Archive for the ‘Antisemitismus’ Category

Der Feind meines Fetischs ist mein Feind

Mittwoch, Oktober 10th, 2012

Moshe Zuckermann über das Umschlagen eines emanzipatorische Impulses in sein schieres Gegenteil: „Verquere Debatten – Wider den Zeitgeist. Über Juden, Deutsche, den Nahostkonflikt und Antisemitismus“junge welt, 10. Oktober 2012.

Rolf Verleger zum Antisemitismusbericht des Deutschen Bundestages

Freitag, Februar 24th, 2012

Etwas an mir vorbeigegangen ist ein Leserbrief von Rolf Verleger, ehemaliges Mitglied des Zentralrates, an die FAZ. Barth-Engelbart hat ihn auf seinem Blog veröffentlicht: „Zu “Antisemitismus weit verbreitet” (FAZ vom 24. Januar, S.4)“

Von Antisemiten und Kindergärten

Dienstag, Februar 21st, 2012

Wie die National Union of Israeli  Students das Land verteidigt,  erklärt uns Adam Keller: „About Antisemites and Kindergartens“Crazy Country, 7. Januar 2012.

Zum Antisemitismusberichts des Deutschen Bundestages

Samstag, Februar 11th, 2012

Etwas untergegangen in der Mailflut der letzten Tage ist ein Hinweis von Susann Witt-Stahl zu ihrem letzten Artikel, der sich inhaltlich mit dem vor kurzem veröffentlichten Antisemitismusbericht des Deutschen Bundestages beschäftigt und dabei einige sehr zutreffende Aussagen macht: „Auschwitz als machtpolitisches Kalkül“Hintergrund, 27. Januar 2012

Zur „Israel Firster“-Debatte in den USA

Freitag, Februar 10th, 2012

In den Staaten tobt – bisher in Deutschland weitgehend unbemerkt – eine Diskussion über die „gespaltene Loyalität“ von jüdischen Staatsbürgern der USA.Während Philip Weiss die Benutzung des Begriffs „Israel Firster“ teilweise rechtfertigt und die ganze Debatte verständlich zusammenfasst, greift Jamie Stern-Weiner beide Seiten an: „‘Israel Firsters’ – a revealing debate“New Left Project, 2. Februar 2012.

Interview mit der Nachfolgerin von Wolfgang Benz

Freitag, August 26th, 2011

Ein lesenswertes Interview mit der neuen Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung, Stefanie Schüler-Springorum. „Antisemitismusforschung: Geschlossene Weltbilder“ Frankfurter Rundschau, 26. August 2011.

Defamation (2009)

Sonntag, Juli 24th, 2011

Was bedeutet Antisemitismus heute, zwei Generationen nach dem Holocaust? Bei seiner kontinuierlichen Erforschung des modernen Lebens der Israeli bereist Regisseur Yoav Shamir (Checkpoint, 5 Days, Flipping Out) die Welt, sucht nach den modernsten Erscheinungsformen des „ältesten Hasses“ und findet einige alarmierende Antworten auf diese Frage. Im Zuge dieser unehrerbietigen Suche folgt er amerikanischen jüdischen Oberhäuptern in europäische Hauptstädte bei ihrer Mission, die Regierungen vor der wachsenden Gefahr des Antisemitismus zu warnen, und er heftet sich an die Fersen einer israelischen Schulklasse bei Ihrer Gedenkfahrt nach Auschwitz.

Auf dieser Reise trifft Shamir den kontroversiellen Historiker Norman Finkelstein, der seine unpopulären Ansichten verbreitet, dass der Antisemitismus von der jüdischen Gemeinschaft und im Besonderen von Israel, benützt wird, um politisch zu gewinnen. Er schließt sich auch Gelehrten an, wie z.B. Stephen M. Walt und John J. Mearsheimer, und ist auch bei ihrem Vortrag in Israel anwesend, den sie nach der Erscheinung ihres Buches “Die Israel-Lobby und die amerikanische Außenpolitik” über den unausgeglichenen Einfluss, den die Israel-Lobby in Washington genießt. Yoav besucht auch Yad Vashem, die Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem, ein Muss für alle Weltpolitiker, wenn sie Israel einen Besuch abstatten. Im Zuge seines Aufenthaltes in Jerusalem, schaut er auch bei seiner Großmutter auf einen kurzen Besuch vorbei, wobei sie ihm ihr Verständnis dieses Themas  vermittelt und erklärt, dass nur sie „die richtige Jüdin“ sei. (mehr …)

Voigt und Salzborn: Ein Schwindel kommt groß raus

Dienstag, Juni 14th, 2011

Ich habe selten einen inhaltlich größeren Unfug gelesen, als den von Sebastian Voigt und Samuel Salzborn wahrlich „produzierten“ Text, der  genüsslich von der bürgerlichen Presse zitiert wird und die Linkspartei in den letzten Tagen in so große Bedrängnis gebracht hat. Man muss kein Freund der LINKEN sein, um zu sehen, dass hier ein „hoax“ zusammengezimmert wurde. Mit dem entsprechenden Aufwand wäre es wahrscheinlich nicht allzu problematisch die meisten ihrer daher gelaufenen Argumente und viele der Quellen auseinander zu nehmen. Aber weil ich keine Lust und vor allem keine Zeit habe, muss ein Interview mit Peter Ullrich reichen: „Linker Antisemitismus?“Telepolis, 11. Juni 2011

Israelische Kinderbücher = palästinensische Kinderbücher

Samstag, April 2nd, 2011

Oft liest man anklagende Worte, palästinensische Kinder- und Schulbücher würden die Heranwachsenden mit Antisemitismus und Nationalismus indoktrinieren. Getrennt davon, ob dies im Einzelfall zutrifft oder nicht, zeigt Noam Sheizaf in seinem letzten Beitrag, dass dies kein palästinensisches Monopol ist: „The Israeli incitement problem: A look at a children’s book“+972, 29. März 2011

Eine jüdische Tanzgruppe, der Zentralrat und der Antisemitismus

Dienstag, Juni 29th, 2010

Während eines multikulturellen Stadtteilfestes am letzten Wochenende in Hannover-Sahlkamp beleidigten einige Kinder und Jugendliche die Mitglieder einer jüdischen Tanzgruppe in antisemitischer Weise und bewarfen sie mit Kieselsteinen. Eines der Mitglieder soll dabei leicht verletzt worden sein. Die Presse überschlug sich sofort darin, „muslimische“ und vor allem „arabische“ Jugendliche für diesen Vorfall zur Rechenschaft zu ziehen.1 Abgesehen davon, dass es eine Menge christlicher Palästinenser und Libanesen gibt und diese Kinder und Jugendliche vielleicht nicht einmal religiös sind, vermisst man in dieser sich allseits überschlagenden Anklage gegen den Islam vor allem eines: Eine Erklärung, warum es zu einem solchen antisemitischen Ausbruch kam. Die will ich auch nicht in Gänze liefern. Aber ein Konflikt ist selten einseitig. Und in diesem Fall macht es sich die Presse zu leicht, wenn sie guten Gewissens den althergebrachten klassischen Antisemitismus des Westens auf diese rassistische Tat anwendet. Denn sie vergisst dabei eines: In Nahost herrscht seit Jahrzehnten Krieg. Und sowohl Krieg als auch Rassismus sowie die unkritische Unterstützung beider fördert – was für eine Überraschung – rassistische Feindbilder.

Ein Blick auf den Zentralrat

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel. Stephen Kramer machte seinem schon ziemlich angeschlagenem Ruf ganze Ehre. Auf der Berliner Kundgebung am 13.6.2010 zur Verteidigung der Verbrechen der israelischen Armee und ihrer sie befehligenden Regierung während des Channuka-Massakers 2008/2009 und des erst kürzlich zurückliegenden Blutbades auf der sog. Freedom Flotilla, nutzte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland die Gunst der Stunde, um gegen Dialog und Frieden aufzustehen.2 Anders, so leid es mir tut, kann man diese Ausblendung der Realität einfach nicht mehr nennen. Die Parteilichkeit, Fälschung und pathologisierende Hetze waren von solcher Heftigkeit, dass sie Widerspruch dringend benötigen.3 Und dies vor allem, weil Kramer hier als politischer Funktionär auftritt. Man darf bezweifeln, dass alle jüdischen Teilnehmer an dieser Kundgebung4 einen solchen Einblick in den Nahostkonflikt haben, wie ihn Kramer und die politische Elite des Zentralrats und der anderen Organisationen vorweisen können. Oder darf man da auch sagen: „Sollten“? Es bedarf bei einer solchen Brandrede zweier klarer Betrachtungsweisen. Zuerst sollte man über die Lügen reden.5 Denn nicht nur die ideologische Brille bringt ein einfaches Mitglied der Gemeinde dazu, für die repressive und blutige Politik des Staates Israel auf die Straße zu gehen. Auch eine vorsätzlich von der Gemeindeführung vorgebrachte Tatsachenverdrehung hilft dieser Parteinahme nicht ganz von ungefähr. Darum muss man sich mit beiden auseinandersetzen. Denn es ist Zeit mit einer solchen Politik zu brechen, so wie es vielerorts mehr und mehr geschieht. (mehr …)

  1. http://www.welt.de/die-welt/politik/article8161606/Steinwuerfe-auf-juedische-Tanzgruppe-schockieren-Hannover.html oder http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,702719,00.html []
  2. Nachzulesen auf http://www.zentralratdjuden.de/de/article/3010.html []
  3. Kramer durfte seinen Beitrag auch noch in ähnlicher Weise bei der taz veröffentlichen. Läuterung der Pohl wegen ihres Eintretens für Hefet? http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/feiger-hass/ []
  4. Schätzungsweise die Hälfte und manchmal mehr sind in der Regel keine Juden, sondern obskure Gruppen und Grüpplein aus dem rechten und „linken“ Spektrum, und ein nicht ganz unbeträchtlicher Teil philosemitische Christen. Die anderen Beteiligten dieses Aufmarsches: C-Prominenz wie Klaus Faber (ehemaliger Staatssekretär, publiziert bei „Die Achse des Guten“), Avi Efroni (Berliton.de), Jörg Rensmann (Die Achse des Guten), Ralf Schumann (Scholars for Peace in the Middle East) und Melody Sucharewicz (ehemalige „Sonderbotschafterin Israels“). []
  5. Der Inhalt soll heute einmal nicht der Schwerpunkt dieses Beitrags sein. []