Archiv für das 'Besetzte Gebiete'-tag

“The awful, necessary truth about Palestinian terror”

Larry Derfner ist mit seiner Kolumne “Rattling the cage”, wie Mondoprinte berichtet, aus der Jerusalem Post rausgeflogen, nachdem sich Massen an Abonnenten beschwert und mit der Kündigung gedroht hatten. Er selbst hat sein Post leider auch von seinem eigenen Blog gelöscht. Darum hier nochmals der ganzen Beitrag: “The awful, necessary truth about Palestinian terror.” und die anschließende Entschuldigung
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Schlesinger fasst die Eskalation treffend zusammen

Schlesinger fasst in seinem Transantlanticblog die Eskalation der Gewalt in Israel und den besetzten Gebieten trotz der Erkenntnis über die Identität der Täter sehr treffend zusammen, wenn er schreibt: “Es spricht einiges dafür, dass man auf israelischer Seite zwar nach wie vor nicht weiß, wer hinter den Anschlägen steckt, aber man durch eine wie üblich harte militärische Reaktion seiner Öffentlichkeit zeigen wollte, dass man Herr der Lage ist.”

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Neues von der PR-Offensive der israelischen Regierung

Public Relations ist heute eine wichtige Waffe westlicher Regierungen bei der Aufrechterhaltung ihrer Ordnung. Die Erziehung des mal mehr, mal weniger demokratischen Bürgers endet nie und geht bis ins hohe Alter weiter. Mit der PR der rechten Regierung Israels lief es jedoch bisher nicht allzu positiv: Trotz massiver Kampagnen steht es nicht sehr gut um den Ruf der einzigen Demokratie des Nahen Ostens. Zu offensichtlich ist die rassistische Unterdrückung der Palästinenser nicht nur in Gaza und in der Westbank, wo laut Netanjahu inzwischen mehr als 600.000 Siedler leben und mehr als 40% der Fläche von diesen beansprucht und genutzt wird: sei es durch Straßen und andere Infrastruktur, Felder oder Siedlungen. Nicht zu reden von der “Aufteilung” des vorhandenen Wassers. Auch die Lage der palästinensischen Israelis verschlechtert sich stetig. Zudem läuft auch noch das eigene jüdische und zumeist linksliberale Personal weg: dieses Jahr sollen schon 600.000 Israelis das Land gen Westen verlassen haben. Ob das wohl am gesellschaftlichen Klima liegt? Dem Tourismus junger deutscher AkademikerInnen tut das aber keinen Abbruch. Die plagt da wohl eine ganz andere Obsession.

Nun, da die palästinensische Seite die Anerkennung durch die UN-Vollversammlung anstrebt, steht die israelische Regierung aufgrund des letzten Libanonkrieges, dem Massaker in Gaza bei gleichzeitigem Embargo, der Ermordung einiger Passagiere der Mavi Marmara und nicht zuletzt der innerisraelischen Gesetzesänderungen und Gesetzesinitiativen der letzten Monate mit dem Rücken gegen die Wand. Einzige Gewissheit ist, dass die USA schützend ihre Veto-Hand über den jüdischen Staat hält, so dass eine Anerkennung durch den Sicherheitsrat scheitern wird. Dennoch fühlt sich die israelische Seite dazu genötigt gegen diese Anerkennung der Vollversammlung, die mit erwarteten 140 Stimmen für den palästinensischen Antrag als sicher gelten kann, mobil zu machen.

Vor einigen Tagen, als die zweite Gazaflotte am Auslaufen gehindert wurde, tauchte ein von der Regierung produziertes neues Video auf, das eine junge westliche Frau als Verkörperung der israelischen Gesellschaft bei einem Gespräch mit einem Therapeuten zeigt und das Trauma und die Ängste dieser verdeutlichen soll.

Viel interessanter ist aber eine aktuellere Produktion. Seit kurzem gibt es einen offiziellen “Appell” des israelischen Außenministeriums das Westjordanland nicht mehr als “besetztes Gebiet” zu bezeichnen, sondern “umstrittenes”. Das Video ist so unglaublich dreist und die Geschichte verfälschend, dass ich es einfach mal unkommentiert zeigen möchte. So einfach und schön kann die Wahrheit sein.

Occupation 101 (Dokumentation)

“We have no intention of leaving Judea and Samaria [West Bank]. We will remain here in one way or another for hundreds and thousands of years.” (Generalmajor Ya’ir Naveh,  Befehlshaber der Besatzungstruppen im Westjordanland bis 2007)

Der Dokumentarfilm “Occupation 101: Voice of the Silenced Majority” von Sufyan und Abdallah Omeish aus dem Jahre 2007 handelt über den israelisch-palästinensischen Konflikt. Dabei werden kurz die Ursprünge des Konflikts gezeigt – die ersten Einwanderungswellen, die Vertreibung 1947/48, die Besetzung der restlichen Gebiete 1967 – um sich dann vor allem den letzten 20 Jahren, von der Ersten über die Zweite Intifada und Israels “Abkoppelungsplan” bis zu den Hintergründen der israelisch-amerikanischen Beziehungen zu widmen. Im Mittelpunkt des Films steht jedoch vor allem die israelische Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens sowie deren Auswirkung auf die palästinensische Bevölkerung. Zahlreiche Interviews, unter anderem mit Jeff Halper, Noam Chomsky, Amira Hass oder Rashid Khalidil gewähren Einblicke in das alltägliche Leben der Menschen in den besetzten Gebieten. Occupation 101 zeigt uns die Realität des blutigen, über 40 Jahre anhaltenden Konflikts für die palästinensischen Zivilbevölkerung. Aber der Film trägt eine machtvolle Nachricht in sich: dass ein gerechter Frieden möglich ist und Palästinenser und Israelis gemeinsam leben können.

“Those who really care about the interests of Israel should exert all the pressure possible in order to force Israel to stop the aggression, stop the repression and the occupation.” (Peretz Kidron – Yesh Gvul, Soldaten, die sich weigern in den besetzten Gebieten zu dienen)

New York Times: Die zwei Seiten eines Stacheldrahtzauns

Nicholas D. Kristof, zweifacher Gewinner des Pulitzer-Preises und wohl einer der bekanntesten Journalisten der USA, schreibt in seiner Kolumne in der New York Times über die Besatzung, Wasser und Siedler: “The Two Sides of a Barbed-Wire Fence” – New York Times, 30.06.2010.

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Fotoausstellung zu den Besetzten Gebieten in Berlin

Auch wenn ich kein Parteigänger der LINKEN bin, möchte ich dennoch auf eine interessante Fotoausstellung über die Besetzten Gebiete und Gaza zur Zeit der “Operation Cast Lead” 2008/2009 hinweisen, die heute in Berlin eröffnet wird:

Das Fotografen-Netzwerk ActiveStills aus Israel „auf der anderen Seite der Mauer“.

Sie wollen die israelische Bevölkerung durch Dokumentarfotografie mit der Realität der Besatzungspolitik ihrer Regierung in Palästina konfrontieren. Silan Dallal und Keren Manor berichteten über das Fotografen-Netzwerk ActiveStills auf der Linken Medienakademie (LiMA) im März 2010 in Berlin. Ab 18. Juni werden Fotos von ActiveStills bei der Neuköllner LINKEN zu sehen sein.

Die Vernissage findet am Freitag, dem 18. Juni 2010, um 20 Uhr im Ladenlokal der Neuköllner LINKEN am Richardplatz 16 in 12055 Berlin statt. Die Journalistin Susann Witt-Stahl wird das Fotografen-Netzwerk vorstellen. Sie hat Fotografinnen von ActiveStills bei ihren Foto-Einsätzen begleitet.

Die Ausstellung kann kostenlos besichtigt werden: montags, dienstags und donnerstags von 10 bis 16 und von 17 bis 19 Uhr sowie freitags von 10 bis 14 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter 030-613 5919.


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Was machen und wie geht es palästinensischen Flüchtlingen in Syrien? Einen kurzen Überblick gibt Fabian Köhler: “Krieg in der Diaspora – Auch Syriens Palästinenser wollen kämpfen, aber nicht gegen Assad”Neues Deutschland, 15. August 2012.

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