Posts Tagged ‘Benny morris’

30.000 Hühner waren eine Gefahr für die IDF

Sonntag, Mai 23rd, 2010

Mondoweiss über das TV-Duell zwischen Norman G. Finkelstein und dem israelischen Historiker Benny Morris bei CrossTalk. Das Video selbst ist dort auch zu sehen.

Benny Morris: der Vorzeigehistoriker

Freitag, April 23rd, 2010

Haaretz veröffentlichte 2004 ein sehr aufschlussreiches und heftiges Interview von Ari Shavit mit Benny Morris.1 Darin rechtfertigte Morris die ethnische Säuberung des zukünftigen israelischen Staates durch die Haganah und durch die israelische Armee, bestätigt aber gleichzeitig schon damals das erst zwei Jahre später erscheinende Buch von Ilan Pappe2. Morris steht dabei exemplarisch für den aufgeklärten, säkularen pro-westlichen  Zionisten, der den ganzen Konflikt auf den Islam und die arabische Kultur zurückführt. Gabriel Ash schrieb damals eine Antwort3 auf Morris, welche abgesehen von ein wenig Küchenpsychologie sehr genau analysiert, wie und was Morris da eigentlich rechtfertigt, und den ganzen Rassismus offenlegt, soweit Morris das mit seinen Aussagen nicht selber schon zu genüge tat. Gerade im Licht des 62. Jubiläums der israelischen Staatsgründung und der neuesten Militärgesetzgebung, welche die Ausweisung zehntausender Menschen aus der Westbank vorbereitet4, gewinnt das ganze Interview und die Antwort an Aktualität.

Benny Morris: Ein israelischer Historiker mit der Mentalität der europäischen Siedler

Der israelische Historiker Benny Morris überschritt neuerlich eine Grenze, als er seine akademische Qualifikation und sein Ansehen dafür hergab, einen zukünftigen Völkermord an den Palästinensern „moralisch“ zu rechtfertigen.

Benny Morris ist der israelische Historiker, der in der Geschichtsschreibung über das Jahr 1948 der palästinensischen Sicht in besonderem Maße Recht gab. Das Leben von ungefähr siebenhunderttausend Menschen wurde zerstört, als sie von der jüdischen Miliz (und später von der israelischen Armee) zwischen Dezember 1947 und Anfang 1950 aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Morris ging die israelischen Archive durch und berichtete akribisch über die Vertreibung. Er dokumentierte jedes „ethnisch gesäuberte“ Dorf und jeden Gewaltakt, von dem Aufzeichnungen vorhanden waren, und stellte diese Ereignisse in den Kontext der militärischen Ziele und Wahrnehmungen der Täter. (mehr …)

  1. „Survival of the fittest“, Haaretz, 2004; Teil 1: http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=380986&contrassID=2 Teil 2: http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=380984 []
  2. Ilan Pappe: Die ethnische Säuberung Palästinas, 2007; in Englisch erschienen 2006 []
  3. auf englisch erschienen bei Dissident Voice; die leicht gekürzte deutsche Übersetzung erschien auf – zugegeben in vielen Hinsichten sehr fragwürdigen – Homepage der AIK Campo Antiimperialista []
  4. siehe auch unter http://schmok.blogsport.eu/2010/04/17/das-neue-israelische-militargesetz-fur-das-westjordanland/ []

Tilman Tarach: Der deutsche Alan Dershowitz

Donnerstag, April 8th, 2010

„Was bei der Lektüre des Buches schon nach wenigen Seiten auffällt ist die immense Sorgfalt und Präzision, mit der Tilman Tarach zu Werke geht, dazu seine instinktsichere Verknüpfung und situative Zusammenführung der historischen Dimension des Antisemitismus speziell in Nahost mit der persönlichen Verstricktheit der Protagonisten.“1

Tilman Tarach: Der ewige SündenbockDie Welt ist voller Märchenbücher und Lügengeschichten. Dies kann manchmal amüsant sein, häufiger aber ist es einfach nur ärgerlich. So auch im Falle Tilman Tarachs, dessen Buch „Der ewige Sündenbock“ landauf, landab von Verteidigern der israelischen Besatzung gepriesen wird.2 Tarachs Anliegen: die Verlogenheit der Linken im Nahostkonflikt aufzuzeigen. Tarachs Problem: Er stolpert dabei einfach über seine eigenen Argumente. Das Dilemma: wer hat schon wirklich Zeit (und Lust) eine ausführliche Widerlegung dieses Schwindel-Buchs zu schreiben?

Tarach ist zu unwichtig, sein Buch zu unbekannt und darüber hinaus zu unstrukturiert, als dass es einen ernsthaften Beitrag zur Debatte darstellen könnte. Aber es wird anscheinend trotzdem von einigen empfohlen und gelesen. Darum will ich hier kurz und exemplarisch das erste Kapitel bearbeiten, um zu zeigen, wie Tarach versucht, die Faktenlage zu entstellen.  Ganz im Stile seines Vorbilds Alan Dershowitz3 halbiert und/oder verändert er die Quellen in einer ihm angenehmen und funktionalen Weise. Das Anliegen, alles seiner Sichtweise zu unterwerfen, indem er die Präsentation der Faktenlage jener anpasst, ist zu leicht zu durchschauen. (mehr …)

  1. Bernd Dahlenburg (Honestly Concerned) als Referenz auf Tarachs Blog. []
  2. Alle Zitate und Fußnoten beziehen sich auf die 2. Auflage, März 2009; die dritte Auflage hat ein Geleitwort von Henryk M. Broder bekommen. Anscheinend meint Tarach, dass ein solches sein Buch veredeln würde. []
  3. The Case for Israel, 2003. Dershowitz‘ Apologie auf die Menschenrechtsverletzungen durch den Staat Israel wurde umfassend und genau von Finkelstein (Beyond Chutzpah – On the Missuse of Anti-Semitism and the Abuse of History, dt.: Antisemitismus als politische Waffe) analysiert und  sämtliche seiner Falschdarstellungen widerlegt. []