Public Relations ist heute eine wichtige Waffe westlicher Regierungen bei der Aufrechterhaltung ihrer Ordnung. Die Erziehung des mal mehr, mal weniger demokratischen Bürgers endet nie und geht bis ins hohe Alter weiter. Mit der PR der rechten Regierung Israels lief es jedoch bisher nicht allzu positiv: Trotz massiver Kampagnen steht es nicht sehr gut um den Ruf der einzigen Demokratie des Nahen Ostens. Zu offensichtlich ist die rassistische Unterdrückung der Palästinenser nicht nur in Gaza und in der Westbank, wo laut Netanjahu inzwischen mehr als 600.000 Siedler leben und mehr als 40% der Fläche von diesen beansprucht und genutzt wird: sei es durch Straßen und andere Infrastruktur, Felder oder Siedlungen. Nicht zu reden von der „Aufteilung“ des vorhandenen Wassers. Auch die Lage der palästinensischen Israelis verschlechtert sich stetig. Zudem läuft auch noch das eigene jüdische und zumeist linksliberale Personal weg: dieses Jahr sollen schon 600.000 Israelis das Land gen Westen verlassen haben. Ob das wohl am gesellschaftlichen Klima liegt? Dem Tourismus junger deutscher AkademikerInnen tut das aber keinen Abbruch. Die plagt da wohl eine ganz andere Obsession.

Nun, da die palästinensische Seite die Anerkennung durch die UN-Vollversammlung anstrebt, steht die israelische Regierung aufgrund des letzten Libanonkrieges, dem Massaker in Gaza bei gleichzeitigem Embargo, der Ermordung einiger Passagiere der Mavi Marmara und nicht zuletzt der innerisraelischen Gesetzesänderungen und Gesetzesinitiativen der letzten Monate mit dem Rücken gegen die Wand. Einzige Gewissheit ist, dass die USA schützend ihre Veto-Hand über den jüdischen Staat hält, so dass eine Anerkennung durch den Sicherheitsrat scheitern wird. Dennoch fühlt sich die israelische Seite dazu genötigt gegen diese Anerkennung der Vollversammlung, die mit erwarteten 140 Stimmen für den palästinensischen Antrag als sicher gelten kann, mobil zu machen.

Vor einigen Tagen, als die zweite Gazaflotte am Auslaufen gehindert wurde, tauchte ein von der Regierung produziertes neues Video auf, das eine junge westliche Frau als Verkörperung der israelischen Gesellschaft bei einem Gespräch mit einem Therapeuten zeigt und das Trauma und die Ängste dieser verdeutlichen soll.

Viel interessanter ist aber eine aktuellere Produktion. Seit kurzem gibt es einen offiziellen „Appell“ des israelischen Außenministeriums das Westjordanland nicht mehr als „besetztes Gebiet“ zu bezeichnen, sondern „umstrittenes“. Das Video ist so unglaublich dreist und die Geschichte verfälschend, dass ich es einfach mal unkommentiert zeigen möchte. So einfach und schön kann die Wahrheit sein.