Die Veranstalter der „Linken“ Buchtage in Berlin sind eingeknickt und lassen den Laika-Verlag nun doch teilnehmen, wiederholen aber ihre unfundierte Denunziation. Die junge welt schrieb letzte Woche unter der Überschrift „Wächterrat des Tages: Linke Buchtage Berlin“:

Die Veranstalter der linken Buchtage Berlin sehen sich gezwungen, dem Hamburger LAIKA-Verlag die Teilnahme zu ermöglichen, da ansonsten durch die Absage anderer Verlage und Autoren »das Zustandekommen der Buchtage gefährdet« sei. Auf diesen Nenner läßt sich ein zweiseitiges, namentlich nicht gezeichnetes Papier der Organisationsgruppe bringen. An ihren unsäglichen Antisemitismusvorwürfen hält sie fest. Zur Erinnerung: Am 9. Mai hatte der LAIKA-Verlag erfahren, daß er »aus politischen Gründen« von der Teilnahme an den Linken Buchtagen 2012 in Berlin »ausgeschlossen« wurde. Grund sei ein »gewisses blaues Buch, näheres müsse dazu nicht erläutert werden« (siehe jW vom 24. Mai). Bei dem Band handelt es sich um »Mitternacht auf der ›Mavi Marmara‹«, der Berichte und Reflexionen von ca. 50 Autoren enthält zur Gaza-Hilfsflottille und dem Angriff der israelischen Marine auf sie, sowie grundsätzlich zum Verhältnis Israel–Palästina. Zu den Autoren gehören u.a. Moshe Zuckermann, Amira Hass, Sara Roy, Ilan Pappé, Henning Mankell, Noam Chomsky und Adam Horowitz. 

Nach Meinung der Berliner Buchtagemacher bedienen diese »antisemitische Ressentiments«. Die »Gaza-Hilfsflottille« von 2010 habe »die Grenze dessen, was linke Politik bedeutet, nach rechts hin überschritten«. Und: »Wir möchten Publikationen, die sich unkritisch und affirmativ auf diese in jeder Hinsicht katastrophale Aktion beziehen, nicht auf den Linken Buchtagen unterstützen.« Man wolle »antisemitische Positionen« nicht »solidarisch« diskutieren. »Durch die bereitwillige Boykottankündigung einiger Verlage und AutorInnen sehen wir jedoch das Zustandekommen der Buchtage gefährdet.« Man verwehre sich daher nicht länger gegen die Anwesenheit des LAIKA-Verlags. Soviel Konsequenz muß sein.

Fragt sich, warum linke Verlage dem Wächterrat vom Mehringhof durch ihre Buchtagepräsenz weiter ein linkes Mäntelchen verpassen sollen.