Was für ein Spektakel. Der eine ist ein das „jüdische Finanzkapital“ bemühender vermeintlicher Antisemit,1 dem anderen wird die Relativierung des Holocausts vorgeworfen.2 Wenigstens entspricht die dritte Kandidatin vorzüglich der herrschenden Staatsräson und dem deutschen Geschichtsbild. Beate Klarsfeld, eine Kandidatin deutscher Herzen:

„Das Beste wäre es gewesen, wenn die Israelis nach dem Sechs-Tage-Krieg die besetzten Gebiete wieder vollständig zurückgegeben hätten. Aber das ist jetzt natürlich zu spät (sic!). Das Problem ist nach wie vor, dass Israel von arabischen Staaten umgeben ist, die es von der Landkarte tilgen wollen (sic!). Dagegen muss Israel sich selbstverständlich verteidigen (sic!). Und es gilt noch immer: Hätte 1933 Israel existiert, wären die Juden nicht aus allen Ländern deportiert worden (sic!). Natürlich gibt es in Israel interne Probleme (sic!), doch das Land ist eine Demokratie (sic!).“3

 

 

  1. Was ich – bisher – nicht unterschreibe []
  2. Gauck ist bekanntlich nicht gerade als fortschrittlich zu bezeichnen, aber die Interpretation von Yücel ist mehr als falsch. Witzig vor allem, dass er mit Antisemiten wie Clemens Heni Gauck eine Relativierung des Holocausts nachweisen will. []
  3. Kölner Stadt-Anzeiger: Beate Klarsfeld wirbt für NPD-Verbot – Anti-Nazi-Aktivistin nimmt zudem Israel in Schutz []