Unter dem Motto „Iraner & Israelis gegen Krieg“ demonstrierten in Berlin am 5. Mai 2012 rund 300 Menschen.  Die Demonstration begann vom Kottbusser Tor in Kreuzberg und fand ihren Abschluss mit einer Kundgebung am Rathaus Neukölln. Auf der Abschlusskundgebung  sprach u.a. der aus Jerusalem angereiste Reuven Moskovitz, Träger des Aachener Friedenspreises. Die Demonstration war klein, aber ein wichtiges und außergewöhnliches Zeichen gegen einen drohenden Krieg, in den die beiden Regierungen ihre Bevölkerung hineinziehen könnten. Die Presse ignorierte dieses Ereignis jedoch weitgehend. Wer gehofft hatte, die Jüdische Allgemeine würde von ihrem Kriegskurs vielleicht ein wenig Abstand nehmen und über diese Demonstration berichten, wurde spätestens mit der nächsten Ausgabe enttäuscht. Lediglich der Tagesspiegel berichtete im Vor- und Nachhinein sehr kurz und ein Peter Nowak maulte auf Telepolis, die Demonstration hätte sich zu sehr der Kritik an den israelischen Kriegsdrohungen gegen den Iran gewidmet. Von der deutschen Linken fehlte anscheinend jegliche Spur. Man glänzte mit Abwesenheit und war lieber damit beschäftigt, am 1. Mai Rituale zu feiern, anstatt sich konkret gegen den drohenden Krieg auf Seiten der eigenen Genossen und oppositioneller Menschen zu positionieren.
Vielen Dank an Matthias Reichelt für die Bereitstellung der Bilder.