Posts Tagged ‘Alex Feuerherdt’

Tragen die Palästinenser die mindeste Verantwortung für die Shoah?

Sonntag, September 4th, 2011

Apologeten wie Tilman Tarach oder Alex Feuerherdt versuchen, ganz wie ihre amerikanischen oder israelischen Vorbilder, aus den Palästinensern die „neuen Nazis“ zu machen und zeichnen daher eine angebliche Kontinuität von Adolf Hitler, über den Großmufti von Jerusalem zu den heutigen palästinensischen Konfliktparteien. Dominique Vidal bringt es in seinem Kommentar in der taz auf den Punkt:

Dritte Frage: Tragen die Palästinenser die mindeste Verantwortung für die Shoah? Ein aktuelles Buch von Gilbert Achcar zeigt, dass die überwiegende Mehrheit von ihnen am Kampf der Alliierten gegen Nazideutschland teilgenommen hat, während die Kollaboration des Muftis von Jerusalem und seiner SS-Legion, die ausschließlich aus Muslimen vom Balkan bestand, ein marginales Phänomen darstellte. Warum also sollen sie, 66 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und 64 Jahre nach dem UN-Teilungsplan für Palästina, weiter damit fortfahren, die „Rechnung“ für den Völkermord der Nazis zu bezahlen?

Nachtrag zur israelischen PR-Offensive

Donnerstag, Juli 28th, 2011

Da war das israelische Außenministerium aber sehr einfallslos. Wie Mondoweiss berichtet, ist das Video über das Westjordanland 1:1 aus dem Video des rechten Siedlerrats übernommen. Shlomo Blass, der selbe Filmemacher, der zusammen mit der bei der JP schreibenden Caroline Glick das widerlichen Video „We con the world“, was sich über die Toten und Verletzten auf der Mavi Marmara lustig machte, produzierte – und mit dem sich die beiden damals in die Herzen junger deutscher Szenelinker emporhoben – hat auch diese beiden fast identischen Videos produziert. Darum auch noch mal gleich das zweite zum direkten Vergleich:

Und um Beckerman im Forward auf hier zu beziehen: Ist denn keiner von euch Jungle World- und konkret-Lesern oder Fans von Leuten wie Schulz oder Feuerherdt auch nur im mindesten beunruhigt? Wirklich so einfach mal gar nicht?

Clemens Heni: Eine Lehrstunde in Antisemitismus

Freitag, November 12th, 2010

Wie bringt man eine Frau in Verruf und macht aus ihr eine „umstrittene“ Wissenschaftlerin? Ein Lehrbeispiel, wie Antisemitismus auch funktionieren kann.

Tamar Amar-Dahl ist eine aus Israel emigrierte Historikerin. Wie so viele junge linke oder liberale Israelis, verließ sie Israel und gab zudem 2006 aus Protest gegen den Libanonkrieg ihren israelischen Pass ab, um im Ausgleich die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen.1 Nun ist Tamar Amar-Dahl in das Fadenkreuz des Antisemitismusforschers Clemens Heni geraten. (mehr …)

  1. Man fühlt sich unweigerlich an Michel Warschawaski erinnert, der schon vor einigen Jahren darauf aufmerksam gemacht hatte, dass von den zehn engsten Freunden seines Sohnes inzwischen acht Israel den Rücken gekehrt hätten. []

Alex Feuerherdt: Wir machen uns die Welt, wiede wiede wie sie uns gefällt!

Montag, August 16th, 2010

Es muss schon ziemlich ärgerlich für einen Autoren sein, wenn er einen Artikel für ein Monatsblatt schreibt, aber ihm noch vor Veröffentlichung alle „Fakten“ um die Ohren fliegen. So geschehen dem Amateur-Schiedsrichter Alex Feuerherdt. Als ich vor etwa einem Monat seinen Artikel „Narrenschiffe“ in der KONKRET 7/2010 las, konnte ich mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen. „Knieschuss!“, hätte man auch sagen können.

Die Freude währte aber nur kurz. Denn wahrscheinlich würden beträchtliche Teile der Leserschaft es gar nicht registrieren, dass Leute wie Max Blumenthal, Lia Tarachansky, Iara Lee oder auch die Obduktion der Toten durch das Justizministerium der Türkei große Teile der israelischen „Fakten“ als das entlarvt hatten, was sie waren: Lügen. Diese Leser haben in der Regel lediglich die deutschen Pressestimmen und vielleicht noch Feuerherdts oder einen anderen unkritischen Artikel zur Erstürmung der Mavi Marmara gelesen. Dass sich die in der KONKRET publizierten „Fakten“ aber als ein großes Theaterstück herausstellen würden, werden viele dann doch nicht mehr mitbekommen haben.

Niemand kann sich in der heutigen Informationsflut mit Tausenden von Quellen versorgen. Dies wusste auch die israelische Armee, die mehrere Tage fast ungestört ihre Version verbreiten konnte, ohne dass die wenigen Aufnahmen und Zeugen, die Gegenteiliges belegten, in den Medien groß dazwischenfunkten. Der Bilderkrieg war damit zu guten Teilen für die eigene Seite entschieden worden.

Als dann immer mehr von dem ans Tageslicht kam, was sich dort abgespielt hatte, verschwanden diese „Fakten“ einfach aus der Argumentation sowohl der israelischen Regierungssprecher als auch der Artikel von Apologeten der israelischen Politik. Nicht umsonst findet sich über die von Feuerherdt in der KONKRET noch lautstark rausposaunten „Fakten“ in seinem neuen Beitrag für die Jungle World (31/2010) kein einziges Wort mehr. Bevor wir uns also seinem neuesten Paukenschlag mit dem zynischen Titel „Humantität als Camouflage“ widmen, wollen wir uns noch mal seinen Konkret-Artikel zu Gemüte führen. (mehr …)