Bundespräsident Joachim Gauck reist nach Israel, um, – wie die Süddeutsche am Wochenende schrieb – „ein Zeichen der Solidarität“ zu setzen. Nicht mit den Menschen, die unter der Politik der israelischen Regierung leiden, vorwiegend Palästinenser. Sondern mit Israel. Das Motto: „Wir Deutschen stehen an eurer Seite“. Trotz Besatzung, Landraub, Embargo, legalisierter Folter, Hauszerstörungen, Vertreibungen und dauerhaftem Töten. Deutschland braucht halt Israel (noch). Und Israel braucht Deutschland, wenn auch nicht ganz so nötig.

Gauck will aber auch die Unterstützung Deutschlands für die Zweistaatenlösung demonstrieren. Und das geht so:

Am Donnerstag, am letzten Tag der Reise, trifft Gauck in Ramallah Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Regierungschef Salam Fajad. Anschließend wird er bei Nablus an der Einweihung einer Mädchenschule teilnehmen. Gauck unterstütze die Bemühungen für einen unabhängigen Palästinenserstaat, der auf dem Weg direkter Verhandlungen mit Israel entstehen soll, hieß es vor Beginn der Reise im Präsidialamt.

„Direkte Verhandlungen“ bedeutet, dass der Siedlungsbau ungehindert vorangetrieben wird und Israel gleichzeitig Häuser abreißt, den Bau neuer untersagt, Olivenhaine rodet, Land unter seine Kontrolle bringt und Ostjerusalem Stück für Stück nicht nur auf dem Blatt annektiert und sich einverleibt. Fleißig dabei flankiert von einem Veto der USA, das jegliche UN-Resolution boykottiert. Gleichzeitig wird die palästinensische Seite darauf verwiesen, dass der Gang zur UNO nicht toleriert, wenn nicht sogar über Geldstreichungen sanktioniert wird. Da kann man doch nur einen „Klassiker“ neu auflegen: