Ein Text eines in Berlin lebenden israelischen Studenten als Beitrag zur Grass-Gedicht-Debatte
Über Günter Grass / von Avner Ofrath
Das ist aber wirklich schön. Da schreibt der alte Grass ein zugegeben eher mittelmäßiges, stellenweise auch fragwürdiges Gedicht und verurteilt Israels Politik. Und sofort, wie ein pawlowscher Reflex, tauchen allerlei Journalisten und Politiker auf und beschimpfen ihn als Antisemit.
Da ist nun ein kleines Problem, und zwar hat der alte Grass nichts, aber wirklich nichts, über Die Juden gesagt, nicht mal über Die Israelis. Da versucht man also mit großer Anstrengung, den Antisemitismus irgendwie, irgendwo zwischen den Zeilen zu finden; da macht’s man sich bequem und sagt, Grass habe schon immer „ein Problem mit Juden“ gehabt.
Das mag sein. Ein „Problem mit Juden“ haben ziemlich viele Leute in diesem Land. Nur dass Grass, anders als ziemlich viele Leute in diesem Land, dieses Problem seit mehr als fünfzig Jahren sukzessiv aufzuarbeiten sucht. Dass man heute in Deutschland über die eigene Vergangenheit reflektiert, schriebt und diskutiert, ist unter anderen Grass zu verdanken. Eine kleine historische Erinnerung:
Als 1959 die Blechtrommel erschien, die die Pogromnacht in Danzig beschreibt und deren letzter Teil nicht in Danzig und nicht an der Front, sondern in Düsseldorf der Nachkriegszeit spielt, sprach man noch so gerne von der „Stunden Null“. Der alte Koni war noch Kanzler und hatte im Bundestag bereits aufgefordert, endlich mal mit diesem Entnazifizierungswahn aufzuhören.
Als Grass Anfang der siebziger Jahre in Israel war und Menschen aus der zerstörten Danziger jüdischen Gemeinde interviewete, als er dann darüber in Tagebuch einer Schnecke schrieb, hatte die Bundesrepublik Deutschland bereits einen Altnazi als Bundeskanzler gehabt. Praktika und Urlaub in Israel waren noch lange nicht so cool wie heute und von Versöhnung und Hebräisch-Kursen hat man noch kaum gehört.
Das waren anfängliche Versuche, die NS-Vergangenheit aufzuarbeiten. Mittlerweile haben aber die Eliten dieses Landes einen leichteren Weg gefunden: Sie schwören dreimal täglich ihren Beistand für Israel, liefern Waffen und laden das ultra-nationalistische israelische Kabinett zur gemeinsamen Sitzung in Berlin ein. Weg mit Reflexion über historische Kontinuitäten und heutigen Rassismus in Deutschland, immer her mit Israels Sicherheit, Israels Rechte, Israels Sorgen.
Ist das nicht schön? Ein öffentlicher TV-Sender macht eine Serie über die Krupps (!), man fährt weiterhin mit Volkswagen (!), singt ungestört das Deutschlandlied (!) und jubelt dann die „jüdisch-christliche Tradition“ Deutschlands (?!). Ja, Grass hat jahrelang die Tatsache verschwiegen, dass er am Ende des Krieges bei der SS war. Damit verkörpert er mit seiner eigenen Biographie ein Kapitel der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Aber Grass, dem man auf einmal so leicht Antisemitismus vorwirft, ist sicherlich nicht derjenige in diesem Land, der dieses Etikett verdient hat.





Günter Grass ist meines Erachtens Friedensnobelpreis-würdig für seine Friedensinitiative. Er hat mehr für den Weltfrieden getan als alle deutschen Politiker und Medien der letzten Jahrzehnte.
Netanjahu und seine Vorgänger haben sehr viel Leid und Unrecht an Palästinensern zu verantworten, das muss man auch sagen dürfen, ohne gleich als Antisemit angegriffen zu werden.
Während eines 4wöchigen Fremdsprachenkurses vor fast 30 Jahren lernte ich sehr gut eine Palästinenserin privat kennen, die an demselben Kurs teilnahm. Sie stammte aus Nablus in Palästina, arbeitete als Lehrerin in Kuwait. Sie und ihre Familie waren aus ihrer Heimat Palästina vertrieben worden. Ihr Neugeborenes musste sie zwangsweise zurücklassen, es soll von einer israel. Familie aufgezogen worden sein. Ihr alter Vater wurde in Gefangenschaft nackt und kniend von israel. Soldaten geritten, ihm wurde ein Stock in den Anus gestoßen, so dass er schwerst innerlich verletzt wurde. Dies waren keine Einzelfälle, sondern das gesamte palästinensische Volk hat solche Greueltaten erlitten.
Die Leute verwechseln Zionismus und Judentum. Sie meinen, beides wäre dasselbe. Jedoch: Zionismus ist das Gegenteil von Judentum. Zionisten sind ein winziger Teil der Juden, die selbst kaum in Israel leben, sondern weltweit. Sie sind jedoch in der israel. Regierung stark vertreten. Sie sind Atheisten, tausendemilliardenreich, einflussreich, agieren in Spitzenpositionen, beherrschen das weltweite Finanzwesens (außer im Iran, Syrien, Russland), sowie weltweite Medien und Politik, betreiben und unterstützen weltweit die Kriegstreiberei der israel. Regierung, weil sie daran verdienen und/oder an Macht und Einfluss gewinnen. Sie tarnen sich mit dem Judentum, zensieren und manipulieren und hämmern unentwegt in Presse, TV und Internet ein, dass wir Deutschen uns immer und ewig schuldig am Holocaust zu fühlen haben, Wiedergutmachung zu leisten haben, und dem gotterwählten Land Israel unter allen Umständen beizustehen hat.
Die nichtzionistischen Juden, die in Israel wohnen, wünschen überwiegend friedliche Koexistenz mit Palästina.
Israel verfügt seit Jahrzehnte über mind. 500 Atomsprengköpfe, während im Iran kein einziger bewiesen ist.
Zutiefst verantwortungslose deutsche Politiker beschlossen gegen den Willen der Mehrheit des deutschen Volkes, 6 Atom-U-Boote im Wert von je 225 Millionen Euro, bezahlt vom deutschen Steuerzahler, an Israel zu liefern.
Meine Generation hat den 2. Weltkrieg u. den Holocaust nicht verbrochen u. nicht wieder gut zu machen, u. auch die meiner Kinder u. Enkel nicht. Genau genommen auch die meiner Eltern u. Großeltern nicht. Die seinerzeitigen Machthaber hatten diese Verbrechen beschlossen. Das obrigkeitshörige deutsche Volk wurde (durch Zensur, gezielte Desinformation und systematische Propaganda monopolisierter Medien) manipuliert diesen Verbrechern zu folgen, genau wie heutzutage dem Volk (durch einseitige Berichterstattung, Medienzensur und Medienmanipulation und gezielte Desinformation, ausgehend von ungeheuer mächtigen u. finanzstarken Verbrecher-Kreisen) die Versicherungenrettung, Bankenrettung, Spekulantenrettung, Eurorettung, Afghanistankrieg, Atomkraftausstiegsverzögerung, Leiharbeit, Rente mit 67, Zuwanderung u.v.a.m. als notwendig und alternativlos dargestellt werden.
Ich hoffe, dass die Friedensinitiative von Günter Grass die Kriegstreiberei und Ausbeutung der breiten Massen durch die Zionisten weltweit an den Pranger gestellt und klar geächtet wird.
Meine Herren, Du bist ja echt ein Super-Experte.
Da wird ja kaum eine Plattheit ausgelassen. Da können sich die Palästinenser, die Du kennengelernt hast, aber freuen…
“Ich hoffe, dass die Friedensinitiative von Günter Grass die Kriegstreiberei und Ausbeutung der breiten Massen durch die Zionisten weltweit an den Pranger gestellt und klar geächtet wird.” Ein passendes Schlusswort für einen durch und durch unerfreulichen Text.
Günter Grässlich Adabei
Herr Grass, das
aufgeblasene Weltgewissen,
hat Tiefbräunliches
stinkend ausgeschissen.
Er schämte sich nicht,
diesen ekligen Haufen
auf den schönen Namen
Gedicht zu taufen.
Günter Grässlich,
Obererklärer der Welt,
Adabei, Wichtigtuer,
großer Held.
Freiwillig wurde Grass
in die SS gezwungen,
das ist außer ihm
sonst niemand gelungen.
Nach dem Krieg
und dem ganzen SS-Schlamassel:
Nobelpreis, schlechte Bücher,
viel dummes Gequassel.
Günter Grässlich,
Obererklärer der Welt,
Adabei, Wichtigtuer,
großer Held.
So packt Ayatollah
Grassameiny dann
mutig die Lösung
der Judenfrage an.
Gemeinsam mit Herrn
Ach und Weh Mahdinejaad
tilgt er aus diesen
verfluchten Judenstaat.
Günter Grässlich,
Obererklärer der Welt,
Adabei, Wichtigtuer,
großer Held.
Geschrieben in der Nacht vom Donnerstag, 12.4., zum Freitag, 13.4.2012, anlässlich einer Schmiererei des Nobelpreisträgers und Ex-Waffen-SS-Mannes Günter Grass gegen Israel, die er als Gedicht bezeichnete. Ich habe es an viele Zeitungen und an einen Radiosender abgeschickt. Mal sehen, was daraus wird. Ich meine, kein Deutscher hat nach dem nationalsozialistischen Massenmord im Dritten Reich das Recht, den einzigen Zufluchtsstaat der Juden zu kritisieren.
Wer Menschen benutzt, verunglimpft, ausbeutet, unterdrückt oder bekämpft oder benutzte, verunglimpfte, ausgebeutete, unterdrückte oder bekämpfte Menschen sich verschafft um mit ihnen andere Menschen zu benutzen, zu verunglimpfen, auszubeuten, zu unterdrücken oder zu bekämpfen, ist ein MENSCHENFEIND und wird mit Zuchthaus bis zu seiner Läuterung bestraft!
Exzellenter Kommentar, besonders dieser Teil:
“Das waren anfängliche Versuche, die NS-Vergangenheit aufzuarbeiten. Mittlerweile haben aber die Eliten dieses Landes einen leichteren Weg gefunden: Sie schwören dreimal täglich ihren Beistand für Israel, liefern Waffen und laden das ultra-nationalistische israelische Kabinett zur gemeinsamen Sitzung in Berlin ein. Weg mit Reflexion über historische Kontinuitäten und heutigen Rassismus in Deutschland, immer her mit Israels Sicherheit, Israels Rechte, Israels Sorgen.”
Das Ersetzen der Aufarbeitung der deutschen NS-Verbrechen durch Israel-Solidarität ist allerdings nichts Neues. Das war beim 1952 zwischen deutschen Alt-Nazis und Israel sowie der JCC geschlossenen Luxemburger Abkommen auch schon das tragende Motiv auf deutscher Seite.
Ein wirklich wahrhaftiger Beitrag des Studenten. Ich stamme von den Französischen Sinti ab, mit den “bösen”
Zigeunern, die klauen wie die Raben, kleine Kinder fressen, unzivilisiert sind, und aus dem Walde kommen,
keiner Sprache richtig mächtig und sowieso, unisono
ein verkommenes asoziales Pack…..ich könnte die
Schimpfkanonaden noch beliebig weiter ausführen, aber
es lohnt sich nicht. Ich definiere mich nicht so, wie es
politisch korrekt wäre, ich gehöre der Spezies Mensch an.
Ich kann mich zivilisiert und vernünftig ausdrücken, bin nicht nur der Deutschen Sprache mächtig, und wohne mit meiner Familie nicht im Wald. Das einzige was wir wirklich nicht essen ist Fleisch und kleine Kinder.
Wir sind sehr sozial und Humanistisch ausgerichtet,
gut gebildet…..u.s.w., wir finden andere Völker, Kulturen und alles was zu ihnen gehört, total interessant, aber eines lieben wir nicht, Heuchler und Politisch Überkorrekte, die glauben, aus irgendwelchen Gründen andere ständig zensieren zu müssen. Ausserdem
ist die Erkenntnis bei Menschen eine hilfreiche Lehre,
ich denke Grass hat in alle Ecken gedacht, und festgestellt, dass die Semiten viele Völker sind, unter anderem die Palästinenser. Und andere Arabisch sprechende Völker, Syrer, Ägypter,Äthiopier,hauptsächlich Armeniden und Orienaliden. Die pseudowissenschaftliche Theorie des
Rassisch reinen Menschen, erklärte die Juden als “Semiten”schlechthin. Die Kirche hatte das Motiv der “Gottesmörder” erfunden und erklärten damit “die Juden “zu einer minderwertigen Rasse, während die Nationalsozis die Araber als Semiten von den “wahren und einzigen Semiten” trennten. Wenn man einmal diesen
ganzen Wahnsinn hinterfragt,sollte man Grass Gedicht
als gegeben hinnehmen. Er ist ein alter Mann, sie sollen ihn in Ruhe lassen.
Antisemitismus richtet sich, anders als das Wort vielleicht dem einen oder anderen vermitteln mag, nicht gegen die “semitische Sprachfamilie”. Sondern ist explizit gegen Juden gerichtet. Da mag man heute festhalten wollen, “auch Araber seien Semiten”. Das ändert aber nichts daran, dass der Ausdruck Antisemitismus einen bestimmten Rassismus gegen Juden (Strippenzieher hinter dem Finanzkapital, dem Kommunismus, Zersetzer des jeweiligen Nationalstaates) definiert, den ihn vom gewöhnlichen staatsbürgerlichen Rassismus unterscheidet.
Darum ist es auch abwegig, bei dem Wort Antisemitismus die Diskussion aufzumachen, dass darunter ja auch Araber fallen.
Ich würde hier nur teilweise zustimmen, womöglich ist das aber auch nur eine Folge der von dir hier gewählten Formulierung und Analyserahmens: Antisemitismus als (zumindest eine der) erfolgreichsten Ideologien der Moderne war und ist noch immer stets gegen (vermeintliche) Juden gerichtet, nicht gegen die “semitische Sprachfamilie.” Dass auch Araber, historiolinguistisch gesehen (dies impliziert ausdrücklich nicht meine Zustimmung, das ist gerade mein Punkt), „Semiten“ seien, ändert daran sicherlich nichts. Daraus jedoch zu schließen, wie du es hier anzudeuten scheinst (wie gesagt, womöglich bloß eine Sache der Akzentuierung), dass das Phänomen der Konstruktion eben dieser linguistischen Kategorien und das damit zusammenhängende biopolitische Rassendispositiv („staatsbürgerlicher Rassismus“) gänzlich separierbar sind von der Geschichte des Antisemitismus, ist, von einer ideologiekomparativen Perspektive aus, ein non sequitur. Im Zuge veränderter geopolitischer Verhältnisse (relative Autonomie der hier relevanten Teile des globalen Südens und zumindest juridisch-juristische Emanzipation euro-amerikanischer Juden; demographische Verschiebungen) und Kursänderung des Kapital- und Energieflusses (bspw. drohender Aufbrauch westlicher Ölreserven sowie die nun quasi Inexistenz von leicht zugänglichen Kohleablagerungen und die damit einhergehende exponentiell annehmende wirtschaftliche Abhängigkeit von nichtwestlichen Quellen; Abnahme der – nichtmilitärischen – US-Hegemonie über das Weltsystem und die nun doch wirklich endgültige Offensichtlichkeit der Untragbarkeit von Kapitalismus) wäre es eigentlich auch äußerst verwunderlich, wenn sich bspw. Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus nie treffen, überschneiden und hin und wieder verschränken würden, vor allem angesichts der verwandten Wurzeln. Man erinnere sich bspw., dass die Weltwirtschaftskrise 1929 den Aufstieg der NSDAP zur Herrschaft förderte und an den Aufschwung sowohl von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus während der Ölkrise 1973.
Um das mal verkürzt zusammenzufassen: Es wäre zumindest interessant sich mal anzusehen, ob und inwiefern europäischer Antisemitismus und Islamophobie möglicherweise funktional äquivalent, wenn auch „regional“ distinkt, sind. Insofern wäre dann auch eine Analyse ähnlich zu Moishe Postones, ergo einer der „verkürzten Kapitalismuskritik“, nur halt ohne den marxologisch-werttheoretischen Bullshit (m.E.), den Determinismus und seine völlige Missachtung von Realgeschichte, notwendig.
bla, bla, bla
Die ganzen Reaktionen auf Grass´ Gedicht sind doch ein anerzogener, automatischer Reflex hier in Deutschland. Mann WILL doch überhaupt nicht, dass wir Deutschen uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen! Gott bewahre! Was könnte dabei herauskommen? Man stelle sich vor, jemand, der wie ich 1978 geboren wurde, fühlt sich NICHT als Täter? Auf den Scheiterhaufen mit ihm, er ist Antisemit, Nazi oder noch schlimmeres!
Ironie off.
Im dritten Reich sind furchtbare Dinge geschehen; Menschen – nicht nur Juden, auch Sinti, Roma, Demokraten, Kommunisten oder körperlich behinderte – wurden grausam ermordet. Das das niemals hätte geschehen dürfen, steht wohl außer Frage. Es ist aber nun mal geschehen. Und weder ich noch sonst jemand kann es ungeschehen machen.
Wir müssen mit unserer Verganheit leben. Wir müssen daraus lernen. Wir müssen verhindern, dass es wieder geschieht. Wir müssen uns erinnern, dass sehe ich genauso.
Aber ich wil mich nicht dafür schämen müssen, ein Deutscher zu sein.
Es kann doch nicht sein, dass alle Deutschen, unser Leben und unsere Taten lediglich an einer Zeitspanne von 1933-1945 gemessen werden. Deutschland hat auch außer dieser Zeit noch eine Geschichte, so unglaublich das jetzt klingen mag. Wer half den Briten bei Waterloo Napoleon zu schlagen? Weiß doch heute keiner mehr; ja die Historiker erklären heute sogar, dass dieser Sieg den Nazis den Weg an die Macht öffnete – und alles was danach geschah ebenso. So steht es im Geschichtsbuch meines Sohnes.
Wer schreibt einen solchen Mist und warum?
Warum will man uns nur an die Schrecklichkeiten der Nazi-Diktatur erinnern und uns unsere restliche Geschichte nehmen?
Weil wir etwas daraus lernen könnten.
Nämlich, dass wir Deutschen nicht nur Mörder und Täter sind.
Wer half gegen Napoleon bei Waterloo? Nicht “die Deutschen”, sondern das preußische Heer unter dem Befehl einer adeligen Herrschaftselite. Was hat denn das mit “den Deutschen” zu tun? Und selbst wenn man jetzt die Herrschaft der jeweiligen Zeit (Friedrich, Bismarck, Papen, Hitler, Adenauer, Schröder) als Ausdruck “des Volkswillen” sieht, dann sucht man trotz der ganzen Gegensätze (Mieter/Vermieter, Arbeiter/Kapitalist, Arm/Reich) nach einer Gemeinsamkeit, die die Klassen miteinander versöhnt. Meins ist das nicht.
Wer den Gedanken des “wir” mitmacht, wie du es tust, der landet automatisch in genau dieser Diskussion. Der muss sich entscheiden, ob er “Verantwortung tragen will” und wie diese aussehen muss. . Der sieht sich als Teil eines Kollektivs und identifiziert sich mit diesem. Dann muss er Israel verteidigen oder aber, weil er ja Verantwortung trägt, Israel zurechtweisen. Was an dem “Wir” der Fehler ist, kann man hier einmal in Ruhe nachlesen:
http://www.scribd.com/doc/37657336/Das-Volk-Eine-Furchtbare-Abstraktion-Gegenstandpunkt
Schön, dass Günter Grass eine Steilvorlage für jede Art von Satire geliefert hat:
Es wäre ja wirklich eine Ironie des Schicksals, wenn es den “Juden” (Israelis) gelänge, die ersten und letzten Arier dieser Welt (Iraner = “Arier”) mit Atombomben auszulöschen (oder umgekehrt: wenn die Iraner Hitler zu Ende führen würden).
Mein Gott, in was für einer primitiven Welt überall (mit Begriffen wie “Juden”, “Deutschen”, “Arier”, “Iraner”, etc.) muss ich denn überhaupt leben?
Schafft endlich alle Nationen und “Rassen” ab (sowie jegliches Denken, das mit Begriffen wie “Juden”, “Arier”, “Deutschen” etc. zu tun hat!).
Ich will endlich einmal in einer Welt leben ohne diesen jüdisch-christlich-muslimisch-kapitalistisch-kommunistischen Blödsinn und Schwachsinn überall!!!
Jede Religion (auch die jüdische als die älteste…) ist nicht Opfer, sondern Täter!!
Nehmt euch mal die Amazonas-Indianer (Pirahas) zum Vorbild: die kennen keine “Geschichte”, keine Mathematik, keine Religion und auch keine Ökonomie — und daher auch keine industriell organisierten Kriege und Genozide (etc.).
Diese Leute sind viel zivilisierter als alles, was ich mir anhören muss auf der (fast) ganzen Welt!
Also nehm ich mir einfach mal ein Beispiel daran: keine Geschichte, keine Wissenschaft, keine Ökonomie, kein Gar Nichts!
Wie dahin zu kommen sei, läßt sich auch einfach beantworten: ein veritabler Atomkrieg!