Archive for the ‘Fundstellen’ Category

Wir mögen euch nur, wenn ihr tot seid!

Sonntag, Oktober 7th, 2012

Leute wie Samuel Salzborn oder die Meute von der Jungle World mögen Linke oder Kommunisten jüdischer Herkunft nur, wenn sie unter der Erde liegen. Ansonsten schweigen sie sich über diese aus oder beschimpfen sie auch des öfteren als Antisemiten.

Besatzungmacht kritisieren

Donnerstag, August 16th, 2012

Ein südafrikanisches Ministerium rät Bürgern von Israel-Reisen ab. Die junge welt berichtet heute:

Erstmals hat Südafrikas Regierung am Dienstag in einer offiziellen Verlautbarung seine Bürger aufgefordert, nicht nach Israel zu reisen. Der Vizeminister für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, Ebrahim Ebrahim, sprach von »einer Politik des Abratens, weil wir glauben, daß Israel eine Besatzungsmacht ist und in den besetzten Palästinensergebieten Dinge macht, die von der gesamten internationalen Gemeinschaft abgelehnt werden«. Er stellte zwar gleichzeitig klar, daß sein Land niemanden aufhalten werde, doch »wir raten ihnen davon ab«. Die Botschaft ist eindeutig: Die ANC-Regierung in Pretoria will Druck machen auf Tel Aviv, dessen Politik gegenüber den Palästinensern in der Kaprepublik bereits wiederholt mit der Unterdrückung während der Apartheid verglichen worden war.

Mit Besuchen von Südafrikanern in Israel würde »die Besetzung der Palästinensergebiete anerkannt werden, und wir glauben, daß eine Botschaft an die Israelis gesandt werden muß, daß sie diese Besatzung beenden müssen«, begründete Ebrahim den Schritt der Regierung.

»Die Katze ist aus dem Sack«, kommentierte Israels Botschafter in Südafrika, Dov Segev-Steinberg, die südafrikanische Entscheidung. Bereits Ende 2010 hatte der ehemalige Kapstädter Erzbischof Desmond Tutu das Ensemble der Oper seiner Stadt aufgefordert, eine geplante Israel-Reise abzusagen. »Nur die dickhäutigsten Südafrikaner würden sich dabei wohl, fühlen vor einem Publikum aufzutreten, das beispielsweise Menschen aus einem besetzten Dorf in der Westbank ausschließt, während es deren jüdische Nachbarn aus einer illegalen Siedlung auf besetztem palästinensischen Gebiet einschließt«, wetterte Tutu seinerzeit. Der Erzbischof war bereits vor Nelson Mandela für seinen Einsatz gegen die Apartheid mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Er hatte wiederholt das Engagement weißer, jüdischer Aktivisten gegen die Rassentrennung hervorgehoben, plötzlich stand er selbst am Pranger, mußte sich gar als »Fanatiker« bezeichnen lassen.

Die Ablehnung der israelischen Politik in der Palästinenserfrage ist in Südafrika seither ständig gewachsen. Die Universität Johannesburg beendete auf studentischen Druck eine Kooperation mit einer israelischen Hochschule. Im Mai dieses Jahres preschte schließlich Rob Davies, Handelsminister im Kabinett von Jacob Zuma, vor. Er forderte, Waren, die außerhalb der israelischen Grenzen von 1948 – also beispielsweise im Gazastreifen – produziert werden, müßten als »hergestellt in den besetzten palästinensischen Gebieten« deklariert werden. Davies wollte das zwar nicht als Boykottaufruf verstanden wissen. Sein Kabinettskollege Marius Fransman, zweiter Vizeminister für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, redete allerdings offen von einer »Strategie, ökonomischen Druck auf Israel auszuüben«.

Eine weitere Nachricht vom Kap belegt, daß Südafrikas Regierung sich inzwischen in einer Position fühlt, in der sie sich solche Schritte erlauben kann. Am Dienstag gab das Land bekannt, 2013 erstmals das Jahrestreffen der BRICS-Gemeinschaft der wirtschaftlich stärksten Schwellenländer, der neben dem jüngsten Mitglied Südafrika Brasilien, Rußland, Indien und China angehören, auszurichten.

Top Ten Anti-Israel/Anti-Semitic Slurs 2011

Montag, Dezember 19th, 2011

Die Nummer 9 der  „Top Ten Anti-Israel/Anti-Semitic Slurs 2011“ ist dieses Jahr Hermann Dierkes, der Kreisvorsitzende der Linkspartei in Duisburg :

“Oppose the moral blackmail of the so-called Holocaust! [“Wahrheit macht Frei!”] Truth makes free!”

Hermann Dierkes, leader of the Left Party in Duisburg, Germany, April 2011.  From a flyer on the Left Party’s website with a swastika morphing into a Star of David calling for a boycott or Israeli products and labelling Israel a “rogue state” and a “warmonger.” Arbeit macht Frei (work makes free) is inscribed on the gates of Nazi concentration camps including Auschwitz and Dachau.   (Simon Wiesenthal Center)

Der Beschuldigte antwortet in der jungen welt, warum gerade er auf der Liste zu finden ist:

„Das frage ich mich auch. Mir wird Antisemitismus unterstellt, weil auf unserer Jugend-Homepage ein Flugblatt aufgetaucht war, das uns offenbar von einem Hacker untergeschoben worden war. Wir haben sofort, nachdem wir darauf aufmerksam wurden, Strafanzeige gestellt – die Spur ließ sich aber nur bis in den Raum Essen/Gelsenkirchen zurückverfolgen.

Obwohl wir uns von diesem Flugblatt sofort schärfstens distanziert haben, wird es immer wieder zum Anlaß genommen, uns und mir persönlich Antisemitismus vorzuwerfen. Natürlich wurde die Datei sofort gelöscht. Wir haben allerdings den Verdacht, daß dieser Text mit Absicht auf unserer Jugend-Homepage an unübersichtlicher Stelle plaziert wurde, um ihn zu einem geeigneten Zeitpunkt gegen uns instrumentalisieren zu können.“ („Lächerlicher geht es wohl kaum noch“junge welt, 19. Dezember 2011)

Zitat der Woche

Sonntag, August 7th, 2011

Das unterschreibe ich blind:

Ich glaube, man muss sich damit abfinden, dass die deutsche Linke einer alten palästinensischen Frau nicht mal aus dem Zug helfen würde, ohne sich aus Angst vor Antisemitismusvorwürfen einzuscheißen.1

  1. Rhizom in einer Diskussion über das Niederbrüllen einer Rede palästinensischer Queers auf dem Berliner transgenialen CSD []

Fundstellen: Robert Fisk – Pity The Nation

Mittwoch, Februar 9th, 2011

‚Ich war bei Baabda [Stadt in der Nähe Beiruts]. Ich konnte es sehen. Ich teilte den Israelis mit, dass sie die gesamte Stadt zerstören, dass sie ununterbrochen feuern würden. Sie sagten nur, dass sie es nicht würden. Sie sagten, dass sie es nicht täten. Ich rief Sharon an. Er sagte, dass es nicht wahr sei. Dieser verdammte Mann sagte zu mir am Telefon, dass das, was ich geschehen sah, nicht geschehen würde. Also hielt ich den Telefonhörer aus dem Fenster, damit er die Explosionen hören konnte. Da sagte er zu mir: „Was ist denn das für eine Konversation, in der sie den Telefonhörer aus dem Fenster halten?“‚

Philip Habib, Chefunterhändler der Amerikaner im Libanon für den Abzug der PLO aus Beirut, im Gespräch mit Robert Fisk in England, 1987; aus Robert Fisk: Pity the Nation – Lebanon at war, S. 316