Archive for the ‘Europa’ Category

Ein neuer Blog: Stephanos Mavros

Sonntag, April 17th, 2011

Ein neuer empfehlenswerter Blog ist seit einigen Tagen online: Stephanos Mavros.

Antisemitismus und Islamophobie

Sonntag, Februar 20th, 2011

Sabine Schiffer, Autorin des Werkes „Antisemitismus und Islamophobie – Ein Vergleich“, war am 16. Februar 2011 vom AK Nahost in Berlin eingeladen worden, um über Parallelen des klassischen Antisemitismus und der modernen Islamfeindlichkeit zu referieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe ‚Der Antisemitismusvorwurf gegen die Palästinasolidaritäts-Arbeit‘ statt und besteht aus drei Videos: Einleitung durch Joachim Varchim (die man ruhig überspringen kann), Vortrag, Diskussion. Der Vortrag gibt einen kurzen, aber interessanten Einblick darüber, was Antisemitismus und Islamfeindlichkeit eint, aber auch, was sie trennt.

Henryk M. Broder in London

Mittwoch, Februar 16th, 2011

„Wenn islamische Kinder Gebetsräume in Schulen bekommen, dann können wir den Hindus ja auch den wunderschönen Brauch der Witwenverbrennung erlauben.“ (Henryk M. Broder, Rassist)

Die Frau als Propagandamittel

Sonntag, Februar 13th, 2011

Israel und die Aufstände und Proteste in der arabischen Welt. Das weibliche Geschlecht dient nicht nur hier schon lange als vorzügliches Propagandamittel gegen den Islam. Während in den arabischen Staaten die Menschen gegen die repressiven Regime auf die Straße gehen, bereitet sich Israel anscheinend vor, den Westen gegen die voranschreitende Islamisierung zu verteidigen – jedenfalls laut französischer Presse. Wie die Frauen dabei vorkommen, zeigen diese Bilder vortrefflich:

(via Angry Arab)

Protestantischer Fundamentalismus und Israel

Samstag, Januar 15th, 2011

Wenn es um christlichen Antisemitismus geht, dann ist es ziemlich ruhig auf den Unterstützerbänken der israelischen Politik. Denn wenn man erst beginnen würde, diese Art des Judenhasses zu thematisieren und zu kritisieren, müsste man zwangsläufig auch Kritik an (nicht nur) der rechten Regierung Israels und vielen jüdischen Gruppen und Organisationen außerhalb Israels üben, die sich über dieses Thema (zum Teil auch aus Kalkulation) ausschweigen. Es kommt zwar ab und an vor, dass man sich in der Gegenwart dieser Fundamentalisten unwohl fühlt, und auch die neue Zuneigung rechter und rechtsextremer Europäer gibt vielen zu denken. Hauptziel der Attacken bleiben aber – darin gleichen sich (linke) Apologeten mit der rechten Regierung in Israel – Linke und linksliberale Demokraten, die die anhaltende Besatzung und Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung in Israel oder den besetzten Gebieten anprangern.

Avnery fasst die ganze politische Agenda der fundamentalistisch-protestantischen Israelunterstützer noch einmal treffend auf Hagalil zusammen:

Es ist bekannt, dass es unter den Finanziers der extremen Rechten einige Führer evangelikaler Sekten gibt, geborene Antisemiten, die glauben, Jesus werde wiederkommen, sobald alle Juden in diesem Land konzentriert sind. Dann werden sie entweder getauft oder sie werden bis zum letzten Mann und bis zur letzten Frau vernichtet. Diese Anhänger der endgültigen Endlösung sind die größte Geldquelle, die die rechten Gruppierungen finanzieren.

Warum, so fragt man sich dann doch, ist dieser Antisemitismus, der nicht lediglich auf einer „verkürzten Kapitalismuskritik“ beruht, sondern konkrete Vernichtungsphantasien gegenüber dem Judentum beinhaltet, eigentlich kein Gegenstand derjenigen, die sich ansonsten oft als „Antisemitenjäger“ aufführen? Wie oft haben Heni, Feuerherdt und Co. eigentlich bei den deutschen zionistischen Christen nachgeschaut, was die so antreibt, die israelische Politik zu unterstützen? Aber das ist kein Thema für unsere „Antisemitenjäger“, müsste man sich dann doch mit einem „Verbündeten“ beschäftigen. (mehr …)

Offener Brief an die Heinrich Böll-Stiftung

Mittwoch, Januar 12th, 2011

Die Heinrich Böll-Stiftung begeht leider eine Geschichtsfälschung / Offener Brief kritischer Juden und Israelis

Berlin, den 9.1.2011

Sehr geehrte Damen und Herren der Heinrich Böll-Stiftung,

Wir, Jüdinnen, Juden und Israelis, haben mit großer Freude vernommen, dass Sie ein Filmfestival über Israel Ende Januar 2011 in Berlin veranstalten. Dabei soll die Auseinandersetzung mit der Geschichte und sozialen Lage der Misrachi, also Jüdinnen und Juden, die aus arabischen bzw. muslimischen Ländern stammen, im Fokus stehen. Umso größer war unsere Entsetzen, als wir das Programm zu sehen bekamen.

Nicht nur, dass viele äußerst problematische Formulierungen in ihrem Flyer enthalten sind, wie beispielsweise „Orient“/„orientalisch“, oder dass der von Misrachi zur Selbstidentifikation selbst genutzte Begriff Misrachi in Anführungszeichen gesetzt wird. Auch fehlt das Wort Rassismus in ihrem Einführungstext gänzlich, obwohl der Rassismus gegen Araber, jüdisch wie nicht-jüdisch, die gesamte Debatte der Misrachi in Israel markiert. Ihre Wahrnehmung spiegelt sich auch in Ihrem Programm wider, in dem beispielsweise ein  Film, wie „Sallah Shabati“ (Regie: Ephraim Kishon) gänzlich ohne Diskussion gezeigt wird und damit rassistische Stereotype von (jüdischen) Arabern im Raum stehen gelassen werden.

Besonders signifikant ist zudem Ihre Aussage, Misrachi in arabischen Ländern wären „entweder von staatlicher Seite aus vertrieben oder von der muslimischen Bevölkerung bedrängt (worden), das Land zu verlassen“. Mit diesem Satz begehen Sie nichts weniger als eine Geschichtsfälschung –  mit der drastischen Folge, dass Sie Verbrechen gegen die Menschlichkeit verleugnen.

Sie werfen Misrachi auf eine undifferenzierte Art und Weise in einem Topf  zusammen, obwohl jede Gemeinde ein anderes Schicksal erlebte: (mehr …)

‚We want equality‘

Freitag, Dezember 17th, 2010

Jody McIntyre, ein Aktivist aus Großbritannien, wurde während einer Demonstration von Polizisten aus seinem Rollstuhl geworfen. Ben Brown von der BBC zeigte diesen Vorfall und interviewte ihn nach dem Übergriff. Auf Browns mehrfache Frage hin, ob der im Rollstuhl sitzende McIntyre die Polizei angegriffen habe, antwortete dieser:

„Do you think I could have at any way posed a physical threat from the seat of my wheelchair to an army or police officer armed with weapons? This whole line of arguments is absolutely ludicrous because you’re blaming the victims of violence for that violence. In fact it reminds me a lot of the way the BBC reports on the Palestinian conflict!“

Ein Lüftchen aus dem Westen

Dienstag, Dezember 14th, 2010

Spiegel Online spricht von einem scharfen Wind aus dem Westen. Meiner Meinung ist dies aber eher ein schwaches Lüftchen, was der israelischen Regierung aus Europa und der USA entgegenkommt. Akiva Eldar fasst die Entwicklung der letzten Tage im Friedensprozess noch einmal zusammen: „Netanyahu has rejected one too many U.S. packages“Haaretz, 14. Dezember 2010.

Interview mit Mosher Zuckermann: „Das Böse der Banalisierung“

Montag, Dezember 13th, 2010

Lang, aber höchst lesens- und empfehlenswert: Moshe Zuckermann über den Rechtsruck der Antisemitismuskritik – bis an die Grenze zur Holocaust-Leugnung: „Das Böse der Banalisierung“Hintergrund, 25. November 2010.

Broder interviewt Sarrazin

Mittwoch, Dezember 8th, 2010

Da treffen sich Sarrazin und Broder. Der eine erfindet das Juden-Gen neu, für den anderen sind Juden, die nach Dialog und Frieden in Israel und Palästina rufen, fast so große Antisemiten, wie diejenigen, die sie verfolgen und verfolgten.

Und die taz ganz vorne dabei. Wenn dieser Artikel dieser beiden antimuslimischen Rassisten Ironie sein soll, dann finde ich die Pointe nicht. Aber Pluralsimus in der taz, das muss ja sein, was? Damit auch der grüne „Islamkritiker“ sich hier noch aufgehoben fühlt.