Posts Tagged ‘Freedom Flotilla’

MondoPrinte: Israels Gaza-Politik ist gescheitert

Samstag, Juli 3rd, 2010

MondoPrinte über Gaza,  Parteinahme und schwimmende Hilfscontainer : „Israels Gaza-Politik ist gescheitert. Da können Gessler und Memri schreiben, was sie wollen!„, 02.07.2010.

Gaza: Der böse, böse Nachbar

Donnerstag, Juni 17th, 2010

Der ehemalige Delegierte der jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holsteins im Zentralrats-Direktorium Rolf Verleger schrieb vor mehr als einem Jahr einen Artikel, der darlegen sollte, was von dem Argument zu halten sei, dass der israelische Staat sich lediglich gegen eine Bedrohung durch die Hamas wehre, wenn er auf den Kassamraketenbeschuss mit einem Massaker reagiere. Gleiche Argumente wurden auch nach dem Blutbad gegen die Aktivisten der „Freedom Flotilla“ in Anschlag gebracht. Darum hat dieser Text im Großen und Ganzen nichts an Aktualität verloren:

Gaza: Der böse, böse Nachbar

Von ROLF VERLEGER, 5. Januar 2009

Was würden Sie tun – so schrieb am 31.12. [2008, Anm. Schmok] die israelische Geschichtswissenschaftlerin Prof. Fania Oz-Salzberger in der FAZ – wenn Ihr Nachbar immerzu Steine und Molotowcocktails auf Ihre Wohnung wirft? Würden Sie nicht irgendwann zum Gewehr greifen, um diesem Treiben ein Ende zu machen? Und wenn sich der Nachbar mit seinen Kindern umgibt, damit Sie ihn nicht treffen, würden Sie dann nicht irgendwann ein Gewehr mit Zielfernrohr nehmen?
Just so wie dieser Nachbar verhalte sich die Hamas in Gaza, wenn sie israelische Städte mit ihren Sprengstoffraketen beschieße. Daher sei der jetzige Krieg Israels gegen Gaza ein gerechter Krieg.

Ich bin Frau Oz-Salzberger für dieses Beispiel mit dem Nachbarn sehr dankbar. Denn daran kann man vieles anschaulich klarmachen. Nennen wir der Einfachheit halber Sie und Ihre vom bösen Nachbarn so gemein terrorisierte Familie die Hausbesitzer und betrachten nun die merkwürdigen Verhältnisse im Wohnblock. Die Nachbarswohnung ist Gaza.

1) Sie haben vor drei Jahren dem Nachbarn die Schlüssel abgenommen

Ohne Ihre Zustimmung als Hausbesitzer darf die Nachbarsfamilie nicht aus ihrer Wohnung heraus, weder zum Arbeiten noch zum Studieren noch zum Verreisen noch zum Einkaufen. Ohne Ihre Zustimmung als Hausbesitzer bekommt der Nachbar keine Post, nichts zu essen, keinen Strom, kein Gas und keinen Besuch: Die Wohnung ist abgeschlossen, Sie als Hausbesitzer haben den Schlüssel, und der böse, böse Nachbar ist eingeschlossen. Und zwar seit 2006, seit fast drei Jahren.
Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

Der Fehler des bösen, bösen Nachbarn und seiner Freunde im anderen Wohnblock: Diese Leute haben die falsche Partei gewählt.

Dabei waren Sie doch so nett zu dem Nachbarn gewesen, dass Sie vor vier Jahren, 2005, freiwillig von seinem Balkon mit Seeblick ausgezogen waren, den Sie ihm mal früher abgenommen hatten. Allerdings eines Blickes oder Wortes gewürdigt hatten Sie diesen Typen bei Ihrem Auszug natürlich auch nicht. Und die Balkonmöbel haben Sie demoliert. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir mit unseren Nachbarn reden würden?
Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut. (mehr …)

Düstere Tage für sephardische und arabische Israelis

Donnerstag, Juni 17th, 2010

In Jerusalem wollen 20.000 Orthodoxe für die Trennung von Ashkenazim und Mizrahim (auch Sephardim genannt) beim religiösen Unterricht demonstrieren. „Jerusalem police gird for 20,000-strong ultra-Orthodox protest“ – Haaretz, 17.06.2010;

Patrick Martin schreibt über die arabische Knessetabgeordnete und „Verräterin“ Hanin Zoaby. „Arab Israeli the most hated person in Israel“ – The Globe and Mail, 13.06.2010

Israels Mittelfinger an die Welt

Mittwoch, Juni 16th, 2010

Die Regierung Israels zeigt der Welt den Mittelfinger und setzt zum Blutbad auf den Schiffen der sog. „Solidaritätsflotte“ eine eigene Untersuchungskommission bestehend aus greisen konservativen Richtern, einem ehemaligen General und zwei auswärtigen Freunden ohne Stimmrecht ein. Soldaten sollen dabei nicht angehört werden.  „The public has a right to know“ – Haaretz , 13.6.2010.

Neues einstündiges Video über den Angriff auf die Mavi Marmara veröffentlicht

Samstag, Juni 12th, 2010

Ein weiteres Puzzelstück über die angebliche Notwehr der IDF während des Blutbads auf dem unter türkischer Flagge fahrenden Passagierschiff Mavi Marmara der sog. „Freedom Flotilla“.  Die Filmemacherin und Regisseurin Iara Lee und ihr Kamermann von Cultures of Resistance schafften es ein einstündiges Video vor der Beschlagnahme durch die IDF zu retten. Als sich die israelische Marine näherte, änderte das Schiff die Route, weg von Gaza in Richtung Norden,  um einen Zusammenstoß in der Nacht zu vermeiden. Iara Lee gab Amy Goodman gestern ein Exklusivinterview zu dem neuen Video, veröffentlicht wurde es auch bei „The Lede Blog“ der New York Times, wo man auch ein wenig über den Hintergrund erfahren kann. James Herffenan bekam auf Reaktion zu dem neu aufgetauchten Video ebenfalls ein „Exklusivinterview“ für „The Huffington Post“ mit Netanyahu, der das Video „kommentierte“.

Auf dem Video selber sieht man (nach ca. 30 Minuten Momentaufnahmen betender oder schlafender Aktivisten) dann ein israelisches Boot, was an das Schiff heran fährt. Sofort wird das Feuer ohne Vorwarnung mit Tränengas, Paintballs und Blendgranaten auf die Passagiere eröffnet. Einige Schüsse hören sich zudem an wie scharfe Munition. Daraufhin werfen einige Passagiere Flaschen auf die Boote und einige bewaffnen sich mit Eisenstangen, wahrscheinlich aus Geländern des Schiffes entnommen. Dann kommt der Hubschrauber und man sieht Laserpointer von Gewehren auf Deck umherwandern.

Es gibt einen Cut zu ungefähr der Zeit, als das erste Kommando von den Aktivisten überwältigt wurde und nun greift die zweite Welle vom Hubschrauber das Schiff an. Der Hubschrauber wird von zwei jüngeren Männern mit Zwillen beschossen. Und dann tauchen die ersten Verwundeten auf und man vernimmt mehrere Schüsse. Im inneren des Schiffes zeigt ein Amerikaner eine Liste mit Bildern von Aktivisten, die angeblich bei den Soldaten gefunden wurde, die das Schiff stürmten und dann überwältigt wurden. Danach Verletzte und Angst in den Augen der meisten Passagiere. Aber seht selbst.

„Go back to Auschwitz“

Freitag, Juni 11th, 2010

Das israelische Militär behauptet, dass auf ihren Hinweis, die Flotte solle umkehren, der Kapitän des türkischen Schiffes, welches später gestürmt wurde, die Warnung des israelischen Funkers mit einem “Go back to Auschwitz” quittiert hätte. Die IDF veröffentlichte Material, welches sich (welch ein Wunder) abermals als zumindest verändert, wenn nicht sogar als manipuliert herausstellte. Diese noch unbewiesene Behauptung wird von den Aktivisten vehement bestritten und von den selbsternannten Freunden Israels wie dem Naziaussteiger Fischer-Ahron dankend aufgenommen. Max Blumenthal hat sich der Sache angenommen und herausgefunden, dass auch dieses Material, genau wie die Videos und Bilder, manipuliert wurde. Daraufhin beeilte sich das israelische Militär diese Blamage zu vertuschen und hat gleich eine neue Aufnahme des Funkverkehrs veröffentlicht. Auch diese scheint jedoch manipuliert zu sein. Denn auf dieser zweiten Aufnahme ist auch Huwaida Arraf, eine amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Mitbegründerin der sog. „International Solidarity Movement“ (ISM), bei einem angeblichen Funkverkehr zwischen IDF und Mavi Marmara zu hören. Sie sagt “we have permission from the Gaza port authority to enter.” Huwaida bestätigte, dass ihre Stimme auf der vermeintlich manipulierten Aufnahme zu hören ist. Sie war jedoch anscheinend gar nicht auf der Mavi Marmara, sondern auf der unter US-Flagge fahrenden Challenger One und behauptet, sie habe diesen Satz bei einem ganz anderen Versuch (2008) die Blockade zu durchbrechen gesagt. Eigentlich wäre langsam eine Anzeige wegen Verleumdung gegen Fischer-Ahron fällig. Aber darum wird sich wohl hoffentlich die Rechtsabteilung der Linkspartei  kümmern.

Amira Hass: Die Solidaritätsflotte hat Israel nicht nur geschadet

Freitag, Juni 11th, 2010

Amira Hass über den Fehler Israels bei der Blockade des Gazastreifens, der die Hamas stärkte anstatt zu schwächen und über das Ziel Israels Gaza und das Westjordanland dauerhaft voneinander zu trennen. „Not by cement alone„, Haaretz, 09.06.2010

Gaza-Flotilla: Video zeigt Exekution

Donnerstag, Juni 10th, 2010

Ein neu aufgetauchtes Video zeigt: Das Opfer wird getreten und geschlagen und danach mit scharfer Munition hingerichtet. Alles weitere dazu auf von Paul Woodward bei  Mondoweiss.

Update: Richard Silverstein hat das vermeintliche Original gefunden und kommentiert, da nun nicht klar ist, welches von beiden verändert wurde. Im ersten wird erst geschlagen und getreten und dann geschossen, im anderen kommt die Schlagszene zwei mal vor. Entweder sind beide oder das lange manipuliert.

Ex-Nazi Jörg Fischer-Aharon stellt Strafanzeige gegen Linksparteimitglieder

Mittwoch, Juni 9th, 2010

Der Naziaussteiger Fischer-Ahron muss wohl seine noch immer (zurecht?) angezweifelte „Loyalität“ zum Judentum beweisen und hat deswegen unter anderem gegen die drei Mitglieder der Linkspartei, die an der „Freedom-Flotilla“ teilnahmen, Anzeige wegen des Verdachtes der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gestellt. Israelnetz.com, 07.06.2010

Uri Avnery: „Kill a Turk and Rest“

Montag, Juni 7th, 2010

Uri Avnery kommentiert das Geschehen und warnt, der Damm könne nicht ewig halten. Der Artikel erschien ursprünglich in der hebräischsprachigen Tageszeitig Ma’ariv. „Kill a Turk and Rest„. 05.06.2010