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Tilman Tarach: Der deutsche Alan Dershowitz

Donnerstag, April 8th, 2010

„Was bei der Lektüre des Buches schon nach wenigen Seiten auffällt ist die immense Sorgfalt und Präzision, mit der Tilman Tarach zu Werke geht, dazu seine instinktsichere Verknüpfung und situative Zusammenführung der historischen Dimension des Antisemitismus speziell in Nahost mit der persönlichen Verstricktheit der Protagonisten.“1

Tilman Tarach: Der ewige SündenbockDie Welt ist voller Märchenbücher und Lügengeschichten. Dies kann manchmal amüsant sein, häufiger aber ist es einfach nur ärgerlich. So auch im Falle Tilman Tarachs, dessen Buch „Der ewige Sündenbock“ landauf, landab von Verteidigern der israelischen Besatzung gepriesen wird.2 Tarachs Anliegen: die Verlogenheit der Linken im Nahostkonflikt aufzuzeigen. Tarachs Problem: Er stolpert dabei einfach über seine eigenen Argumente. Das Dilemma: wer hat schon wirklich Zeit (und Lust) eine ausführliche Widerlegung dieses Schwindel-Buchs zu schreiben?

Tarach ist zu unwichtig, sein Buch zu unbekannt und darüber hinaus zu unstrukturiert, als dass es einen ernsthaften Beitrag zur Debatte darstellen könnte. Aber es wird anscheinend trotzdem von einigen empfohlen und gelesen. Darum will ich hier kurz und exemplarisch das erste Kapitel bearbeiten, um zu zeigen, wie Tarach versucht, die Faktenlage zu entstellen.  Ganz im Stile seines Vorbilds Alan Dershowitz3 halbiert und/oder verändert er die Quellen in einer ihm angenehmen und funktionalen Weise. Das Anliegen, alles seiner Sichtweise zu unterwerfen, indem er die Präsentation der Faktenlage jener anpasst, ist zu leicht zu durchschauen. (mehr …)

  1. Bernd Dahlenburg (Honestly Concerned) als Referenz auf Tarachs Blog. []
  2. Alle Zitate und Fußnoten beziehen sich auf die 2. Auflage, März 2009; die dritte Auflage hat ein Geleitwort von Henryk M. Broder bekommen. Anscheinend meint Tarach, dass ein solches sein Buch veredeln würde. []
  3. The Case for Israel, 2003. Dershowitz‘ Apologie auf die Menschenrechtsverletzungen durch den Staat Israel wurde umfassend und genau von Finkelstein (Beyond Chutzpah – On the Missuse of Anti-Semitism and the Abuse of History, dt.: Antisemitismus als politische Waffe) analysiert und  sämtliche seiner Falschdarstellungen widerlegt. []