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Gauck reist nach Israel

Dienstag, Mai 29th, 2012

Bundespräsident Joachim Gauck reist nach Israel, um, – wie die Süddeutsche am Wochenende schrieb – „ein Zeichen der Solidarität“ zu setzen. Nicht mit den Menschen, die unter der Politik der israelischen Regierung leiden, vorwiegend Palästinenser. Sondern mit Israel. Das Motto: „Wir Deutschen stehen an eurer Seite“. Trotz Besatzung, Landraub, Embargo, legalisierter Folter, Hauszerstörungen, Vertreibungen und dauerhaftem Töten. Deutschland braucht halt Israel (noch). Und Israel braucht Deutschland, wenn auch nicht ganz so nötig.

Gauck will aber auch die Unterstützung Deutschlands für die Zweistaatenlösung demonstrieren. Und das geht so:

Am Donnerstag, am letzten Tag der Reise, trifft Gauck in Ramallah Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Regierungschef Salam Fajad. Anschließend wird er bei Nablus an der Einweihung einer Mädchenschule teilnehmen. Gauck unterstütze die Bemühungen für einen unabhängigen Palästinenserstaat, der auf dem Weg direkter Verhandlungen mit Israel entstehen soll, hieß es vor Beginn der Reise im Präsidialamt.

„Direkte Verhandlungen“ bedeutet, dass der Siedlungsbau ungehindert vorangetrieben wird und Israel gleichzeitig Häuser abreißt, den Bau neuer untersagt, Olivenhaine rodet, Land unter seine Kontrolle bringt und Ostjerusalem Stück für Stück nicht nur auf dem Blatt annektiert und sich einverleibt. Fleißig dabei flankiert von einem Veto der USA, das jegliche UN-Resolution boykottiert. Gleichzeitig wird die palästinensische Seite darauf verwiesen, dass der Gang zur UNO nicht toleriert, wenn nicht sogar über Geldstreichungen sanktioniert wird. Da kann man doch nur einen „Klassiker“ neu auflegen:

 

Beate Klarsfeld – Kandidatin deutscher Herzen

Donnerstag, Februar 23rd, 2012

Was für ein Spektakel. Der eine ist ein das „jüdische Finanzkapital“ bemühender vermeintlicher Antisemit,1 dem anderen wird die Relativierung des Holocausts vorgeworfen.2 Wenigstens entspricht die dritte Kandidatin vorzüglich der herrschenden Staatsräson und dem deutschen Geschichtsbild. Beate Klarsfeld, eine Kandidatin deutscher Herzen:

„Das Beste wäre es gewesen, wenn die Israelis nach dem Sechs-Tage-Krieg die besetzten Gebiete wieder vollständig zurückgegeben hätten. Aber das ist jetzt natürlich zu spät (sic!). Das Problem ist nach wie vor, dass Israel von arabischen Staaten umgeben ist, die es von der Landkarte tilgen wollen (sic!). Dagegen muss Israel sich selbstverständlich verteidigen (sic!). Und es gilt noch immer: Hätte 1933 Israel existiert, wären die Juden nicht aus allen Ländern deportiert worden (sic!). Natürlich gibt es in Israel interne Probleme (sic!), doch das Land ist eine Demokratie (sic!).“3

 

 

  1. Was ich – bisher – nicht unterschreibe []
  2. Gauck ist bekanntlich nicht gerade als fortschrittlich zu bezeichnen, aber die Interpretation von Yücel ist mehr als falsch. Witzig vor allem, dass er mit Antisemiten wie Clemens Heni Gauck eine Relativierung des Holocausts nachweisen will. []
  3. Kölner Stadt-Anzeiger: Beate Klarsfeld wirbt für NPD-Verbot – Anti-Nazi-Aktivistin nimmt zudem Israel in Schutz []