Normalerweise beschäftige ich mich ja nur ungern mit diesem Kaffeesatz des politischen „Establishments“. Aber  die „Empörung“ einiger Israelapologeten könnte durchaus urkomisch sein, wenn das Thema nicht so bitter ernst wäre. In Hamburg störten letzte Woche irgendwelche Ex-Linken eine Veranstaltung mit Norman Paech (Die Linke).1 Seitdem Paech Teilnehmer der sog. Solidaritätsflotte für Gaza war, ist er noch mehr zur Zielscheibe geworden. Was wird ihm dieses mal vorgeworfen? Paech habe angeblich den Einsatz der deutschen Kriegsmarine gegen Israel gefordert. Man war sich dann auch nicht zu blöd einen Mitschnitt seiner entsprechenden Aussage abzuspielen:

»Frage aus dem Publikum:
Wir haben ja seit über einem Jahr vor der somalischen Küste militärische Fahrzeuge, also sprich Fregatten etcetera, die gegen Pirateneinsatz eingesetzt werden, in internationalen Gewässern. Wie du gesagt hast, Norman, wird im Herbst noch ein neuer Konvoi gestartet.

Ist es legitim, dass man diesen Konvoi mit der türkischen Marine oder mit anderen Ländern, meinetwegen auch Skandinavien, beschützen kann, und im Zweifelsfall knallt man diesem faschistischen Regime in Israel einen vor den Latz?
[…]

Paech: Und schließlich der Konvoi und Schutz der Marine: Eigentlich ja! Das ist eine Idee! Man könnte die Bundesmarine auffordern, den nächsten Konvoi zu begleiten, sicheres Begleit…
[Gelächter, Applaus]«

Dass Paech hierzu nichts sagen wollte, ist verständlich. Man muss nicht jedes  Scheiß, den sich irgendein pathologisches Hirn ausgedacht hat, kommentieren. Wenn man so in seinem fanatischen philo- bzw. antisemitischen Wahn gefangen ist und überall nur noch Judenfeinde und Islamisten sieht, dann schafft das Gehirn der deutschen Intellektülle wohl auch nicht mehr Ironie von einer ernsthaft gemeinten Forderung zu unterscheiden.

  1. http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=52&Param_RB=67&Param_Red=13210 []