Posts Tagged ‘Die Jüdische’

Schmok des Monats: Israels stellvertretende Außenminister Ayalon

Donnerstag, Januar 27th, 2011

Flötenspieler Karl Pfeifer ist ein großer Freund von Stellungnahmen der rechtsgerichteten Regierung unter dem guten alten Bibi Netanjahu. Am liebsten verbreitet er diese über seine Seite Die Jüdische. Ganz großes Kino kann man dort jetzt nach den Veröffentlichungen von Al Jazeera1 erleben, wenn man sich einmal so eine öffentliche Stellungnahme des israelischen Staates zu Gemüte führt. Jeder, der noch ein Fünkchen Verstand hat, wird die offene Verlogenheit und Ignoranz gegenüber den wirklichen Gegebenheiten sofort entdecken.

Ayalon lässt im Angesicht der vermehrten Anerkennungen Palästinas2 und der damit einhergehenden Aufwertung der palästinensischen Vertretungen im vielen Staaten3 voller Horror über seine Botschaften weltweit verbreiten:

„Leider sind diese einseitigen Deklarationen ohne Bedeutung und kontraproduktiv im Zuge der Verhandlungen. Vielmehr unterstützen sie eine Blase von Erwartungen die unter der palästinensischen Führung weiter wächst. […] Wir alle wissen, dass Blasen letztendlich platzen und es ist fahrlässig, zu solch einer unhaltbaren Politik beizutragen“.

Übersetzt: Frieden? HAHA, guter Witz. Warum sollten wir mit jemanden Frieden schließen, der keinerlei Gefahr für uns darstellt?! Oder doch nur eine Drohung? Der nächste Krieg Das nächste Massaker steht schon an? Also nicht enttäuscht sein, liebe palästinensische Führung, wenn wir einen Dreck auf eure Zugeständnisse geben, wenn uns der Frieden einfach nicht interessieren will. Da kann man uns sogar fast sämtliche Siedlungen um Jerusalem anbieten, und damit das größte jüdische Jerusalem, was es je gab.4 Interessiert uns alles nicht. Und einen Pfeifers Karl in seinem Alterswahn erst recht nicht. Man muss schon ziemliche Schläge auf den Kopf bekommen haben oder eine Menge Drogen nehmen, um das wirklich ernst zu meinen. Aber halt, kommt ja noch besser: (mehr …)

  1. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,741147,00.html; vgl. auch die Seite von Al Jazeera zu den sog. „Palestine papers: http://english.aljazeera.net/palestinepapers/ []
  2. Vor Perus hatten schon einge andere Staaten Palästina anerkannt. Vgl. „Abbas: Ecuador folgt Bolivien in der Anerkennung Palästinas“: http://amerika21.de/meldung/2010/12/18366/ecuador-palaestina []
  3. Vgl. dazu „Domino-Effekt erreicht Europa“: http://www.nai-israel.com/default.aspx?tabid=179&nid=22697 []
  4. Vgl. Mondoprinte „Das größte Jerusalem in der jüdischen Geschichte“: http://mondoprinte.wordpress.com/2011/01/24/das-groste-jerusalem-in-der-judischen-geschichte/ []

Clemens Heni: Eine Lehrstunde in Antisemitismus

Freitag, November 12th, 2010

Wie bringt man eine Frau in Verruf und macht aus ihr eine „umstrittene“ Wissenschaftlerin? Ein Lehrbeispiel, wie Antisemitismus auch funktionieren kann.

Tamar Amar-Dahl ist eine aus Israel emigrierte Historikerin. Wie so viele junge linke oder liberale Israelis, verließ sie Israel und gab zudem 2006 aus Protest gegen den Libanonkrieg ihren israelischen Pass ab, um im Ausgleich die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen.1 Nun ist Tamar Amar-Dahl in das Fadenkreuz des Antisemitismusforschers Clemens Heni geraten. (mehr …)

  1. Man fühlt sich unweigerlich an Michel Warschawaski erinnert, der schon vor einigen Jahren darauf aufmerksam gemacht hatte, dass von den zehn engsten Freunden seines Sohnes inzwischen acht Israel den Rücken gekehrt hätten. []

Israel lässt Beduinendorf zerstören – Schaulustige applaudieren

Mittwoch, Juli 28th, 2010

Drei Jahre nach der Gründung Israels wurden die Bewohner des Dorfes Al-Araqib schon einmal vertrieben, doch sie kehrten zurück. Jetzt hat Israel Tatsachen geschaffen. Das 40 Gebäude umfassende Dorf, das schon lange vor Israel existierte, wurde gestern gänzlich zerstört, damit der Jüdische Nationalfond (JNF) einen Wald auf dem Land anpflanzen lassen kann. Die Gegend ist halt nicht für arabische Siedlungen vorgesehen.1

Schlafende Beduinen nachdem sie aus dem Dorf gebracht wurden (CNN)

Philip Weiss erwähnt, dass die Zerstörung des Dorfes direkt nach einem Statement Netanyahus am Sonntag erfolgte, in dem er davor warnte, dass in manchen Gegenden Israels Juden zu einer Minorität würden, was eine Gefahr wie auf dem Balkan  darstellen würde.2

Während 1500 Polizisten mit Hubschraubern, Wasserwerfern und Aufstandsbekämpfungseinheiten den Abriss begleiteten, wurden sie von Buslandungen voll von Schaulustigen begleitet.3 Die heroische „Jüdische“ unter dem Großadmiral Pfeifer trauert währenddessen nur über einen abgestürzten Militärhubschrauber.4 Das Leid der anderen wird, wie immer, totgeschwiegen.

  1. http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=302808 []
  2. http://mondoweiss.net/2010/07/report-bedouin-village-was-uprooted-after-netanyahu-described-non-jews-in-negev-as-real-threat-to-israels-character.html []
  3. http://edition.cnn.com/2010/WORLD/meast/07/27/israel.bedouins.demolitions/index.html?hpt=T2#fbid=i9uDuo6HkFy []
  4. http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=65&Param_Red=13199 []

Liebe „Die Jüdische“…

Donnerstag, Juli 1st, 2010

Liebe Die Jüdische, Du Hausblatt eines Karl Pfeifers.

Indem Du in Deinem Artikel zum Vorfall in Hannover „Unerwünschte Juden, unerwünschte Polizei?“ nach der strafenden und gleichzeitig beschützenden Hand des Staates rufst, wirst Du sicherlich nicht den Rassismus in den Köpfen der Menschen wegbekommen, die erst Israelis und im nächsten Schritt alle Juden mit Israel gleichsetzen und immer mehr auch den klassischen Antisemitismus von den zersetzenden Juden in Finanzkapital, Demokratie oder Kommunismus (letzteren gibt es ja bekanntlich nicht mehr offiziell) pflegen. Rassismus lässt sich eben nicht wegverbieten. Das mag in Bezug auf den klassischen Antisemitismus vor 60 Jahren teilweise geklappt haben, aber das ist ja auch genau der Unterschied zu heute.  Denn heute gibt es zusätzlich einen durch die USA und Europa weitgehend finanzierten und sowohl politisch als auch moralisch gedeckten Konflikt. Wie können denn „die Araber“ nur etwas gegen die einzige Demokratie im Nahen Osten mit der moralischsten Armee der Welt haben? Sehen sie denn nicht, dass Israel nur Frieden will? Traurig, dass Du außer einen stumpfen Hurrapatriotismus und staatlicher Gewalt so gar keine Vorschlag zur Lösung für dieses Problems anbieten kannst. Ich hätte da einen ersten Schritt in Richtung Lösung: Dialog!