Archiv für die 'Rassismus' Kategorie

Berlin: The radical left (scene) in Israel

Da ich in letzter Zeit nur unregelmäßig meine Mails abrufe (sehr zum Leid mancher Leute, bei denen ich mich wegen der späten Antworten entschuldigen muss), ist diese mir von mehreren Personen empfohlene Veranstaltung am Sonntag, den 7. Oktober, etwas untergegangen. Allerdings fragt man sich, wer sich diesen blöden Titel ausgedacht hat. Wer interessiert sich schon für die “Szene”, außer die “Szene”?

Sonntag, den 7.10.2012, 18.30 Uhr, Café Commune (Reichenberger Straße 157 in 10999 Berlin- Kreuzberg)

The radical left scene in Israel

Some in the German left attract attention for their unorthodox position of “supporting Israel”. But they tend to conceal to which Israel they actually want to address their solidarity. The conservative government currently in power? The right-wing settlers in the occupied territories? The now largely defunct peace movement? The recent mass protests for social justice? But even if they are prepared to concede that the country is no monolithic block, there is one political faction that they are used to willfully ignore: Israel’s own radical left. From the point of view of an Israeli who has lived there for more than 20 years, I will tell you about the political situation and its conflicts, the history of immigration, and the various left-wing groups trying to topple racism, war, and 45 years of occupation.

(The presentation is in English)

Die Veranstaltung wird unterstützt von der North-East Antifascists NEA.

 

Ashkenaz (Dokumentation)

Aschkenasim sind Juden aus Europa, sie sind die Weißen Israels. Wie die meisten Weißen in multikulturellen Gesellschaften betrachten sie sich selbst nicht als Ethnie, denn “sind wir nicht alle Israelis” inzwischen? Jiddisch wurde mit Hebräisch, die Religion wurde mit dem Säkularismus, die Tradition mit der Moderne ersetzt, Exil mit Souveränität, Landlosigkeit mit Besatzung, das Schtetl mit der Siedlung, die Ironie mit Zynismus und blasse Mädchen mit dunklen Locken mit gebleichten Blondinen mit einem Teint. Aber das Paradoxe am Weißsein in Israel ist, dass die Aschkenasim historisch nicht gerade “weiße Leute” waren. Als eine Geschichte, die im Rheinland beginnt und im Heiligen Land endet (oder ist es umgekehrt), schaut “Aschkenaz” auf Weiße in Israel und fragt sich: Wie sind die “anderen” Europas das “Europa” der anderen geworden?1

  1. Eigene Übersetzung des Ankündigungstextes auf der neuen Seite der Bay Area Mizrahi/Arab-Jewish Study Group []

Besatzungmacht kritisieren

Ein südafrikanisches Ministerium rät Bürgern von Israel-Reisen ab. Die junge welt berichtet heute:

Erstmals hat Südafrikas Regierung am Dienstag in einer offiziellen Verlautbarung seine Bürger aufgefordert, nicht nach Israel zu reisen. Der Vizeminister für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, Ebrahim Ebrahim, sprach von »einer Politik des Abratens, weil wir glauben, daß Israel eine Besatzungsmacht ist und in den besetzten Palästinensergebieten Dinge macht, die von der gesamten internationalen Gemeinschaft abgelehnt werden«. Er stellte zwar gleichzeitig klar, daß sein Land niemanden aufhalten werde, doch »wir raten ihnen davon ab«. Die Botschaft ist eindeutig: Die ANC-Regierung in Pretoria will Druck machen auf Tel Aviv, dessen Politik gegenüber den Palästinensern in der Kaprepublik bereits wiederholt mit der Unterdrückung während der Apartheid verglichen worden war.

Mit Besuchen von Südafrikanern in Israel würde »die Besetzung der Palästinensergebiete anerkannt werden, und wir glauben, daß eine Botschaft an die Israelis gesandt werden muß, daß sie diese Besatzung beenden müssen«, begründete Ebrahim den Schritt der Regierung.

»Die Katze ist aus dem Sack«, kommentierte Israels Botschafter in Südafrika, Dov Segev-Steinberg, die südafrikanische Entscheidung. Bereits Ende 2010 hatte der ehemalige Kapstädter Erzbischof Desmond Tutu das Ensemble der Oper seiner Stadt aufgefordert, eine geplante Israel-Reise abzusagen. »Nur die dickhäutigsten Südafrikaner würden sich dabei wohl, fühlen vor einem Publikum aufzutreten, das beispielsweise Menschen aus einem besetzten Dorf in der Westbank ausschließt, während es deren jüdische Nachbarn aus einer illegalen Siedlung auf besetztem palästinensischen Gebiet einschließt«, wetterte Tutu seinerzeit. Der Erzbischof war bereits vor Nelson Mandela für seinen Einsatz gegen die Apartheid mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Er hatte wiederholt das Engagement weißer, jüdischer Aktivisten gegen die Rassentrennung hervorgehoben, plötzlich stand er selbst am Pranger, mußte sich gar als »Fanatiker« bezeichnen lassen.

Die Ablehnung der israelischen Politik in der Palästinenserfrage ist in Südafrika seither ständig gewachsen. Die Universität Johannesburg beendete auf studentischen Druck eine Kooperation mit einer israelischen Hochschule. Im Mai dieses Jahres preschte schließlich Rob Davies, Handelsminister im Kabinett von Jacob Zuma, vor. Er forderte, Waren, die außerhalb der israelischen Grenzen von 1948 – also beispielsweise im Gazastreifen – produziert werden, müßten als »hergestellt in den besetzten palästinensischen Gebieten« deklariert werden. Davies wollte das zwar nicht als Boykottaufruf verstanden wissen. Sein Kabinettskollege Marius Fransman, zweiter Vizeminister für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, redete allerdings offen von einer »Strategie, ökonomischen Druck auf Israel auszuüben«.

Eine weitere Nachricht vom Kap belegt, daß Südafrikas Regierung sich inzwischen in einer Position fühlt, in der sie sich solche Schritte erlauben kann. Am Dienstag gab das Land bekannt, 2013 erstmals das Jahrestreffen der BRICS-Gemeinschaft der wirtschaftlich stärksten Schwellenländer, der neben dem jüngsten Mitglied Südafrika Brasilien, Rußland, Indien und China angehören, auszurichten.

Eine Werbung und ihre Antworten

Eine Werbung

Bahnhof Chappaqua Metro-North, New York, 10. Juli 2012.

…und ihre Antworten:

Metro-North, New York

Werbung auf einem Bus in San Francisco

Was sollte man auch anderes antworten können, wenn Rechtfertigen nicht möglich ist.

Breaking the Silence auf Deutschlandradio

Deutschlandradio brachte vor einigen Tagen ein Feature zur israelischen Organisation ehemaliger IDF-Soldaten Breaking the Silence, was teilweise deren aktuellen Dokumentation über Hebron entnommen ist: “Das Schweigen brechen” – Deutschlandfunk, 7. August 2012.

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Tikkun Special: Pinkwashing

Die US-amerikanische Zeitung Tikkun bringt ein exzellentes Special zu dem momentan im Zuge des CSD auch hierzulande diskutierten Thema “Pinkwashing”. Eine ähnliche Debatte wäre auch hierzulande angebracht. Begonnen hat sie die taz, es wäre jedoch Zeit, dort auch dissidente Stimmen zu Wort  kommen zu lassen. Die ausgetauschten Argumente sind die gleichen: Ob in Israel, Deutschland oder in den USA. Die Debatte besteht aus mehreren Teilen, die wichtigsten dabei sind:

“Boycotting Equality Forum’s Israeli Sponsorship” – Rabbi Rebecca Alpert und Prof. jur. Katherine Franke berichten, warum sie ihre Teilnahme an dem durch Israel gesponserte “Equality Forum” absagten.

“U.S. Gay Rights Activists: Stop Pinkwashing Palestinian Suffering!” – Richard Silverstein berichtet umfassend über die politischen Hintergründe des Boykotts,  die Zusammenarbeit israelischer staatlicher Institutionen mit schwulenfeindlichen Christen und den Versuch, jeglichen Protest gegen die Instrumentalisierung von LGBT-Rechten als “anti-israelisch” darzustellen.

“An Inconvenient Truth: The Myths of Pinkwashing” – Arthur Slepian, einer der Gründer der pro-israelischen LGBT-Gruppe “A Wider Bridge” versucht, Pinkwashing als Mythos zu entlarven (was ihm nicht so recht gelingt).

“The Greater Context of the Pinkwashing Debate” – Die Professorin Katherine Franke antwortet auf Slepian zeigt auf, dass es nicht um die LGBT-Rechte in Israel, sondern um deren Instrumentalisierung geht und dass das Phänomen Pinkwashing bzw. Homonationalismus nicht nur Israel betrifft.

“Revealing the Truth Behind the Rainbow: Seattle’s Anti-Pinkwashing Success” - Wendy Elisheva Somerson beleuchtet die Kampagne “Brand Israel” etwas näher, zeigt, warum die Einladung der israelischen LGBT-Gruppen in Seattle (als der Anlass der Debatte) zurückgezogen wurde und greift dabei Slepians fünf “Mythen” an.

 

 

Israelisches Olympiateam: 100% arabfree

Bei 20% Anteil an der Bevölkerung stellen die israelischen Palästinenser bei den Olympischen Spielen in London 2012 genauso so viele Sportler: 0

Und das seit acht Olympiarunden. Bei 19 Teilnahmen an den  Spielen mit 338 Sportlern waren ganze zwei (!) israelische Palästinenser darunter: Der Fußballer Rifat Turk (Montreal, 1976) und der Gewichtheber Edward Maron (Rom, 1960). Das ist aber sicherlich alles nur reiner Zufall. Liegt bestimmt am fettigen Essen.

Berlin: Homonationalism and Pinkwashing

Homonationalism and Pinkwashing- Lecutre and Discussion in Südblock (U-Bhf Kottbusser Tor) at 18:00, Monday the 30th of July.

Due to the heated debates and the requests of many who couldn’t make it last time, we will be offering another workshop about Homonationalism and Pinkwashing.

Homonationalism and Pinkwashing are both terms used to describe liberal mechanisms which exploit the achievements of the LGBT rights movement and use them to advance nationalist agenda. Homonationalism is a discourse used by some Western countries to determine their sense of difference from and supremacy over countries in the global East and South while using gay rights and lifestyle achievements as a main argument for their sense of supremacy and nationalism. Pinkwashing is an organized attempt to conceal systematic human rights violations or even apartheid conducted by a country by refocusing international attention to its relatively-lax gay scene and lifestyle and internationally re-branding the country and its image based on those. Germany is a leading country associated with Homonationalism. Pinkwashing is a term that is synonymous with Israel.
This presentation will focus on homonationalistic discourses in different countries and in Germany in particular, and will then analyse the Israeli pinkwashing campaign, its effect on the LGBT communities in Israel-Palestine, and on the role that Germany and German LGBT communities play in perpetuating pinkwashing and homonationalism within and without its national borders.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt, eine Simultanübersetzung wird angeboten.

(Der Veranstaltungshinweis erreichte mich via Mail.)

Eklat: MK Haneen Zoabi in München

Wie die israelische Abgeordnete Haneen Zoabi die zionistische Seele in München zum Kochen bringen kann, berichtet Schlesinger in seinem ausführlichen Veranstaltungsbericht: “Eklat bei den Palästinensertagen München”Transatlantikblog, 16. Juli 2012.

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Die Besatzung veranschaulicht: Bewegungsfreiheit

Während im Westjordanland lebende jüdische Siedler Bewegungsfreiheit1 auf “Jews only”-Straßen besitzen, werden die dort lebenden Palästinenser verschiedensten Restriktionen unterworfen. Die Aktivistin Michal Vexler hat dies anhand einer Reise zum Meer treffend veranschaulicht:

 

  1. Zumindest zwischen den Siedlungen untereinander und den Siedlungen und Israel; es mag dabei richtig sein, dass es nicht überall im Westjordanland für Siedler ungefährlich wäre sich zu bewegen. []

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Noteworthy

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Moshe Zuckermann über das Umschlagen eines emanzipatorische Impulses in sein schieres Gegenteil: “Verquere Debatten – Wider den Zeitgeist. Über Juden, Deutsche, den Nahostkonflikt und Antisemitismus”junge welt, 10. Oktober 2012.

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Leute wie Samuel Salzborn oder die Meute von der Jungle World mögen Linke oder Kommunisten jüdischer Herkunft nur, wenn sie unter der Erde liegen. Ansonsten schweigen sie sich über diese aus oder beschimpfen sie auch des öfteren als Antisemiten.

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Eine gute Übersicht über die Sackgasse Zweistaatenlösung und UN-Anerkennung: “Die palästinensische Autonomiebehörde steckt in der Falle”taz, 28. September 2012.

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Tsafir Cohen rezensiert eines »der bedeutendsten Bücher über Israel/Palästina in dieser Generation« (New York Review of Books), herausgegeben von der israelischen Organisation “Breaking the Silence”: “Das Schweigen brechen”junge welt, 11. September 2011.

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Was machen und wie geht es palästinensischen Flüchtlingen in Syrien? Einen kurzen Überblick gibt Fabian Köhler: “Krieg in der Diaspora – Auch Syriens Palästinenser wollen kämpfen, aber nicht gegen Assad”Neues Deutschland, 15. August 2012.

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