelisch verstehen. Sie scheuen aber nicht die Diskussion. Finkelstein geht in seinem Vortrag folgende Fragen bzw. Punkte durch:

I. Gaza

a) Die Gaza-Blockade (Teil 1)

b) Warum hat Israel Gaza angegriffen? (Teil 1)

c) Wer brach den Waffenstillstand? (Teil 1)

d) Benutzte Israel bei dem Angriff Phosphorgranaten in zivilen Gebieten? (Teil 2)

e) Kann man den Angriff einen Krieg nennen oder war es ein Massaker? (Teil 2)

f) Hat Hamas Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzt? (Ende Teil 2)

g) Zerstörung ziviler Einrichtungen (Teil 3)

II. Die Gaza-Flotte

a) Die Ziele und Gründe der Gaza-Flotte (Teil 3)

b) Waffenembargo und Menschenrechte (Teil 3)

c) Der Angriff auf die Marvi Marmara  (Teil 4)

d) Der Turkel-Report (Teil 4)

III. Diskussion

a) Was nun? (Teil 5)

b) Warum will die arabische Welt nicht in Frieden mit Israel leben? (Teil 5)

c) Die jährliche UN-Resolution zum Friedensprozess (Teil 5)

d) Die Arabische Liga und die saudische Friedensofferte (Teil 5)

e) Die Islamische Weltliga und der Friedensprozess (Teil 6)

f) Die PA und die Palestine Papers (Teil 6)

g) Hamas und die Grenze von 1967 (Teil 6)

h) Der Abzug Israels aus Gaza 2005 (Teil 6)

i) Israels Vermeidung von zivilen Opfern (Teil 6)

j) „No safe place“ (Teil 7)

junge welt zu den ‚Palestine Papers‘

Dienstag, Februar 1st, 2011

Knut Mellenthin zeigt in seinem zumindest auf den ersten Blick hervorragend recherchierten Artikel (I like Footnotes) die Hintergründe der abgebrochenen Friedensverhandlungen, der „Palestine Papers“ und ob der Vorwurf der PA, die Veröffentlichung wäre eine Kampagne gegen sie, nicht teilweise gerechtfertigt sei: „Aussichtslose Verhandlungen“junge welt, 1. Februar 2011

Der Zentralrat macht sich Sorgen um Mubarak

Sonntag, Januar 30th, 2011

Auf Handelsblatt.com warnt Charlotte Knoblochs Nachfolger Dieter Graumann davor, dass Ägypten ins Chaos verfällt und darum Israels „Sicherheit“ gefährdet sei. Das würde mir natürlich auch gleich als erstes einfallen, wenn tausende von Menschen gegen ein repressives, Jahrzehnte altes Regime aufbegehren. Die Situation in Ägypten zeige zudem, dass Israel als einzige Demokratie Stabilität für die Region bedeuten würde:

Angesichts der immer heftiger werdenden Proteste in Ägypten warnt denn auch der Zentralrat der Juden in Deutschland vor möglichen Konsequenzen für die Sicherheit Israels. „Generell vergrößern neue Instabilitäten in der Region die Risiken“, sagte der Präsident des Zentralrats, Dieter Graumann, Handelsblatt Online. Eine neue Hisbollah-Regierung im Libanon, der blutige Dauerkampf zwischen Hamas und Fatah, das sei schon schwierig genug. „Und Ägypten in Aufruhr – eine neue Unsicherheit.“ Um so mehr sei zu würdigen, „dass Israel eine stabile Oase der Demokratie in der Region ist“, so Graumann.1

Will heißen: Die Diktatoren in den Nachbarländern passen der rechten Regierung in Israel und anscheinend auch dem Präsidenten des Zentralrats besser, weil sie beim Siedlungsbau, bei der Annexion und Besatzung nicht so störend sind bzw. die gleichen Interessen verfolgen. Zum Beispiel indem sie Gaza abriegeln (Ägypten), den Flüchtlinge elementare Rechte vorenthalten (Libanon) oder die Mehrheit der Bevölkerung in Schach halten (Jordanien). Diese Staaten mit ihren mehr oder minder brutalen Regime haben ebenfalls ein Interesse an der Aufrechterhaltung der Situation im Westjordanland und Gaza, weil sie damit immer von der eigenen Repression ablenken können. Ägypten, Jordanien und (ja, auch) der Libanon ergänzten sich bisher ausgezeichnet mit Israel, wenn es darum ging Palästinenser unmittelbar oder mittelbar nieder zu halten.
(mehr …)

  1. „Ägypten-Unruhen stürzen Obama in ein Dilemma“Handelsblatt.com, 28. Januar 2011 []

Weiss über den Aufbruch des amerikanisch-jüdischen Mainstreams

Dienstag, Januar 11th, 2011

Manch einer könnte behaupten, Weiss würde sehr übertreiben, wenn er den Wandel innerhalb des amerikanischen Judentums in Bezug auf Besatzung, Rassismus und Siedlungsbau dermaßen positiv zeichnet. Dennoch sind die zunehmenden kritischen Stimmen bemerkenswert: „The lobby has been broken because… Israel isn’t good for the Jews“ – Mondoweiss, 10. Januar 2011

‚Gaza Youth‘ antwortet auf Kritik und falsche Liebe

Donnerstag, Januar 6th, 2011

Vor einigen Tagen veröffentlichte unter anderen Radio Chiflado das „Gaza Jugend Manifest für den Wandel!!“. Inzwischen hat selbst die taz nachgezogen. Das Manifest erregte inter­nationale Aufmerksamkeit, auch der Guardian berichtete darüber. Neben plötzlicher erweckter Liebe von Leuten, die sich sonst einen Dreck um das Leben von Palästinensern scheren, hagelte es vor allem auch von arabischer und muslimischer Seite Kritik. Darauf antwortet die ‚Gaza Youth‘ nun unmiss­verständlich:

Entstellt nicht unsere Rede!

Viele arabische/muslimische Aktivisten lehnen unsere Bewegung ab und betrachten uns als einen zionistischen Apparat, weil wir in dem Manifest – unter anderem – die Hamas angeprangert haben. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, welche Abkürzungen der Verstand der Menschen nehmen kann und wie gut sie dabei sind zu verurteilen ohne auch nur den Versuch zu verstehen. Wir möchten alle an unser Ziel erinnern: Ja, wir sind frustriert und dessen müde, unterdrückt, getötet, gedemütigt und sogar noch davon abgehalten zu werden, das Land zu verlassen, um woanders zu studieren; ja, wir verurteilen die uns regierenden politischen Parteien, weil sie bei nichts geholfen haben, aber wir verurteilen sie ALLE, nicht nur die Hamas. Wir sind des Status quo MÜDE, von allen Seiten. Die politische Parteien hatten alle Zeit und Chancen, UM DIE WENDE ZU VOLLBRINGEN, aber wir haben davon noch nichts gesehen.

Wir sind NICHT für einen Staatsstreich, um es klar zu sagen. Wir sind junge Leute, die für die MENSCHEN arbeiten wollen, wir prangern das Elend an, in dem wir leben, wir verurteilen ihre Spalterei und lehnen ihren Kampf ab, weil sie uns nicht helfen. Aber mehr als Fatah und Hamas, die Palästinenser wie wir bleiben, verurteilen wir VOR ALLEM den Besatzer und seine Marionette, die Internationale Gemeinschaft, die Tag für Tag in ihrer Pflicht scheitert, Sanktionen gegen „Israel“ zu verhängen.

Unsere Anhänger, Leser und diejenigen, die uns bisher nicht unterstützen, sollten DIESE Botschaft im Gedächnis behalten: Wir haben EINEN Feind, den zionistischen Besatzer. Hoffentlich wird diese Aufforderung unsere politischen Führer aufrütteln, sie wecken und daran erinnern, dass sie für uns verantwortlich sind! Hoffentlich werden sie erkennen, dass das, was wir wollen, die EINHEIT und NICHT NOCH MEHR SPALTUNG ist, weil es die Auswirkungen des israelischen Terrorismus auf unser Leben noch schlimmer macht.

Unser Aufruf ist ein Aufruf zur SOLIDARITÄT, eine Aufforderung zur FRIEDLICHEN AKTION, wir strecken unsere Hände aus und warten auf EUCH, um die Bindung zu vervollständigen. Helft uns, nach einer besseren Lösung zu suchen, HELFT UNS, ES ZU SCHAFFEN!

Und bitte beachtet dabei: dem GYBO-Team [Gaza Youth Breaks Out; Schmok] ist untersagt worden, etwas auf der Facebook-Seite zu posten; wir möchten, dass ihr sie aufruft und die Seite mit eurer Liebe zu Palästina überflutet, so dass diejenigen, die unsere Botschaft fehlinterpretieren, Abschied von uns nehmen können.

Liebe und Respekt aus Gaza

– Abu Yazan

(Eigene Übersetzung des Originaltextes „Don’t distort our Speech!“)