Archive for the ‘Repression’ Category

Best of „No Occupation“

Donnerstag, Juli 12th, 2012

Levy: "Wenn es zuschlägt wie eine Besatzung, wenn es unterdrückt wie eine Besatzung, wenn es tötet wie eine Besatzung, dann ist es..." Bibi: "Eine Ente!" (John Brown)

Eden Abergil: "Hör zu, ich nehme jetzt die Augenbinde ab. Sag mir, ob du noch immer eine Besatzung siehst." (Ami Kaufman)

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„Roadmap to Apartheid“ (Trailer)

Donnerstag, Juli 5th, 2012

Als vor einiger Zeit der Vorsitzende der SPD,  Sigmar Gabriel, die Verhältnisse in Hebron mit der Apartheid in Südafrika verglich, brach sofort ein Sturm der Entrüstung los. Gabriel hatte auf seiner Reise durch Israel und die Besetzten Gebiete auch Hebron besucht und war geschockt ob der Verhältnisse:

„Ich war gerade in Hebron. Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“1

Schon kurze Zeit später ruderte Gabriel zurück, relativierte seine Aussage und vermied damit, wie die Sau durchs Dorf getrieben zu werden. Etwas, was dem Günter Grass nicht gelang. Wenn Gabriels Aussage zu dem Missverständnis geführt habe, er wolle Israel und die Regierung mit dem alten Apartheidregime Südafrikas gleichsetzen, tue ihm das leid.

„Das wollte und will ich ausdrücklich nicht, weil dieser Vergleich Israel gegenüber mehr als ungerecht und dem alten Südafrika gegenüber verharmlosend wäre.“2

Damit war Gabriel vorerst aus der Schusslinie. Zwar wird über Gabriels Äußerung noch ab und an im anderen Kontext berichtet, aber insgesamt hat Gabriel durch die empörte Parteinahme wohl vor allem im Zusammenhang mit der Causa Grass eher an Unterstützung gewonnen, denn er gilt im deutschen Munde jetzt als einer, der Mut gezeigt hat aber dennoch weichen musste.

Nicht erst Gabriel geriet unter Beschuss, als er das Wort Apartheid im Kontext mit Israel benutzt. Prominentestes Beispiel vor ihm war Jimmy Carter, der nach Veröffentlichung seines Buches „Palestine: Peace not Apartheid“ hart angegangen wurde, zuletzt auch mit dem Vorwurf des Antisemitismus. Im Gegensatz zu Grass, der seit der Affäre um sein Gedicht trotz (zu oft erschreckender) Zustimmung bei breiten Teilen der Bevölkerung unter der Inetellektülle Deutschlands als Antisemit und daher als nicht mehr tragfähig gilt, hatte Carter als Expräsident der USA bessere Ressourcen, um sich gegen ähnliche Angriffe zu wehren. Letztendlich wurde er trotz des am Ende erhobenen Vorwurfs des Antisemitismus nach seiner Rede in Brandeis von den vorwiegend jüdischen Studenten mit mehrfachen Standing Ovations bedacht, während mehr als die Hälfte des Auditoriums den Saal verließ, als der Freund des legalen Folterns, Alan Dershowitz, an das Rednerpult trat.

Die Frage jedoch, ob man Israels System und Architektur der Besatzung im Westjordanland und in Gaza3 mit der Apartheid vergleichen oder gar gleichsetzen könne, fällt damit völlig aus dem Blickwinkel, weil plötzlich der (vermeintliche) Antisemitismus dessen an der Tagesordnung steht, der den Vergleich machte. Ob denn Apartheid das richtige Wort für ist, verbleibt letztendlich unerörtert.

Seinen Beitrag dazu wird der neue Dokumentarfilm „Roadmap to Apartheid“ der weißen Südafrikanerin Ana Nogueira  und des jüdischen Israeli Eron Davidson leisten. In ihm gehen die beiden Filmemacher der Frage nach, inwiefern sich die Apartheid mit der Besatzung und dem Konflikt mit den Palästinensern gleichsetzen oder vergleichen lasse:

 

 

  1. Sigmar Gabriel auf seinem Facebookprofil, 14. März 2012 []
  2. Sigmar Gabriel auf seinem Facebookprofil, 14. März 2012 []
  3. Israel hat Gaza zwar geräumt, kontrolliert es aber effektiver als Zuvor und die Besatzung hält damit an.  Israel beherrscht alle Grenzen, den Luftraum und den Seeweg. []

Die wahren Feinde Israels

Montag, Juni 18th, 2012

Gastkommentar von Avraham Burg, Sprecher der Knesset von 1999 bis 2003 und ehemaliger Vorsitzender der Jewish Agency sowie der World Zionist Organization über Siedlungsbau und „israelische“ Waren aus dem Westjordanland: „Die wahren Feinde Israels“Neue Züricher Zeitung, 14. juni 2012 (Danke an Matthias für den Hinweis)

Vertreibung seit 1967

Dienstag, Juni 12th, 2012

So kann man Jerusalem und den Rest des Westjordanlandes auch „palästinenserrein“ machen:

Israel stripped more than 100,000 residents of Gaza and some 140,000 residents of the West Bank of their residency rights during the 27 years between its conquest of the territories in 1967 and the establishment of the Palestinian Authority in 1994. As a result, close to 250,000 Palestinians who left the territories were barred from ever returning.1

 

 

  1. „Israel admits it revoked residency rights of a quarter million Palestinians“ – Haaretz, 12. Juni 2012 (nur für Online-Abbonenten, den ganzen Artikel gibt es aber hier: http://dilipsimeon.blogspot.de/2012/06/israel-admits-it-revoked-residency.html) []

„Wenn wir die Chance hätten, würden wir euch einen nach dem anderen erschießen!“

Montag, April 30th, 2012

In Tel Aviv wollen 15 Aktivisten am Independence Day der Nakba, der Vertreibung von mehr als 750.000 Palästinensern und der Zerstörung oder Inbesitznahme ihrer Dörfer vor und während des Gründungskriegs 1948, erinnern. Eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Und eine Provokation für jeden Nationalisten:

60 Minutes: Israels Botschafter schafft Präzendenzfall

Montag, April 23rd, 2012

Derber Rückschlag für „Branding Israel“: 60 Minutes, das erfolgreichste Nachrichtenmagazin in der USA, berichtet über palästinensische Christen. Michael Oren, israelischer Botschater, protestierte noch vor Ausstrahlung…und demontierte sich selbst: „’60 Minutes’ profiles Palestinian Christians, Michael Oren falls on his face“Mondoweiss, 22. April 2012

Mit Scheiße bespritzt

Montag, März 19th, 2012

Der israelische Blogger Uri Shani schreibt dem Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hannover, Kay Schweigmann-Greve, nach dessen Kritik an Sigmar Gabriels Apartheidsvergleich:

Sehr geehrter Herr Schweigmann!

Mein Name ist Uri Shani, ich bin Israeli.

Ich danke Ihnen, dass ich durch Sie über den Besuch von Herrn Gabriel und über seine Stellungnahme hörte.

Ich danke Ihnen auch, dass Sie versuchen, mich zu verteidigen. Ich bitte Sie, dies in Zukunft zu unterlassen.

Waren Sie einmal in Hebron?

Ich war das letzte Mal vor zwei Wochen dort, ich wurde vom Militär des Staates, dem ich unerträglich hohe Steuern zahle, mit Scheiße bespritzt. Und ich meine das wörtlich. Drei Tage lang habe ich gestunken, weil ich gegen die Apartheid in Hebron und in diesem Land überhaupt demonstrieren wollte. Als wir mit der Demonstration begonnen hatten, kam gerade ein Beerdigungszug auf die Straße. Wir ließen sie durch, damit sie nicht warten mussten. In diesem Moment hat das israelische Militär Stellung bezogen und danach auch den Toten mit Scheiße bespritzt, denn als Palästinenser darf man in diesem Land nur mit Scheiße bespritzt begraben werden.

Ich habe geweint, weil wir auch mit Tränengas bombardiert wurden.

Herr Schweigmann, das hatten wir nicht nötig, denn aus Wut und Trauer hätten wir sowieso geweint.

Solche Schläge ins Gesicht, Herr Schweigmann, erhalte ich sehr oft, weil ich nicht zufrieden bin hier. Die Äußerung von Herrn Gabriel aber gibt mir Mut und stärkt mich. Nicht alle Deutsche lassen sich mit der Antisemitismuskeule erschlagen.

Was haben Sie, Herr Schweigmann, gegen das Massaker in Homs gemacht?

Die palästinensischen Bewohner von Hebron, und auch in Ramallah und in Haifa, haben wenigstens dagegen demonstriert.

Warum betonen Sie eigentlich, dass Israel ein „souveräner und demokratischer Staat“ sei. Soll ich Ihnen sagen, was ich davon halte?

Ich bitte Sie, Herr Schweigmann, wenn Sie mich unterstützen wollen, dann verhindern Sie doch bitte zum Beispiel die nuklearen U-Boot-Geschäftes ihres Staates mit Israel. Oder kommen Sie doch wenigstens einmal und sprechen Sie mit den Opfern dieser Regierung, auch mit den Staatsbürgern, die kein Haus haben, keine Arbeit haben, kein Essen haben. Darunter sind auch Schoah-Überlebende, Herr Schweigmann.

Ansonsten – bleiben Sie, wo Sie sind und lassen Sie mich wenigstens um mein Leben kämpfen! Die Scheiße, mit der ich von meiner Regierung bespritzt werde, reicht mir.

Mit freundlichen Grüßen,

uri shani (M.A.)

Die taz über Hebron

Samstag, März 17th, 2012

„Ein halber Tag in Hebron, und man kapiert, wie die Besatzung funktioniert.“ Susanne Knaul beschreibt die Lage in Hebron: „Erleben, was Besatzung heißt“taz, 16. März 2012

Hebron

Samstag, März 17th, 2012

Breaking the Silence führt durch Hebron:

 

If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck

Donnerstag, März 15th, 2012

SPD-Chef Gabriel bringt das Blut in den Adern vieler Leute zum kochen, weil er gestern auf seinem Facebookprofil während seines Besuchs des Westjordanlandes über Hebron schrieb:

„Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“

„Nicht nur in Hebron, sondern im ganzen Westjordanland!“, möchte man da Gabriel hinterher rufen.1

  1. Und dabei geht es gar nicht darum, ob die Benutzung des Begriffs jetzt das Regime in Südafrika relativiert oder die Kolonialisierung, den Landraub oder das Einsperren und Unterdrücken der palästinensischen Bevölkerung richtig umschreibt. Sondern eher um das offene Aussprechen des Leides, was den Menschen in den Besetzten Gebieten durch die Besatzung und den Siedlungsbau widerfährt. []