Posts Tagged ‘English Defence League’

Israel und ‘Pinkwashing’

Mittwoch, Februar 8th, 2012

Was soll uns dieses Bild wohl suggerieren?

In Diskussionen um die anhaltende Besatzung der palästinensischen Gebiete, dem Ausbau der Siedlungen und der repressiven Politik des israelischen Staates fällt oft ein nicht von der Hand zu weisendes Argument, das stets den Vergleich zwischen dem Staat der Juden, seinen Nachbarn sowie den palästinensischen Gebieten beim Umgang mit  homosexuellen Bevölkerungsteilen bemüht. Vor einigen Wochen hob die Jüdische Allgemeine dann auch hervor, dass Tel Aviv zum „gay-freundlichsten Ort der Welt“ gekürt wurde und obendrein zu einem der kreativsten überhaupt. Die Stadt – und damit ja auch irgendwie Israel – sei einfach cool und schwul:

Dass sich in ihren Grenzen auch Schwule, Lesben, Trans- und Bisexuelle aus der ganzen Welt zu Hause fühlen, ist ebenfalls nicht neu. Die Kür zur gay-freundlichsten Stadt des ganzen Globus aber ist eine besondere Ehre. Die Website Gaycities.com spricht Tel Aviv ein dickes Lob aus: »Es vergeht kaum ein Monat, an dem hier kein musikalisches oder kulturelles Event gefeiert wird.« Tel Aviv erhielt den »Daumen hoch« von 43 Prozent der Wähler. New York kam mit einem Riesenabstand (14 Prozent) auf Platz zwei, Toronto mit sieben Prozent auf den dritten Rang.

Die New York Times, eigentlich traditionell ein großer Verfechter der israelischen Politik, hat laut Netanjahu inzwischen gemeinsam mit der linksliberalen Haaretz die radikalislamistische Hamas, Iran und den jüdischen Zionisten Richard Goldstone als größte Bedrohungen Israels abgelöst.

Im November brachte die NYT einen bemerkenswerten und früher undenkbaren Artikel von Sarah Schulman, der sich mit dem „Pinkwashing“ Israels beschäftigt. Ein weit verbreitetes Phänomen auch in Deutschland, wo antideutsche „Linke“  so etwas überhaupt nicht gerne hören und dann einfach niederbrüllen. „Branding Israel“ ist das Stichwort:

“IN dreams begin responsibilities,” wrote Yeats in 1914. These words resonate with lesbian, gay, bisexual and transgender people who have witnessed dramatic shifts in our relationship to power. After generations of sacrifice and organization, gay people in parts of the world have won protection from discrimination and relationship recognition. But these changes have given rise to a nefarious phenomenon: the co-opting of white gay people by anti-immigrant and anti-Muslim political forces in Western Europe and Israel.

In the Netherlands, some Dutch gay people have been drawn to the messages of Geert Wilders, who inherited many followers of the assassinated anti-immigration gay leader Pim Fortuyn, and whose Party for Freedom is now the country’s third largest political party. In Norway, Anders Behring Breivik, the extremist who massacred 77 people in July, cited Bruce Bawer, a gay American writer critical of Muslim immigration, as an influence. The Guardian reported last year that the racist English Defense League had 115 members in its gay wing. The German Lesbian and Gay Federation has issued statements citing Muslim immigrants as enemies of gay people. (Weiterlesen)

 

 

Sören Pünjer (Redaktion Bahamas) und seine Freunde von der Defence League

Mittwoch, Januar 4th, 2012

Sören Pünjer, unser Lieblingsredakteur der eng mit der Jungle World verknüpften Bahamas, fröhnt ja vielen Hobbys. Manchmal trifft er sich auf ostdeutschen Raststätten oder Feldwegen mit einer Gruppe von Hooligans, viele mit lupenreiner nationalsozialistischer Gesinnung, um sich einen „fairen Fight“ mit einer anderen Gruppe Hooligans, unter denen sich ebenfalls nicht wenige lupenreine Nazis befinden, zu liefern. Das nennt man in manchen Kreisen dann „sportlichen Wettkampf“.

An anderen Tagen geht er zum Beispiel in der Jerusalemgemeinde zu Berlin seinem weiteren Hobby nach: Kommunisten oder Antifaschisten verschiedenster Provenienz als Antisemiten oder auch wahlweise als Nazis zu beschimpfen und sich als großen Kämpfer gegen den (leider nicht zu knapp existierenden) Antisemitismus aufzuspielen.

Ansonsten, so hört man, steht Pünjer auch gerne mal in Berlin in einschlägigen Szenekneipen oder „Festsälen“ an der Tür oder auch als zweite Wahl am DJ-Pult.

Sein neustes Hobby: Rechtsextreme verharmlosen. Warum? Beide teilen eine Vorliebe für Fußball, die Dritte Halbzeit und:

Die "Antifaschisten" ...

Da ist es auch ganz egal, dass es sich bei der English Defence League sicherlich nicht um lediglich ein paar „patriotisch Fußballfans“ handelt, wie Pünjer uns vor einem Jahr in einem seiner  Artikel in der Bahamas weismachen wollte1.

Wenn es gegen Muselmänner und für Israel geht, dann sieht man auch über solche Unschicklichkeiten gerne mal hinweg:2

...der "English Defence League".

Ein EDL-Unterstützer zeigt den Hitlergruß (Leeds, 2009)

Reiner Zufall?

Oder nur eine ärgerliche "Ausnahme"?

Der walisische Ableger der EDL

Wie es zu einer solchen Kehrtwende innerhalb des sog. antideutschen Lagers kommen konnt, erklärt uns Gerhard Hanloser teilweise in seinem Skript zu einer Veranstaltung im Dezember letzten Jahres in Berlin: „Anti?deutschland 2011“

 

  1. Urkomisch ist die Beweisführung von Pünjer schon. Man wird erinnert an das Aufzählen von jüdischen Kommunisten und anderer Linker durch Gegner der israelischen Politik. []
  2. Ich will betonen, dass sich die Kritik an der EDL nicht darauf beschränkt, dass sich dort viele Nazis tummeln.  Auch ohne Nazis in ihren Reihen handelt es sich bei der EDL um einen Haufen gewaltbereiter, rechtsextremer, rassistischer Nationalisten. Es braucht da sicherlich nicht erst eines Hitlergrußes. []