Archive for the ‘Palästina’ Category

Berlin: The radical left (scene) in Israel

Samstag, Oktober 6th, 2012

Da ich in letzter Zeit nur unregelmäßig meine Mails abrufe (sehr zum Leid mancher Leute, bei denen ich mich wegen der späten Antworten entschuldigen muss), ist diese mir von mehreren Personen empfohlene Veranstaltung am Sonntag, den 7. Oktober, etwas untergegangen. Allerdings fragt man sich, wer sich diesen blöden Titel ausgedacht hat. Wer interessiert sich schon für die „Szene“, außer die „Szene“?

Sonntag, den 7.10.2012, 18.30 Uhr, Café Commune (Reichenberger Straße 157 in 10999 Berlin- Kreuzberg)

The radical left scene in Israel

Some in the German left attract attention for their unorthodox position of „supporting Israel“. But they tend to conceal to which Israel they actually want to address their solidarity. The conservative government currently in power? The right-wing settlers in the occupied territories? The now largely defunct peace movement? The recent mass protests for social justice? But even if they are prepared to concede that the country is no monolithic block, there is one political faction that they are used to willfully ignore: Israel’s own radical left. From the point of view of an Israeli who has lived there for more than 20 years, I will tell you about the political situation and its conflicts, the history of immigration, and the various left-wing groups trying to topple racism, war, and 45 years of occupation.

(The presentation is in English)

Die Veranstaltung wird unterstützt von der North-East Antifascists NEA.

 

Ratlos in Ramallah

Freitag, September 28th, 2012

Eine gute Übersicht über die Sackgasse Zweistaatenlösung und UN-Anerkennung: „Die palästinensische Autonomiebehörde steckt in der Falle“taz, 28. September 2012.

Neues Buch von »Breaking the Silence«

Dienstag, September 11th, 2012

Tsafir Cohen rezensiert eines »der bedeutendsten Bücher über Israel/Palästina in dieser Generation« (New York Review of Books), herausgegeben von der israelischen Organisation „Breaking the Silence“: „Das Schweigen brechen“junge welt, 11. September 2011.

Besatzungmacht kritisieren

Donnerstag, August 16th, 2012

Ein südafrikanisches Ministerium rät Bürgern von Israel-Reisen ab. Die junge welt berichtet heute:

Erstmals hat Südafrikas Regierung am Dienstag in einer offiziellen Verlautbarung seine Bürger aufgefordert, nicht nach Israel zu reisen. Der Vizeminister für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, Ebrahim Ebrahim, sprach von »einer Politik des Abratens, weil wir glauben, daß Israel eine Besatzungsmacht ist und in den besetzten Palästinensergebieten Dinge macht, die von der gesamten internationalen Gemeinschaft abgelehnt werden«. Er stellte zwar gleichzeitig klar, daß sein Land niemanden aufhalten werde, doch »wir raten ihnen davon ab«. Die Botschaft ist eindeutig: Die ANC-Regierung in Pretoria will Druck machen auf Tel Aviv, dessen Politik gegenüber den Palästinensern in der Kaprepublik bereits wiederholt mit der Unterdrückung während der Apartheid verglichen worden war.

Mit Besuchen von Südafrikanern in Israel würde »die Besetzung der Palästinensergebiete anerkannt werden, und wir glauben, daß eine Botschaft an die Israelis gesandt werden muß, daß sie diese Besatzung beenden müssen«, begründete Ebrahim den Schritt der Regierung.

»Die Katze ist aus dem Sack«, kommentierte Israels Botschafter in Südafrika, Dov Segev-Steinberg, die südafrikanische Entscheidung. Bereits Ende 2010 hatte der ehemalige Kapstädter Erzbischof Desmond Tutu das Ensemble der Oper seiner Stadt aufgefordert, eine geplante Israel-Reise abzusagen. »Nur die dickhäutigsten Südafrikaner würden sich dabei wohl, fühlen vor einem Publikum aufzutreten, das beispielsweise Menschen aus einem besetzten Dorf in der Westbank ausschließt, während es deren jüdische Nachbarn aus einer illegalen Siedlung auf besetztem palästinensischen Gebiet einschließt«, wetterte Tutu seinerzeit. Der Erzbischof war bereits vor Nelson Mandela für seinen Einsatz gegen die Apartheid mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Er hatte wiederholt das Engagement weißer, jüdischer Aktivisten gegen die Rassentrennung hervorgehoben, plötzlich stand er selbst am Pranger, mußte sich gar als »Fanatiker« bezeichnen lassen.

Die Ablehnung der israelischen Politik in der Palästinenserfrage ist in Südafrika seither ständig gewachsen. Die Universität Johannesburg beendete auf studentischen Druck eine Kooperation mit einer israelischen Hochschule. Im Mai dieses Jahres preschte schließlich Rob Davies, Handelsminister im Kabinett von Jacob Zuma, vor. Er forderte, Waren, die außerhalb der israelischen Grenzen von 1948 – also beispielsweise im Gazastreifen – produziert werden, müßten als »hergestellt in den besetzten palästinensischen Gebieten« deklariert werden. Davies wollte das zwar nicht als Boykottaufruf verstanden wissen. Sein Kabinettskollege Marius Fransman, zweiter Vizeminister für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, redete allerdings offen von einer »Strategie, ökonomischen Druck auf Israel auszuüben«.

Eine weitere Nachricht vom Kap belegt, daß Südafrikas Regierung sich inzwischen in einer Position fühlt, in der sie sich solche Schritte erlauben kann. Am Dienstag gab das Land bekannt, 2013 erstmals das Jahrestreffen der BRICS-Gemeinschaft der wirtschaftlich stärksten Schwellenländer, der neben dem jüngsten Mitglied Südafrika Brasilien, Rußland, Indien und China angehören, auszurichten.

Eine Werbung und ihre Antworten

Mittwoch, August 15th, 2012

Eine Werbung

Bahnhof Chappaqua Metro-North, New York, 10. Juli 2012.

…und ihre Antworten:

Metro-North, New York

Werbung auf einem Bus in San Francisco

Was sollte man auch anderes antworten können, wenn Rechtfertigen nicht möglich ist.

Breaking the Silence auf Deutschlandradio

Mittwoch, August 15th, 2012

Deutschlandradio brachte vor einigen Tagen ein Feature zur israelischen Organisation ehemaliger IDF-Soldaten Breaking the Silence, was teilweise deren aktuellen Dokumentation über Hebron entnommen ist: „Das Schweigen brechen“ – Deutschlandfunk, 7. August 2012.

Die Belohnung für 45 Jahre Besatzung

Donnerstag, August 9th, 2012

Trotz blutiger Besatzung, Land- und Ressourcenraubs, fortgesetzten Siedlungsbaus sowie Menschenrechtsverletzungen wird Israel von der EU belohnt. Ben White über die Zunahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit: „EU-Israel: One hand whitewashes the other“Al Jazeera, 8. August 2012.

Wasser: Siedler erhalten 70mal mehr Wasser als Palästinenser

Dienstag, Juli 31st, 2012

Israel raubt nicht nur Land für Siedlungen, sondern eignet sich auch die Wasserreserven des Westjordanlandes an, um „die Wüste zum Blühen zu bringen“. Aber ist ja alles nicht so schlimm, oder?  „Attili: Israeli settlers draining Palestinian water supply“Maan News, 29. Juli 2012.

Tikkun Special: Pinkwashing

Sonntag, Juli 29th, 2012

Die US-amerikanische Zeitung Tikkun bringt ein exzellentes Special zu dem momentan im Zuge des CSD auch hierzulande diskutierten Thema „Pinkwashing“. Eine ähnliche Debatte wäre auch hierzulande angebracht. Begonnen hat sie die taz, es wäre jedoch Zeit, dort auch dissidente Stimmen zu Wort  kommen zu lassen. Die ausgetauschten Argumente sind die gleichen: Ob in Israel, Deutschland oder in den USA. Die Debatte besteht aus mehreren Teilen, die wichtigsten dabei sind:

„Boycotting Equality Forum’s Israeli Sponsorship“ – Rabbi Rebecca Alpert und Prof. jur. Katherine Franke berichten, warum sie ihre Teilnahme an dem durch Israel gesponserte „Equality Forum“ absagten.

„U.S. Gay Rights Activists: Stop Pinkwashing Palestinian Suffering!“ – Richard Silverstein berichtet umfassend über die politischen Hintergründe des Boykotts,  die Zusammenarbeit israelischer staatlicher Institutionen mit schwulenfeindlichen Christen und den Versuch, jeglichen Protest gegen die Instrumentalisierung von LGBT-Rechten als „anti-israelisch“ darzustellen.

„An Inconvenient Truth: The Myths of Pinkwashing“ – Arthur Slepian, einer der Gründer der pro-israelischen LGBT-Gruppe „A Wider Bridge“ versucht, Pinkwashing als Mythos zu entlarven (was ihm nicht so recht gelingt).

„The Greater Context of the Pinkwashing Debate“ – Die Professorin Katherine Franke antwortet auf Slepian zeigt auf, dass es nicht um die LGBT-Rechte in Israel, sondern um deren Instrumentalisierung geht und dass das Phänomen Pinkwashing bzw. Homonationalismus nicht nur Israel betrifft.

„Revealing the Truth Behind the Rainbow: Seattle’s Anti-Pinkwashing Success“ – Wendy Elisheva Somerson beleuchtet die Kampagne „Brand Israel“ etwas näher, zeigt, warum die Einladung der israelischen LGBT-Gruppen in Seattle (als der Anlass der Debatte) zurückgezogen wurde und greift dabei Slepians fünf „Mythen“ an.

 

 

Interview zu Homonationalismus und Pinkwashing

Sonntag, Juli 29th, 2012

Ein Interview mit Yossi über Homonationalismus und Pinkwashing: „Wir leiden unter homophoben Ausfällen“junge welt, 28. Juli 2012.