Archive for the ‘Islam’ Category

Wir fordern des Botschafters Kopf

Dienstag, Dezember 6th, 2011

Nachdem der US-Botschafter in Belgien, selber Jude und Sohn eines polnischen Holocaustüberlebenden, einen großen Anteil antijüdischer Ressentiments in den europäischen muslimischen Gemeinden dem anhaltenden Konflikt Israels mit den Palästinensern zuschreibt, fordern die Apologeten Israels seinen Kopf. Philip Weiss über eine Polit-Posse: „Read the Ambassador’s speech on settlements fostering anti-Semitism that has neocons calling for his scalp“Mondoweiss, 5. Dezember 2011

Die jüdische Welt schweigt doch gar nicht, Herr Stein!

Sonntag, Februar 27th, 2011

Hannes Stein fragt in der Jüdischen Allgemeinen, warum die jüdische Welt still bleibt ob der Ereignisse in der arabischen Welt und vor allem in Ägypten:

„Warum tun Juden sich dann jetzt so schwer, die Morgendämmerung der Freiheit im Orient zu begrüßen? Warum jubeln sie nicht lauthals mit, wenn – oh Wunder der Weltgeschichte! – Ägypten selbst aus Ägypten auszieht? Warum schweigt Israel wie vom Donner gerührt? Warum hört man auch von jüdischen Organisationen in Amerika kein Sterbenswörtchen?“

Und beantwortet die Frage mit einer Gegebenheit aus dem 17. Jahrhundert, in der der Mob in Frankfurt sich bei einem Aufstand gegen die Oberen auch gleich gegen die Juden erhob, um dann daraus zu schließen, die Juden hätten

„[…] immer dieselbe begründete Angst vor den »pauperes«, den verarmten aufgehetzten Massen, die in Momenten der Raserei nichts Besseres zu tun wussten, als über die Juden herzufallen. Just diese Logik – eine Diaspora-Logik, wie man leider feststellen muss – steckte hinter dem Bündnis des Staates Israel mit Hosni Mubarak: Der ägyptische Diktator garantierte einen »kalten Frieden« und hielt, so hat es den Anschein, wenigstens die schlimmsten Antisemiten im Zaum.“

Herr Stein, Sie irren sich ganz gewaltig. Vielleicht schweigt nur eine Seite, eine andere dagegen ruft sehr wohl laut aus:

“We are deeply inspired by their push for democracy and freedom“ (Cecilie Surasky (Jewish Voice for Peace): „A Jewish Group Makes Waves, Locally and Abroad“ – The New York Times, 3. Februar 2011)

“Now is the moment we have and that moment is slipping away. We’re not in a place where a two-state solution will magically become more attainable. We need to take the opportunity we have now to achieve a lasting peace with security for Israel. … I don’t think Egypt is about to become another Iran, but rather it will have a democratic government that will keep its treaty with Israel.” (Hadar Susskind (J Street): „Mideast Unrest Hardening Positions In Community“ – The Jewish Week, 15. Februar 2011)

„The genie of revolution, of renewal, of rejuvenation, is now haunting all the regimes in the Region. The inhabitants of the “Villa in the Jungle” are liable to wake up one morning and discover that the jungle is gone, that we are surrounded by a new landscape.“ (Uri Avnery (Gush Shalom): „The Genie Is Out of the Bottle“ – Al Jazeera, 21. Februar 2011)

„The inspiring triumph of the Egyptian people in the nonviolent overthrow of the hated dictator Hosni Mubarak is a real triumph of the human spirit. While there will likely be continued struggle in order to insure that the military junta will allow for a real democratic transition, the mobilization of Egypt’s civil society and the empowerment of millions of workers, students, intellectuals and others in the cause of freedom will be difficult to contain.“ (Prof. Stephen Zunes: „Mubarak’s Ouster: Good for Egypt, Good for Israel“ – Tikkun, Februar 2011)

Und viele andere Gruppen, Organisationen, Journalisten, Zeitungen, Einzelpersonen oder auch die vielen vielen Blogger wie Alex Kane, Max Blumenthal, Richard Silverstein oder die pausenlose und großartige Berichterstattung über Ägypten bei Philip Weiss und Adam Horowitz.

Um dann Ihre Frage zu beantworten, warum die restliche jüdische Welt bisher schweigt: anscheinend haben bis auf Ausnahmen die meisten rechten und pro-israelischen Organisationen im Gegensatz zu manchem linken Schmierblättchen unbewusst den Rat von Lara Friedman befolgt:

„For Israel and friends of Israel, there are two smart choices: Either embrace the change that is happening with the same good will that is being shown by the rest of the world, or keep quiet.“ (Lara Friedmann (Americans for Peace Now): „Either embrace change in Egypt or stay quiet“ – JTA, 31. Januar 2011)

Thomas Friedman warnt letztendlich vielleicht dann doch nicht zu unrecht:

„I had given up on Netanyahu’s cabinet and urged the U.S. to walk away. But that was B.E. — Before Egypt. Today, I believe President Obama should put his own peace plan on the table, bridging the Israeli and Palestinian positions, and demand that the two sides negotiate on it without any preconditions. There is a huge storm coming, Israel. Get out of the way.“ (Thomas Friedman: „B.E., Before Egypt. A.E., After Egypt.“ – New York Times, 1. Februar 2011)

Antisemitismus und Islamophobie

Sonntag, Februar 20th, 2011

Sabine Schiffer, Autorin des Werkes „Antisemitismus und Islamophobie – Ein Vergleich“, war am 16. Februar 2011 vom AK Nahost in Berlin eingeladen worden, um über Parallelen des klassischen Antisemitismus und der modernen Islamfeindlichkeit zu referieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe ‚Der Antisemitismusvorwurf gegen die Palästinasolidaritäts-Arbeit‘ statt und besteht aus drei Videos: Einleitung durch Joachim Varchim (die man ruhig überspringen kann), Vortrag, Diskussion. Der Vortrag gibt einen kurzen, aber interessanten Einblick darüber, was Antisemitismus und Islamfeindlichkeit eint, aber auch, was sie trennt.

Broder interviewt Sarrazin

Mittwoch, Dezember 8th, 2010

Da treffen sich Sarrazin und Broder. Der eine erfindet das Juden-Gen neu, für den anderen sind Juden, die nach Dialog und Frieden in Israel und Palästina rufen, fast so große Antisemiten, wie diejenigen, die sie verfolgen und verfolgten.

Und die taz ganz vorne dabei. Wenn dieser Artikel dieser beiden antimuslimischen Rassisten Ironie sein soll, dann finde ich die Pointe nicht. Aber Pluralsimus in der taz, das muss ja sein, was? Damit auch der grüne „Islamkritiker“ sich hier noch aufgehoben fühlt.

Broder: „Wir geben Euch Gaza zurück“

Dienstag, November 9th, 2010

Echt „provokativ“: Ein Jude und ein Araber zusammen auf Deutschlandtour.1 Neben schlechten Ausländer- und Judenwitzen macht Broder, der es im gelobten Land dann doch nicht allzu lange aushielt, einen auf Israeli: Er hängt sich die blau-weiße Fahne mit dem Davidstern an seinen Fahrersitz und bietet seinem Beifahrer für dessen Hilfe, als Stele verkleidet am Holocaustmahnmal herumzustehen, den Sinai (da kommt Broder etwas zu spät) und dann Gaza an:

Broder: „Das ist nicht verhandelbar?“

Abdel-Samad: „Nein!“

Broder: „Und wenn wir euch den Sinai zurückgeben? Den habt ihr ja schon.“

Abdel-Samad: „Den haben wir schon…aus eigener Kraft.“

Broder: „Auch ganz Taba?“

Abdel-Samad: „Taba haben wir auch zurück. Samt Hotel!“

Broder: „Okay. Wir geben euch Gaza zurück!“

Abdel-Samad: „Das brauchen wir nicht, das ist so kaputt.“2

(mehr …)

  1. http://entweder-broder.de/ []
  2. Minute 11.50: http://www.youtube.com/watch?v=wbO9QlQeW5Y&feature=related []

Christlich-jüdisch-abendländische Kultur???

Dienstag, Oktober 5th, 2010

Nachdem der deutsche Bundespräsident in seiner Rede zu dem Tag, an dem das gute Deutschland über das böse Deutschland gesiegt hat, den Islam endlich in der Mitte der Gesellschaft begrüßen wollte, hagelt es Kritik von rechts-unten. Sowohl geographisch als auch politisch:

„Um das klar zu sagen: Die Leitkultur in Deutschland ist die christlich-jüdisch-abendländische Kultur. Sie ist nicht die islamische und wird es auch nicht in Zukunft sein“, sagte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich. (tagesschau.de – 5. Oktober 2010)

Moment, habe ich da etwas verpasst? 2000 Jahre Erniedrigung, Verfolgung, Vertreibung, Ermordung und letztendlich Massenvernichtung der europäischen Juden? Nicht passiert? Und die Saubande von CSU wagt es von „christlich-jüdischer-abendländicher Kultur“ zu sprechen? Irre ich mich, oder war es nicht vor allem der Islam, der 50 Generationen lang mehr oder minder garantierte, dass Juden im Gegensatz zu der Verfolgung in den christlichen Ländern relativ unbescholten leben konnten? Erlebte das Judentum nicht gerade im muslimischen Spanien seine Blütezeit? Und wohin gingen die Juden, als die spanische Krone sie von der Halbinsel jagte? Es gibt keine „christlich-jüdische-abendländische“ Kultur. Jedenfalls keine, die es gegen den Islam hochzuhalten gäbe. Aber plötzlich soll das Judentum, nachdem man es in Europa fast ausgerottet hat, als Alibi gegen den Islam herhalten? Dem Friedrich gehört mal ordentlich der Marsch geblasen.

Anti-Defamation League hetzt gegen ein muslimisches Zentrum nahe Ground Zero

Montag, August 2nd, 2010

Zwei Blocks entfernt von Ground Zero soll das Cordobahaus, ein muslimisches Kulturzentrum für den Dialog zwischen dem Islam und dem Westen, entstehen. Unterstützt wird dieses Projekt unter anderem auch durch den Bürgermeister New Yorks, Bloomberg. Nun beginnt die Anti-Defamation League unter Abraham Foxman Stimmung gegen Muslime zu machen: „ADL Says ‘No’ to Park51 Ground Zero Muslim Cultural Center, Claims ‘Survivors’ Entitled to Be Racist“ – Richard Silverstein, 1. August 2010.

Israel lässt Beduinendorf zerstören – Schaulustige applaudieren

Mittwoch, Juli 28th, 2010

Drei Jahre nach der Gründung Israels wurden die Bewohner des Dorfes Al-Araqib schon einmal vertrieben, doch sie kehrten zurück. Jetzt hat Israel Tatsachen geschaffen. Das 40 Gebäude umfassende Dorf, das schon lange vor Israel existierte, wurde gestern gänzlich zerstört, damit der Jüdische Nationalfond (JNF) einen Wald auf dem Land anpflanzen lassen kann. Die Gegend ist halt nicht für arabische Siedlungen vorgesehen.1

Schlafende Beduinen nachdem sie aus dem Dorf gebracht wurden (CNN)

Philip Weiss erwähnt, dass die Zerstörung des Dorfes direkt nach einem Statement Netanyahus am Sonntag erfolgte, in dem er davor warnte, dass in manchen Gegenden Israels Juden zu einer Minorität würden, was eine Gefahr wie auf dem Balkan  darstellen würde.2

Während 1500 Polizisten mit Hubschraubern, Wasserwerfern und Aufstandsbekämpfungseinheiten den Abriss begleiteten, wurden sie von Buslandungen voll von Schaulustigen begleitet.3 Die heroische „Jüdische“ unter dem Großadmiral Pfeifer trauert währenddessen nur über einen abgestürzten Militärhubschrauber.4 Das Leid der anderen wird, wie immer, totgeschwiegen.

  1. http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=302808 []
  2. http://mondoweiss.net/2010/07/report-bedouin-village-was-uprooted-after-netanyahu-described-non-jews-in-negev-as-real-threat-to-israels-character.html []
  3. http://edition.cnn.com/2010/WORLD/meast/07/27/israel.bedouins.demolitions/index.html?hpt=T2#fbid=i9uDuo6HkFy []
  4. http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=65&Param_Red=13199 []

Henryk M. Broder zum Islam konvertiert?

Montag, Juli 19th, 2010

Henryk M. Broder, der araberhassende Giftzwerg der Nation, soll sein Judentum an den Nagel gehängt haben und zum Islam konvertiert sein. Das sagt zumindest die deutschsprachige iranische Nachrichtenagentur Irib. Diese Zionismushasser haben ja sogar noch manchmal Humor. Ich zumindest fand die Vorstellung sehr amüsant.