Vom 24. bis zum 27. März fand in Washington, D.C., die nationale J Street-Konferenz statt. Geladen war unter anderem der palästinensische Sozialdemokrat Mustafa Barghouti, der vor einer überwiegend jüdischen Audienz über die Zweistaatenlösung und deren Unmöglichkeit referierte und dabei klare Worte verlor:

„What is apartheid? Apartheid is a system where you have two laws, two different laws, for two people living in the same area. If you don’t like the word apartheid, give me an alternative to a situation where a Palestinian citizen is allowed to use no more than 50 cubic meters of water per capital year, while an Israeli illegal settler from the West Bank is allowed to use 2400.“1

Was gab es für einen Aufschrei, als Sigmar Gabriel auf seinem Facebookprofil Hebron mit der Apartheid gleichsetzte. Sofort schaltete sich Graumann ein und Gabriel ruderte schnellstmöglich zurück. Auch die Jüdische Allgemeine, Sprachrohr der israelischen Rechten, echauffierte sich innerhalb kürzester Zeit über Gabriel. Aber wie nennt denn der Zentralrat die Siedlungsaktivitäten, das Straßensystem, das Plündern der Ressourcen und des Wassers, den Landraub, der schon 40% des Westjordanlandes umfasst sowie das getrennte Rechtssystem, was Palästinenser unter Militärrecht stellt, die 500.000 Siedler jedoch, obwohl außerhalb Israels, unter israelisches Recht? Welcher Name wäre denn angebracht, Herr Graumann?

  1. Ein Auszug seiner Rede ist hier zu lesen: http://mondoweiss.net/2012/04/barghouti-to-u-s-jews-i-know-you-dont-like-the-word-apartheid-but-what-do-you-call-a-system-that-gives-a-settler-50-times-more-water-than-a-palestinian.html; die gesamte Rede kann auch als Video angeschaut werden: http://conference.jstreet.org/2012videos []