Die Regierung Israels zeigt der Welt den Mittelfinger und setzt zum Blutbad auf den Schiffen der sog. “Solidaritätsflotte” eine eigene Untersuchungskommission bestehend aus greisen konservativen Richtern, einem ehemaligen General und zwei auswärtigen Freunden ohne Stimmrecht ein. Soldaten sollen dabei nicht angehört werden. “The public has a right to know” – Haaretz , 13.6.2010.
(0)Archiv für das 'Blockade'-tag
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Das israelische Militär behauptet, dass auf ihren Hinweis, die Flotte solle umkehren, der Kapitän des türkischen Schiffes, welches später gestürmt wurde, die Warnung des israelischen Funkers mit einem “Go back to Auschwitz” quittiert hätte. Die IDF veröffentlichte Material, welches sich (welch ein Wunder) abermals als zumindest verändert, wenn nicht sogar als manipuliert herausstellte. Diese noch unbewiesene Behauptung wird von den Aktivisten vehement bestritten und von den selbsternannten Freunden Israels wie dem Naziaussteiger Fischer-Ahron dankend aufgenommen. Max Blumenthal hat sich der Sache angenommen und herausgefunden, dass auch dieses Material, genau wie die Videos und Bilder, manipuliert wurde. Daraufhin beeilte sich das israelische Militär diese Blamage zu vertuschen und hat gleich eine neue Aufnahme des Funkverkehrs veröffentlicht. Auch diese scheint jedoch manipuliert zu sein. Denn auf dieser zweiten Aufnahme ist auch Huwaida Arraf, eine amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Mitbegründerin der sog. “International Solidarity Movement” (ISM), bei einem angeblichen Funkverkehr zwischen IDF und Mavi Marmara zu hören. Sie sagt “we have permission from the Gaza port authority to enter.” Huwaida bestätigte, dass ihre Stimme auf der vermeintlich manipulierten Aufnahme zu hören ist. Sie war jedoch anscheinend gar nicht auf der Mavi Marmara, sondern auf der unter US-Flagge fahrenden Challenger One und behauptet, sie habe diesen Satz bei einem ganz anderen Versuch (2008) die Blockade zu durchbrechen gesagt. Eigentlich wäre langsam eine Anzeige wegen Verleumdung gegen Fischer-Ahron fällig. Aber darum wird sich wohl hoffentlich die Rechtsabteilung der Linkspartei kümmern.
Amira Hass über den Fehler Israels bei der Blockade des Gazastreifens, der die Hamas stärkte anstatt zu schwächen und über das Ziel Israels Gaza und das Westjordanland dauerhaft voneinander zu trennen. “Not by cement alone“, Haaretz, 09.06.2010
(0)Ein neu aufgetauchtes Video zeigt: Das Opfer wird getreten und geschlagen und danach mit scharfer Munition hingerichtet. Alles weitere dazu auf von Paul Woodward bei Mondoweiss.
Update: Richard Silverstein hat das vermeintliche Original gefunden und kommentiert, da nun nicht klar ist, welches von beiden verändert wurde. Im ersten wird erst geschlagen und getreten und dann geschossen, im anderen kommt die Schlagszene zwei mal vor. Entweder sind beide oder das lange manipuliert.
Der Naziaussteiger Fischer-Ahron muss wohl seine noch immer (zurecht?) angezweifelte “Loyalität” zum Judentum beweisen und hat deswegen unter anderem gegen die drei Mitglieder der Linkspartei, die an der “Freedom-Flotilla” teilnahmen, Anzeige wegen des Verdachtes der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gestellt. Israelnetz.com, 07.06.2010
(8)Uri Avnery kommentiert das Geschehen und warnt, der Damm könne nicht ewig halten. Der Artikel erschien ursprünglich in der hebräischsprachigen Tageszeitig Ma’ariv. “Kill a Turk and Rest“. 05.06.2010
(1)Bisher kann man nur fast ausschließlich Zusammenschnitte des Angriffs auf den Hilfskonvoi aus israelischer Hand betrachten. Die israelische Seite veröffentlichte in ihrer PR-Kampagne nur kurze Ausschnitte des Blutbades, die beweisen sollen, dass die Gewalt von Seiten der Aktivisten ausging. Man darf sich fragen: warum wird nicht einfach alles Bildmaterial, vor allem in voller Länge, veröffentlicht? Was ist mit dem ganzen konfiszierten Material aus den Mobiltelefonen und Handkameras der Aktivisten? Immer wieder werden die Bilder des herabstürzenden Soldaten gezeigt. Aber ein Gesamtbild bekommt man dadurch nicht, denn dieser kurze Ausschnitt könnte durchaus aus dem Kontext gerissen sein. Die Aussagen verschiedenster Aktivisten aus verschiedensten Gruppierungen (mit – zugegeben – verschiedensten Zielen) bezeugen das genaue Gegenteil. Nachdem die IDF mit Blend- und Tränengranaten (und mancher behauptet, dass auch von Beginn an scharf geschossen wurde) gegen die auf dem Deck befindlichen Aktivisten vorging, sollen die ersten vier Soldaten überwältigt und unter Deck gebracht worden sein. Daraufhin hätte die zweite Welle sofort das Feuer eröffnet und erst jetzt wurde der Soldaten von den Aktivisten auf das untere Deck geworfen, wie in dem Video, was überall gezeigt wurde, zu sehen ist. Aber es scheint ja keine Rolle zu spielen, dass diese Aussagen ein ganz anderes Bild auf die Aktion der IDF werfen. Für einige scheint es also durchaus wichtig zu sein, ob und inwiefern die Gewalt von den Passagieren der Solidaritätsflotte ausging. Inwiefern die Aktivisten nach verschiedenen Angaben dazu bereit waren ihr Leben zu opfern, bleibt bisher auch noch offen.
Der Guardian berichtet nun über die Autopsie der getöteten und verwundeten Aktivisten [Hervorhebungen durch Schmok]:
…Autopsy results on the bodies of those killed, obtained by the Guardian, revealed they were peppered with 9mm bullets, many fired at close range.
Nine Turkish men on board the Mavi Marmara were shot a total of 30 times and five were killed by gunshot wounds to the head, according to the vice-chairman of the Turkish council of forensic medicine, which carried out the autopsies for the Turkish ministry of justice today.
The results revealed that a 60-year-old man, Ibrahim Bilgen, was shot four times in the temple, chest, hip and back. A 19-year-old, named as Fulkan Dogan, who also has US citizenship, was shot five times from less that 45cm, in the face, in the back of the head, twice in the leg and once in the back. Two other men were shot four times, and five of the victims were shot either in the back of the head or in the back, said Yalcin Buyuk, vice-chairman of the council of forensic medicine.
…He calculated that during the bloodiest part of the assault, Israeli commandos shot one person every minute. One man was fatally shot in the back of the head just two feet in front him and another was shot once between the eyes. He added that as well as the fatally wounded, 48 others were suffering from gunshot wounds and six activists remained missing, suggesting the death toll may increase.
The new information about the manner and intensity of the killings undermines Israel’s insistence that its soldiers opened fire only in self defence and in response to attacks by the activists.
…Dr Haluk Ince, the chairman of the council of forensic medicine in Istanbul, said that in only one case was there a single bullet wound, to the forehead from a distant shot, while every other victim suffered multiple wounds…He added that all but one of the bullets retrieved from the bodies came from 9mm rounds. Of the other round, he said: “It was the first time we have seen this kind of material used in firearms. It was just a container including many types of pellets usually used in shotguns. It penetrated the head region in the temple and we found it intact in the brain.” (via Richard Silverstein)
Eine lesenswertes Kommentar von Antony Lerman, wie die Presselandschaft über den Angriff auf den Schiffskonvoi berichtete. “Israeli PR machine won Gaza flotilla media battle”, The Guardian, 04.06.2010
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